Siebenschläfer

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Der Siebenschläfer ist ein nachtaktives Nagetier aus der Familie der Bilche oder Schlafmäuse. Die Hamster ähnelnden Kleintiere werden bis zu 25 Zentimeter groß und haben ein Gewicht von bis zu 200 Gramm.

Siebenschläfer – Haltung, Merkmale und Vertreibung

Siebenschläfer gehören zu den geschützten Wildtieren, weshalb es im Normalfall nicht erlaubt ist, die kleinen Nager bei sich zu Hause zu halten. Ist ein Tier jedoch verletzt oder zu geschwächt um alleine zu überleben, ist es auf die Hilfe von Menschen angewiesen. Der Finder oder eine andere Person kann seinen Schützling so lange großziehen, bis er die Chance hat, wieder in der freien Natur zu überleben.

Es ist jedoch gar nicht so einfach, hilflose Jungtiere oder Tiere die Probleme bei der Nahrungsaufnahme haben, zu pflegen. Letztlich ist mit ihrer Haltung auch eine Menge Verantwortung verbunden.

Daher kann es ratsam sein, das Tier abzugeben und diese Aufgabe Experten – wie beispielsweise einer Wildfangstation oder einem Tierarzt – zu überlassen.

Ernährung eines Siebenschläfers

Hat man sich dazu entschieden, den Findling selbst aufzuziehen, ist die Frage, welche Nahrung geeignet ist. Energiereiche Kost wird dem hilfsbedürftigen Tier helfen, wieder zu Kräften zu kommen. Sie sollte zum Beispiel aus verschiedenen Nüssen, Kastanien, Eicheln und Obst bestehen.

Um den Eiweißbedarf zu decken, ist es ratsam, Siebenschläfern gelegentlich Mehlwürmer und kleine Insekten anzubieten. Damit der Nager keine Probleme mit seinen Zähnen bekommt, sollte man ihn zudem regelmäßig mit kleinen Ästen und Zweigen füttern.

 

Welche natürlichen Feinde können den Wildtieren gefährlich werden?

Zu den natürlichen Fressfeinden der Siebenschläfer gehören der Baummarder, der Waldkauz und der Mauswiesel. Auch unsere Hauskatzen können für das Nagetier schnell zum Feind werden, weshalb es wichtig ist, den kleinen Bewohner in der Zeit der Aufzucht zu schützen und in einem geeigneten Käfig unterzubringen.

Siebenschläfer im Winterschlaf

In freier Natur halten Siebenschläfer, wie der Name schon sagt, einen rund sieben Monate dauernden Winterschlaf. In diesem Zeitraum können die Wildtiere in einem trockenen Kellerraum oder einem Raum mit kühlen Temperaturen überwintern.

Die Dauer des Winterschlafes kann dabei stark variieren. Während der normale Schlaf in freier Natur von Anfang September bis Anfang Mai anhält, kann er im Haus viel kürzer sein.

Passender Lebensraum für die nachtaktiven Tiere

Einen Siebenschläfer als nachtaktives Tier zu Gesicht zu bekommen ist gar nicht so einfach. Sie verschlafen den Tag in ihren Verstecken, meist in Baumhöhlen oder Erdlöchern. Erst zur Nachtzeit kommen sie raus und erkunden ihre Umgebung. Dabei bevorzugen sie das Leben auf Bäumen in Laub- und Mischwäldern und fühlen sich in Gegenden mit einem alten Baumstand am wohlsten.

Dort finden sich die Nagetiere dank ihrer bis zu sechs Zentimeter langen Schnurrhaare auch im Dunkeln bestens zurecht. Ihre großen Augen und die sogenannten Tasthügel im Gesicht, am Kinn und an den Unterarmen sind ebenfalls  eine große Hilfe bei der Orientierung. Zudem sind das Gehör und der Geruchssinn bei diesen kleinen Tierchen bestens entwickelt.

Besonderheit: Siebenschläfer sind selten am Boden anzutreffen. Klebrige Sohlenballen ermöglichen es ihnen, selbst senkrechte Wände hinaufzuklettern und sich dort zu halten.

Siebenschläfer im Haus

Gerade vor dem Winterschlaf ist es nicht selten, dass sich Siebenschläfer im Haus einnisten. Dachböden und Dachstühle sind ein beliebtes Versteck der Nagetiere. Sind diese erst einmal da, werden sie schnell zum Problem. Sie zerstören elektrische Leitungen, durchlöchern das Dämmmaterial des Hauses, knabbern Möbel und Kleider an.

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Fangen und Vertreiben eines Siebenschläfers: Was ist erlaubt?

Da der Siebenschläfer nahezu in allen westeuropäischen Ländern als bedrohte Tierart gilt, gehört er zu den geschützten Wildtieren, was in Anlage 1 der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) aufgeführt wird. Ein Verstoß gegen diese Schutzbestimmung wird mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro geahndet.

