Gesunde Pferdeernährung: Was fressen Pferde?

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Das äußere Erscheinungsbild eines Pferdes wirkt sehr prachtvoll und königlich. Aufgrund dessen ist es wichtig, dem Tier eine ausgewogene und gesunde Ernährung zu bieten.

Wenn Fohlen das Licht der Welt erblicken, werden sie zahnlos geboren. Circa 10 Tage nach der Geburt kommen die mittleren Schneidezähne zum Vorschein. Neun Monate später folgen im Ober- und Unterkiefer je sechs Milchzähne.

Im Alter von zwei bis vier Jahren erhält ein Jungpferd dann seine bleibenden 36 Zähne. Erstaunlicherweise, haben Hengste sogar vier Hakenzähne mehr als Stuten. Damit ist ein Pferd perfekt ausgestattet, um Futter zermahlen zu können.

Was fressen Pferde?

Ähnlich wie bei den Menschen gehören gutes, nahrhaftes Futter und ausreichende Bewegung unmittelbar zusammen. Der Verdauungstrakt von Pferden ist sehr empfindlich und sensibel, sodass sich mit den Jahren das Tier zum Pflanzenfresser entwickelt hat.

  • In erster Linie ernähren sich Pferde von Gräsern, Kräutern, Samen, Obst, Beeren, Blumen, Wurzeln und auch von Laub.
  • Ihr Magen ist dafür ausgelegt, eine ständige Aufnahme von Futter zu bewältigen.
  • Rund 14 – 20 Stunden am Tag, verbringen sie mit Essen.
  • Unregelmäßige Fütterung führt hierbei zu Stress für das Tier.
  • Deshalb sollten zu lange Fresspausen vermieden werden. Sonst könnte es zu Koliken kommen.

Falls das Tier aus verschiedenen Gründen keinen Weidegang hat, gibt es drei Arten von Futter, welches dem Pferd gegeben werden kann. Dazu zählen: Raufutter, Kraftfutter und Saftfutter.

Pferdefütterung ohne Weidegang

Im Winter sind durch Schnee und Eis alle Gräser gefroren und können nicht von Pferden verzehrt werden. Man sollte das Tier ausreichend mit Hafer, Stroh, Heu und anderem Zusatzfutter füttern. Hafer ist hierbei am meisten verbreitet, da dieses Fett, Stärke und Proteine enthält.

 

Unter Zusatzfutter versteht man Gerste-Hafer-Zubereitungen, Getreide wird bestenfalls im ganzen Korn gekauft, um es selbst zu verarbeiten. Mais dient zur Gewichtszunahme, sollte aber nicht als einzelnes Futter angereicht werden, da es nur aus Kohlenhydraten besteht.

Als kostbare Zwischenmahlzeit können Karotten dienen, welche auch als Vitamin-A-Bomben gelten, oder klassischerweise Äpfel und Zuckerrüben.

Wenn Pferde stark beansprucht werden, macht eine Kraftfutterfütterung als zusätzliche Ergänzung für die gesunde Pferdeernährung Sinn. Die Fütterung sollte auf 2 mal am Tag aufgeteilt werden und es sollte langsam angegangen werden, da die Mägen der Tiere sehr empfindlich sind.

Salzleckstein in der Pferdeernährung

Als Zusatz für gesundes Pferdefutter ist ein Salzleckstein in der Box sinnvoll. Frisches Wasser ist ebenso essenziell für das Pferd. Die Tiere sollten rund um die Uhr Zugang zu frischem Wasser haben, da sie um die 35 Liter am Tag trinken.

Bei Ausdauertraining sogar das Doppelte. Im Sommer kann ein Pferd bis zu 80 Liter trinken. Das Wasser sollte eine Temperatur von 8 bis 12 Grad haben, um perfekt temperiert zu sein.

Im besten Fall jedoch, hat man automatische Tränken installiert, denn Wassermangel kann bei Pferden zu ernsten Krankheiten führen.

Wichtige Mineralstoffe für gesundes Pferdefutter

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Genauso wie beim Menschen brauchen Pferde Mineralstoffe und Vitamine. Im Idealfall sind diese ausreichend im Heu vorhanden, jedoch sind die Böden nicht mehr so nährstoffreich wie früher.

