Wilde Katzen

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Insgesamt leben auf der Erde etwa 36 Katzenarten, die sich in ihrem Aussehen und ihrer Lebensweise erheblich voneinander unterscheiden. Einige Arten schlossen sich vor tausenden Jahren dem Menschen an. Andere Arten werden niemals domestiziert werden können. Zu ihnen gehören viele der wilden Katzen. Doch in welcher Weise sind die Katzen untereinander verwandt?

Wilde Katzen in Afrika

Afrika ist nach Asien der zweitgrößte Kontinent der Erde. Hier gibt es sowohl Gebiete wie die Sahara, in denen eine extreme Trockenheit herrscht, als auch Gebiete wie die tropischen Regenwälder Zentralafrikas, die besonders feucht sind.

Anpassung an die Bedingungen

Die in Afrika lebenden Katzen haben sich so weit wie möglich diesen Bedingungen angepasst. Die meisten Arten findet man jedoch in Steppen und Savannen. Die Wüste wird von allen Katzenarten gemieden. Dies hat nicht zuletzt – neben der extremen Hitze – auch mit ihren Jagdgewohnheiten zu tun.

Denn Katzen nutzen Verstecke, um sich unbemerkt möglichst nahe an ihre Beute heranzuschleichen, die sie überfallartig oder nach einem kurzen Sprint erlegen. In der Wüste ist ein solches Vorgehen nicht möglich. Angepasst an dieses Jagdverhalten tragen sie meist auch ein Fell, das sie möglichst gut tarnt.

Afrikanischen Wildkatzenarten domestiziert

Einige der afrikanischen Wildkatzenarten gehören zu den Ersten, die vom Menschen domestiziert wurde. Insbesondere die Falbkatze wurde von Ägyptern sehr geschätzt. Diese war sehr nützlich, um etwa die Mäuse aus den Kornkammern fernzuhalten.

Bald wurde sie als Göttin geschätzt. In zahllosen Statuen wurde die erhabene Haltung der Falbkatzen gewürdigt. Denn Falbkatzen verfügen über sehr lange Beine, beim Sitzen befindet sich ihr Körper in einer fast aufrechten Position. Die Würdigung der Falbkatze ging sogar so weit, dass sie beinahe so aufwendig wie Menschen beerdigt wurden.

Doch auch andere Wildkatzen Afrikas faszinieren viele Menschen. Vor allem ihre bisweilen scheue Art macht sie zu geheimnisvollen Wesen, die man nur selten zu Gesicht bekommt. So ranken sich viele Erzählungen um die Afrikanische Goldkatze, die bisher kaum erforscht ist.

Auch der Mut der Schwarzfußkatze ist unter den Stämmen Afrikas legendär. Ihr Mut, so heißt es, lässt sie in der Not auch mit einer Giraffe kämpfen.

Die wilde Katze

Die Familie der Katzen (Felidae) gliedert sich in die Unterfamilien Kleinkatzen (Felinae), zu der etwa 28 Arten gehören, in die Unterfamilie der Großkatzen (Pantherinae), die 7 Arten umfasst, und in die Unterfamilie der Geparden (Acinonychinae), die nur eine Art zählt. Diese Einteilung stammt von Christopher Wozencraft.

Neuere Untersuchungen, bei denen die Zellen der Katzen molekularbiologisch analysiert wurden, legen jedoch eine andere Klassifizierung nahe. Diese Untersuchungen wurden von Stephen J. O’Brien durchgeführt.

Er schlug folgende Dreiteilung vor, die sich an der Stammesgeschichte der Katzen orientiert: Der erste Hauptzweig bildete sich vor etwa 12 Millionen Jahren, hier spricht man auch von der Ozelot-Gruppe, zu der 7 Arten gehören.

Der zweite Hauptzweig entstand vor 8 bis 10 Millionen Jahren, hierbei handelt es sich um die etwa 6 Arten umfassende Wildkatzen-Gruppe. Der dritte Hauptzweig, der auch Großkatzen-Gruppe genannt wird, umfasst alle restlichen Katzen, also etwa 23 Arten. Später, vor etwa 3 bis 7 Millionen spaltete sich der dritte Hauptzweig in weitere Zweige auf.

Geparde

Geparde gelten als die weltweit schnellsten Säugetiere. Sie erreichen eine Geschwindigkeit von bis zu 110 km/h. Meist können sie diese Geschwindigkeit jedoch nur auf kurze Distanz halten – oft nicht länger als über 400 bis 600 Metern.

Geparde

Merkmale und Typisierung des Gepards

Geparde sind zum Teil recht groß: Ihre Schulterhöhe beträgt im Extremfall 70 bis 90 cm. Ihr Gewicht liegt bei rund 70 kg. Ihr Fell ist in einem Ocker- oder Gelbton gefärbt und ist übersät mit einer Vielzahl dunkler Flecken. Das Fell auf der Bauchseite ist dagegen weiß oder beige.

Ihr äußerst schlanker Körperbau begünstigt ihre Sprintqualitäten. Zusätzlich verfügen sie über Krallen an den Pfoten, die sie nicht einziehen können.

