Das Verhalten

Damit ein harmonisches Zusammenleben stattfinden kann, müssen Hundebesitzer und solche, die es werden wollen, gut über die natürlichen Verhaltensweisen ihres Vierbeiners informiert sein. Wer die Körpersprache seines Hundes richtig deutet, vermeidet Missverständnisse und unangenehme Zwischenfälle

Der Wolf im Hund

Der Hund stammt vom Wolf ab. Obwohl so viel Zeit vergangen ist, weisen noch heute alle Hunderassen Verhaltensweisen vom Wolf auf. Wölfe sind Rudeltiere. Und auch der Hund lebt am liebsten im Rudel, nur dass die Mitglieder seines Rudels Menschen sind. In einem Wolfsrudel gilt eine feste Rangordnung. Im Zusammenleben mit dem Hund muss es ebenfalls eine Rangordnung geben, wobei dem Hund der Platz ganz unten zugewiesen werden muss, damit es keine Probleme gibt. Es geht nicht, dass der Hund eine Führungsposition übernimmt, denn führen tut nun einmal der Mensch. Steht der Hund im Rang über einem Familienmitglied, wird er automatisch die Autorität in Frage stellen und entsprechende Anweisungen nicht ernst nehmen.

Ein Wolf ist im Rudel nie allein, sondern alle Verrichtungen wie zum Beispiel das Jagen werden gemeinsam getätigt. Kein Wunder also, dass der Hund am liebsten mit seinen Menschen zusammen ist, Tag und Nacht. Anstelle des Jagens wird gespielt, Sport getrieben oder einfach nur spazieren gegangen. Der Wunsch nach engem Körperkontakt ist auf das sogenannte Kontaktliegen der Wölfe zurückzuführen.

Viele Verhaltensweisen, die der Beschwichtigung dienen sollen wie auf dem Rücken liegen und die Kehle präsentieren oder bestimmtes Dominanzgebaren wurden ebenfalls vom Wolf übernommen.

Die Körpersprache

Der Hund signalisiert Freude durch Hochspringen und das Wedeln mit der Rute. Oft wird der Mensch dabei mit der Schnauze angestupst. Das Gesicht ist freundlich und entspannt, die Mundwinkel sind leicht nach hinten gezogen, als würde der Hund lächeln.

Möchte der Vierbeiner spielen, wedelt er mit der Rute, bellt auffordernd und macht Bocksprünge. Dabei ist der vordere Teil des Körpers dicht am Boden, während das Hinterteil nach oben gestreckt ist. Der Hund ist praktisch auf dem Sprung, nur darauf wartend, dass sein Besitzer endlich mit dem Stock oder dem Ball wirft.

Ohren, die nach vorn gerichtet sind, verbunden mit hängender Rute und entspanntem Gesichtsausdruck, signalisieren Interesse. Sind die Ohren hingegen nach hinten gerichtet, ist die Rute zwischen den Hinterläufen eingeklemmt und wedelt fast unmerklich hin und her, ist der Hund unsicher. Manchmal wird die Spitze der eigenen Schnauze dabei geleckt.

Eine Steigerung der Unsicherheit ist das sogenannte Angstdrohen. Dabei nimmt der Hund eine Abwehrhaltung ein. Die Ohren sind zurückgelegt, der Nasenrücken ist gerunzelt, der Blick unsicher. Die Rute ist zwischen den Hinterläufen eingeklemmt. Gut möglich, dass der Hund bei einer falschen Reaktion zubeißt.

Auch bei einer Drohgebärde ist der Nasenrücken gerunzelt, aber die Ohren sind nach vorn gestellt, der Hund zeigt Zähne, indem er die Lefzen zurückzieht und das vordere Gebiss sichtbar wird. Die Rute ist aufgestellt, die Rückenhaare werden gesträubt, um das Tier größer erscheinen zu lassen. Der Gang ist steif und der Hund knurrt sein Gegenüber an.

Ähnlich wie die Drohgebärde stellt sich das Imponiergehabe dar. Mit gesträubten Haaren, angehobener Rute und steifem Gang umkreist er seinen Gegner. Die Ohren sind nach vorn gestellt, der Gesichtsausdruck drohend. Typisch ist das sogenannte Imponierscharren, nachdem Urin oder Kot abgesetzt wurden. Um seine Überlegenheit zu demonstrieren, reitet der Hund bei seinem Artgenossen oder auf dem Knie des Menschen auf. Dieses Aufreiten auf dem Knie sollte keinesfalls toleriert werden.

Die Demutshaltung des Hundes hat mehrere Gesichter. Der Blick ist ausweichend, die Ohren sind flach angelegt, die Rute eingezogen. Manchmal sind die Lippen zurückgezogen, was aussieht wie eine unterwürfiges, beschwichtigendes Grinsen. Um die Beißhemmung bei den Artgenossen herbeizuführen, legt sich der Hund zusätzlich auf den Rücken.