Als Abhilfe kann hierbei schon ein Salzleckstein dienen. Er besteht zu 97 Prozent aus Natriumchlorid, welches in der Pflanzennahrung wenig vorkommt. Es gibt verschiedene Salzlecksteine, jedoch machen nur die Spurenelemente einen Unterschied.

Ansonsten sind alle Lecksteine als gesunde Ergänzung zur Pferdenahrung gleich – egal ob rosa, weiß oder blau. Somit haben Pferde Mineralstoffe und Spurenelemente ständig zur freien Verfügung. Mineralstoffe sind wichtig für Knochen- und Zahnaufbau. Zusätzlich können Phosphor und/oder Kalk zum Futter zugemischt werden.

Wie füttert man Pferde richtig?

Die tägliche Futtermenge, hängt von der erforderlichen Leistung des Tieres ab. Ein ausgewachsenes, normales Reitpferd, welches keine hohen Leistungen erbringen muss, braucht um die 8-9kg Heu und 2,5-3kg Getreide täglich.

Die Nahrung sollte über den Tag verteilt werden, da Pferde, aufgrund ihres Fluchtinstinktes, einen kleinen Magen besitzen. Dieser umfasst um die 8 bis 15 Liter.

Pferdenahrung und Fresspausen

Pferde verbringen 14 – 20h am Tag mit Essen. Gelegentliche Fresspausen dürfen nicht fehlen. Doch wieviel Fresspause ist für das Tier gesund?

Pferde sind ununterbrochen am Fressen. Aufgrund dessen sollten Fresspausen währe4nd einer gesunden Pferdeernährung eingelegt werden. Diese kann man ganz einfach mit diversen Futternetzen erzielen, diese erzielen eine verlangsamte Fressgewohnheit und somit sind die Tiere länger damit beschäftigt.

Seminare und Ausbildungen für gesunde Pferdeernährung

Wie bei so vielen Tierarten, schaffen sich Laien gerne Pferde an und kennen sich im Endeffekt nicht mit den Tieren aus. Aus diesem Grund gibt es Ernährungsprofis für Pferde. In diesem Berufsbild geht es nicht um Futteraquise, sondern um das Erkennen von Mängeln in Haltung und Fütterung.

Aus diesem Grund ist dieses Berufsbild speziell für Betreiber eines Pensionsbetriebes, oder auch für Reiter mit eigenem Stall sinnvoll.

Giftig für Pferde

Für jedes Tier gibt es in der Natur Substanzen, die giftig sind. Um jeglichen Gefahren aus dem Weg zu gehen, sollten folgende Gräser im Umfeld des Pferdes vermieden werden:

  • Buchsbaum
  • Eiche
  • Gundelrebe
  • Kirschlorbeer
  • Rot-Ahorn
  • Rhododendron
  • Pfaffenhütchen
  • Wolfsmilch

Sehr stark giftige Pflanzen:

  • Akazie
  • Aronstab
  • Blauer Eisenhut
  • Goldregen
  • Fingerhut
  • Engelstrompete
  • Eibe
  • Herbstzeitlose
  • Jakobskreuzkraut
  • Maiglöckchen
  • Sumpf-Schachtelhalm
  • Oleander
  • Schwarze Tollkirsche
  • Seidelbast
  • Thuja
  • Weißer Germer

Nicht jede Pflanze ist gleich giftig. Trotz allem sollte bei Berührung sofort der Tierarzt konsultiert werden. Die Vergiftungssymptome sind unterschiedlich. Die Anzeichen hierbei sind: Schaum vorm Maul, erhöhter Speichelfluss, Atemnot, Schwitzen, Krämpfen, langsamer Puls, erweiterte Pupillen oder Gleichgewichtsstörungen. Sobald eines dieser Anzeichen deutlich wird, kann es kritisch werden.

Sinnvoll ist es die Vergiftungen vorzubeugen, indem man die wichtigsten Giftpflanzen unmittelbar erkennt und das Pferd beim Ausritt nicht unkontrolliert am Wegesrand fressen lässt.

Beim Neukauf von Pflanzen, unbedingt im Voraus prüfen, ob es eine potenzielle Giftquelle sein könnte. Zumeist kann in dem Fall, ein Mitarbeiter Rat geben.