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Katzenaufzucht

Bevor es mit der eigentlichen Zucht losgehen kann, muss die Katze zunächst einen Gesundheitscheck durchlaufen – die Kitten sollen ja schließlich gesund auf die Welt kommen. Ist kein Deckkater vorhanden, nutzt man Fremddeckungen, die dann natürlich mit Zusatzkosten verbunden sind. Während und nach einer Geburt benötigt die Katze etwas anderes, reichhaltigeres Futter als gewohnt. Steht die Geburt an, zieht sie sich etwas zurück, rupft ihre Zitzen frei und baut sich, wenn entsprechendes Material wie Stroh vorhanden ist, eine Art Nest.
Wie alle Säugetiere kommen die Jungen blind und relativ unbeholfen zur Welt. Die Katze leckt sie ab und säubert sie somit. Aber nicht nur das feine, schon vorhandene Fell wird abgeleckt, die Katze säubert mit ihrer Zunge auch den After der Jungen. Diese Säuberungen haben u.a. auch die Funktion, dass die Verdauung der Kleinen angeregt wird, was Magen-Darm-Problemen vorbeugen hilft. Für den Fall, dass man Kitten findet oder die Katze sich nicht genug um ihren Wurf kümmert bedeutet das für den Menschen, dass er diese Aufgabe übernehmen muss: Bauch und After müssen regelmäßig und vorsichtig massiert werden, um den Stoffwechsel der Kleinen in Schwung zu bringen.
Etwa in den ersten vier Wochen trinken Kitten ausschließlich Milch. Ab der dritten Woche ungefähr kommen langsam die ersten Zähnchen. Nun beginnen die Kitten, ihre Zähne an allem was erreichbar ist zu testen, egal ob es die Geschwister, eine menschliche Hand oder ein Spielzeug ist. Dieses Verhalten ist spielerisch und in der Regel nicht aggressiv geprägt. Ab der fünften Woche kann nun langsam auch festere Nahrung wie etwa Hackfleisch oder auch Haferflocken gegeben werden – oder man vertraut auf Spezialfuttermischungen aus dem Fachhandel. Das Zusatzfutter fressen die Kleinen zusätzlich zur Milch etwa zwischen der fünften und zwölften Woche. In dieser Zeit verringert sich langsam der Anteil der Milch und der Anteil festen Futters an der Nahrung vergrößert sich.
Sind die Kitten etwa neun Wochen alt, folgt in der Regel der erste Besuch beim oder vom Tierarzt: nun werden sie zum ersten Mal entwurmt, geimpft und bei Bedarf auch gechipt oder tätowiert. Nach etwa 3-4 Wochen folgt dann Behandlung Nummer zwei, damit ein dauerhafter Schutz vor beispielsweise Katzenschnupfen aufgebaut werden kann. Für einen ganzen Wurf Kitten bedeutet das natürlich einen größeren finanziellen Aufwand. Genau das ist der Grund, warum zum Beispiel Schwarzzüchter ihre Kitten im Alter von acht Wochen abgeben: sie sind dann zwar noch nicht richtig von der Mutter sozialisiert, noch nicht stubenrein und auch noch nicht ausschließlich feste Nahrung gewöhnt, aber ab der neunten Woche verursachen sie dem Züchter erheblich mehr Kosten. Wer Wert auf eine gut sozialisierte, ausgeglichene Katze legt, die gesund zu ihm kommt, sollte darauf achten, dass sein Kitten mindestens 12 Wochen alt ist. Verantwortungsvolle Züchter geben ihre Kitten vorher auch nicht ab.
Entgegen der landläufigen Meinung sind Katzen übrigens sehr soziale Tiere, die Familienanschluss mögen und auch brauchen. In ihrer Familie (die ihre felinen Familienmitglieder ebenso umfasst wie ihre menschlichen) finden sie Streicheleinheiten, Zurechtweisungen, Zuwendung und Spielkameraden. Gerade diese Art der Beschäftigung mit Kitten trägt stark zur Sozialisation bei: die Tiere werden umgänglich, freundlich, gesellig und lernen in dieser Zeit wichtige Lektionen fürs Leben – zum Beispiel wie sie ein Katzenklo benutzen oder dass man nicht an Gardinen und Tapeten herunterrutschen darf. Die intensive Beschäftigung mit ihnen ist also mindestens genauso wichtig wie die Gesundheitsvorsorge und das richtige Futter.