Diese erhöht die Geschwindigkeit beim Sprint wiederum. Auffallend ist auch der recht kleine Kopf der Geparden. Geparden leben im südöstlichen oder nördlichen Afrika. Unterarten gibt es überdies auch in Vorderasien, insbesondere im Iran.

Jagdverhalten dieser wilden Katze

Bei der Jagd schleichen sich die Geparden so nahe wie möglich an ihre Beute heran, um die zurückzulegende Distanz bei einem Sprint zu verkürzen. Können sie ihre Beute mit einem kurzen Sprint einholen, so bringen sie ihr Opfer zu Fall und töten es mit einem gezielten Biss in die Kehle. Dabei können sie zwar die Kehle nicht – wie Löwen oder Tiger – durchbeißen, dennoch können sie mit ihrem Biss das Beutetier ersticken.

In der Regel jagt der Gepard Gazellen und Antilopen. Manchmal müssen Geparde aber ihre Beute anderen Tieren überlassen, die aufgrund ihrer Zahl – zum Beispiel Hyänen – oder aufgrund ihrer Kraft – zum Beispiel Löwen – überlegen sind.

Löwe

Der König der Tierwelt, der Löwe, lebt im Gegensatz zu vielen anderen Katzenarten im Rudel. Der Körperbau von Männchen und Weibchen unterscheidet sich erheblich.

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Merkmale und Lebensweise des Löwen

Männchen sind an ihrer großen Mähne zu erkennen und sind um fast 30 bis 50 Prozent größer. Mitunter erreichen ausgewachsene Löwen ein Gesamtgewicht von 250 kg. Misst man ihre Länge vom Schwanz bis zum Kopf, so kommt man in der Regel auf drei Meter.

Löwen leben zum größten Teil in der afrikanischen Savanne. Einige Exemplare leben auch in Trockenwäldern und Halbwüsten.

Löwen sind ausgesprochen gute Sprinter, sie können eine Geschwindigkeit von 60 km pro Stunde erreichen; dies jedoch nur auf eine kurze Distanz von wenigen hundert Metern. Verantwortlich hierfür sind auch die sehr kräftigen Vorderbeine.

Sozialverhalten des Löwen

Löwen zeigen ein für Katzen ungewöhnlich stark ausgeprägtes Sozialverhalten. Meist setzt sich das Rudel aus einem oder mehreren Männchen und vielen Weibchen zusammen. Junge Männchen leben dagegen bisweilen einzelgängerisch oder sie bilden mit anderen männlichen Löwen eine Gruppe.

Die Sinnesorgane sind wie bei vielen Raubkatzen hervorragend ausgebildet. Sie können sich leicht bei Nacht orientieren und Geräusche schnell über ihr Gehör orten.

Die Verbreitung des Löwen geht immer mehr zurück. Die Gründe sind Krankheiten und die Jagd auf Löwen durch den Menschen. Heute existieren noch etwa 16.000 bis 30.000 Löwen in der freien Natur.

Säbelzahnkatzen

Bei den Säbelzahnkatzen, die auch bisweilen Säbelzahntiger genannt werden, handelt es sich um eine ausgestorbene Katzenart. Diese trugen zwei charakteristische Säbelzähne, mit denen sie ihre Beute erlegten. Wissenschaftler haben jedoch festgestellt, dass ihr Biss keineswegs sehr viel Kraft hatte.

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Bildquelle: Wikipedia.org – Skb8721 aus der englischsprachigen Wikipedia CC BY-SA 3.0

Verhalten und Merkmale der wilden Säbelzahnkatzen

Um ein Beutetier zu töten, musste die Säbelzahnkatze ihr Opfer zunächst mit zwei Pfoten festhalten. Der folgende Biss besaß zudem nur etwa ein Drittel der Kraft, die der Biss von einem heute lebenden Löwen hat. Dies konnte man mittels moderner Computersimulation feststellen.

Die ältesten Funde von Säbelzahnkatzen sind etwa 10 Millionen Jahre alt, die jüngsten Funde rund 10.000 Jahre. Sie lebten wahrscheinlich auf allen Kontinenten, abgesehen von Australien und der Antarktis.

Jagdverhalten der Säbelzahnkatzen

Was die Säbelzahnkatzen fraßen, darüber streitet man in der Forschung noch heute. Möglicherweise jagten sie Beutetiere, vielleicht fraßen sie jedoch auch nur Aas.

Allerdings legt ihre Körpergröße ein aktives Jagdverhalten nahe. Funde in der Nähe von Mammutskeletten deuten daraufhin, dass Säbelzahnkatzen auch recht große Tiere angegriffen haben könnten.

Welche Funktion die Säbelzähne hatten, ist auch unklar. Einige Forscher vermuten, dass die Zähne lediglich die Imponiergebärden der Säbelzahnkatzen unterstützten.

Ob sie damit ihre Beute so tiefe Wunden zufügten, dass diese verbluteten, ist eher fraglich, denn dafür waren die Säbelzähne nicht stabil genug, sie wären abgebrochen. Wahrscheinlicher ist, dass die Säbelzähne dazu dienten, bereits erlegten Tieren die Halsschlagader zu durchtrennen.