Da die kleinen Tierchen allerdings mit dem Geräuschpegel den sie verursachen, recht lästig werden können, will sie manch einer schnell und nachhaltig wieder loswerden. Das ist in der Praxis jedoch gar nicht so einfach. Um einen Siebenschläfer zu fangen oder zu vertreiben, braucht man aber vor allem eins – Geduld. Die Tiere sind nämlich nicht nur klug, sondern auch misstrauisch.

  • Hausmittel: Laute Musik und penetrante Gerüche sollen die umtriebigen Siebenschläfer vertreiben. Das funktioniert allerdings nur mäßig. Auch wenn sich die Tiere vertreiben lassen, kommen sie meist wieder zurück, sobald es leiser wird oder der Geruch nachlässt – und die „Plage“ geht von vorne los.
  • Köder: Will man den Siebenschläfer fangen, braucht man ein Lockmittel, um ihn aus seinem Versteck zu locken. Neben Nüssen, Eicheln und Bucheckern zieht den Nager an, was er in freier Natur gerne frisst. Man kann ihn auch mit Apfel- oder Bananenstücken aus der Reserve locken.
  • Kammerjäger: Bei Schädlingen im Haus wenden sich viele Menschen an einen Profi. Diese Methode ist sicher in den meisten Fällen hilfreich, bringt bei einem Siebenschläfer, der vertrieben werden soll, allerdings wenig. Die meisten Kammerjäger arbeiten mit Gift, was aber nicht erlaubt ist, da die kleinen Nager unter Naturschutz stehen. So kommt man um die Lebendfalle nicht herum. Dies kostet beim Profi natürlich viel Geld, das man sich sparen kann, wenn man selbst eine Falle aufstellt.
  • Lebendfalle: Benutzt man eine Lebendfalle, hat man die größte Chance, das Tier unverletzt zu fangen und wieder in der Wildnis auszusetzen. Die einem Käfig ähnelnde Falle wird nahe dem Ort platziert, an dem sich der Siebenschläfer eingenistet hat. Nähert er sich dem innen befestigten Köder, löst er den Schließmechanismus aus. Die Falle schnappt zu und der Störenfried kommt alleine nicht mehr hinaus. So kann man ihn problemlos wieder an einem weiter entfernten Ort aussetzen.
     
    Wichtig ist, jeden Morgen zu kontrollieren, ob die Falle zum gewünschten Erfolg geführt hat. So ist es im Tierschutzgesetz vorgeschrieben.

Das richtige Aussetzen eines Siebenschläfers

War die Fangaktion ein Erfolg, stellt sich nun die Frage, wo man das Tier wieder aussetzt. Es einfach im Garten freizulassen, wird das Problem nicht lösen. Denn: Siebenschläfer haben einen hervorragenden Orientierungssinn – 15 Kilometer sind für den kleinen Nager sicher kein Problem. Er wird schnell wieder auf dem Dachboden landen.

Um wirklich sicher zu sein, dass der Schädling nicht ins Haus zurückkehrt, sollte man also so weit wie möglich fahren, um ihn auszusetzen. Überquert man dabei einen Fluss oder eine Wasserfläche, macht man es ihm noch schwerer, den Weg zurück zu finden.

Beim Aussetzen sollte man unbedingt Handschuhe tragen, denn Siebenschläfer können sehr heftig zubeißen. Wichtig zu wissen ist außerdem, dass Tiere die während des Winters gefangen wurden, nicht ausgesetzt werden dürfen.

Der Siebenschläfertag

Der 27. Juli wurde zum „Siebenschläfertag“ auserkoren. Viele Menschen denken dabei an das kleine, knopfäugige Nagetier. Das der Siebenschläfer mit dem gleichnamigen Tier aber Garnichts zu tun hat, das wissen nur die wenigsten.

Der Name entstammt einer Heiligenlegende aus der Zeit der Christenverfolgung im Römischen Reich. Nach dieser sollen sich sieben junge Christen im Jahr 251 in einer Höhle in Ephesos (in der heutigen Türkei) vor ihren Verfolgern versteckt haben. Als diese die Flüchtigen entdeckten, haben sie den Höhleneingang mit einem großen Stein verschlossen. Laut der Legende sollen die sieben Gläubigen dabei aber nicht gestorben, sondern in einen tiefen Schlaf gefallen sein. Knapp 200 Jahre später wurde die Höhle geöffnet und die Gefangenen sollen ihr lebendig entstiegen sein.

Bekannter ist der Siebenschläfertag inzwischen durch die präsenten Bauernregeln. So soll man am 27. Juli erkennen können, wie das Wetter die Wochen darauf wird.

„Wie das Wetter sich am Siebenschläfertag verhält, ist es sieben Wochen lang bestellt.“

„Ist der Siebenschläfer nass, regnet’s ohne Unterlass.“

„Wie’s Wetter am Siebenschläfertag, so der Juli werden mag.“

„Scheint am Siebenschläfer Sonne, gibt es sieben Wochen Wonne.“