Rettungshunde

Seit Menschen und Hunde zusammen leben, haben Hunde immer wieder Menschen in Not gerettet. Doch die systematische Ausbildung von Hunden für die Rettung von Menschen begann erst Ende des 19. Jahrhunderts und zwar für die Flächensuche nach verwundeten Soldaten. Seit 1981 sind die Rettungshundeführer nicht nur in regionalen Vereinen organisiert, sondern haben sich zum Bundesrettungshundeverein zusammengeschlossen und arbeiten mit Organisationen wie dem technischen Hilfswerk, der Feuerwehr usw. zusammen. Ein Rettungshund und sein Rettungshundeführer bilden ein Rettungshundeteam. Mehrere Rettungshundeteams arbeiten als Rettungshundestaffel oder als Rettungshundezug zusammen. Einsatzbereiche sind die Flächensuche nach Einzelpersonen, Trümmerrettung, Wasser- und Bergrettung, Wasserortung und Leichensuche. Die Leichensuche gehört nicht nur aus ethischen Gründen zur Arbeit von Rettungshunden. In Katastrophengebieten ist die Auffindung und Bestattung von Leichnamen auch ein Beitrag zum Schutz der Bevölkerung, da durch diese Arbeit die Seuchengefahr erheblich verringert wird.

Wer Rettungshundeführer werden möchte, sollte nicht nur geistig und körperlich gesund sein. Er muss mit einem zeitlichen Engagement von etwa 12 Stunden pro Woche für Training und Einsätze rechnen. Der Anwärter sollte mindestens das sechzehnte Lebensjahr vollendet haben, denn die Ausbildung seines Rettungshundes dauert zwei Jahre und Volljährigkeit ist eine der Voraussetzungen, um an Rettungseinsätzen teilnehmen zu dürfen. Rettungshundeführer absolvieren im Sanitätsdienst Kurse für erste Hilfe. Sie erwerben Kenntnisse über Statik und Trümmerbeseitigung. Der Umgang mit Sprechfunkgeräten, Landkarten und Kompass gehören ebenfalls zur Arbeit. Notwendig sind ebenfalls Einsatzplanung und -durchführung, Sicherheit, Kommunikationsfähigkeit und Teamgeist sowie gute Kenntnisse über Hunde und ihre Einsatzmöglichkeiten.

Rassenvorgaben gibt es für Rettungshunde nicht. Die Tiere sollten aber schon mittelgroß und nicht zu schwer sein. Die Ausbildung beginnt meist im Alter zwischen sechs und zwölf Lebensmonaten. Bei Ausbildungsbeginn sollte der Hund aber nicht älter als zwei Jahre sein. Ausbildungsschwerpunkte sind Geländegängigkeit, Gerätearbeit, Gehorsam und Anzeigetechniken.

Bei der Geländearbeit lernt der Hund, sich in unwegsamem und veränderlichem Gelände wie auf Schutt, Komposthaufen, Glas usw. sicher zu bewegen. Bei der Gerätearbeit muss der Hund Leitern besteigen oder über eine Wippe gehen, damit er mit der Bewegung auf schwankendem Untergrund und mit der Überwindung von Hindernissen vertraut ist. Das Gehorsamstraining umfasst bei Fußgehen mit und ohne Leine, zuverlässiges Folgen auf Zuruf, Voraussenden, das der Hund sich tragen lässt usw. Die Techniken, mit denen ein Hund seinen Hunderettungsführer über einen Fund informiert sind Verbellen, Scharren, Rückverweisen und Bringseln. Beim Verbellen ruft der Hund seinen Führer so lange mit Gebell, bis der Führer zum Fundort kommt. Scharren wird der Hund z. B., wenn er in direkter Begleitung seines Führers einen Verletzten unter Trümmern aufgespürt hat. Beim Rückverweisen läuft der Hund zwischen der gefundenen Person und seinem Führer so lange hin und her, bis sein Rettungshundeführer den Fundort erreicht hat. Beim Bringseln nimmt der Hund nach der Auffindung der gesuchten Person einen Gegenstand, z. B. die Tasche des Verletzten auf, und bringt das Objekt zu seinem Führer. Hunde, die zu Rettungshunden ausgebildet werden, müssen nicht nur körperlich gesund sein. Sie müssen über eine gute Konzentrationsfähigkeit, Menschenfreundlichkeit sowie gute Umgangsformen mit Artgenossen verfügen. Es kommen auch nur Vierbeiner in Frage, die kein ängstliches oder aggressives Gemüt haben.