Reiterspiele für Erwachsene und Kinder

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Beim Gedanken an Reiterspiele stehen vielleicht die Mounted Games oder auch Polo im Vordergrund. Es gibt daneben allerdings noch eine Menge anderer Spielarten für Kinder und auch Anfänger, die für beide – Mensch und Tier – eine willkommene Abwechslung sind und viel Spaß machen.

Ein Nebeneffekt ist die beiderseitige Schulung der Aufmerksamkeit, der Achtsamkeit. Es kommt zu einer Förderung der Beobachtungsgabe und generell des Einfühlungsvermögens zwischen Mensch und Tier. So gesehen sind Reiterspiele durchaus auch eine gute Trainingsmöglichkeit für Reiter und Pferd.

Sehr oft werden Reiterspiele auch für therapeutische Zwecke eingesetzt. Dahinter steckt ebenfalls die Idee eine andere Basis der Kommunikation und Ausdrucksmöglichkeit für möglicherweise verhaltensauffällige Kinder und Erwachsene zu finden. Damit öffnet sich eine breite Palette an möglichen Varianten.

Reiterspiele für Kinder und Erwachsene – Das Pferd als Spielpartner

Aus der langen Liste von möglichen Spielarten, das genau richtige Spiel auszuwählen ist eine Herausforderung. In diesem Ratgeber werden daher nur die gängigsten Spiele vorgestellt, von denen wiederum viele Varianten abzuleiten sind.

Die Reise nach Jerusalem – der Klassiker: Dieses Spiel kennen viele noch aus der Schule oder von Ferienlagern. Es ist auch ein ganz lustiges Spiel auf dem Rücken von Pferden. Es sollten jedoch mindestens 8 bis 10 Teilnehmer sein, damit es wirklich Spaß macht.

Ablauf

In der Halle oder am Freigelände werden Kisten oder Sessel aufgestellt – im Kreis oder an einer Wand, jeweils ein Stück weniger als Reiter. Geritten wird im Kreis, an der Wand lang, oder rund um die Sessel, abhängig von der Art der Aufstellung, solange Musik spielt.

  • Wenn die Musik abrupt endet, springen die Reiter vom Pferd und suchen sich einen Sessel. Ein Teilnehmer wird keinen Platz bekommen, der scheidet aus.
  • Schlussendlich bleibt ein Reiter als Sieger übrig, der dann einen Preis bekommt.

Nimm das Tuch: Ein Spiel, das unabhängig von der Anzahl der Reiter gespielt werden kann. Es fördert, neben den Fähigkeiten als Reiter, die Kommunikation mit den Pferden und den anderen Teilnehmern. Das Spiel ist nur zu empfehlen, wenn sich die Tiere kennen und keine Konflikte spürbar sind.

Ablauf

Ein Reiter hat ein Tuch unter dem Sattel liegen und reitet davon. Die anderen Teilnehmer versuchen nun das Tuch unter dem Sattel des Reiters an sich zu nehmen und es unter den eigenen Sattel zu legen.

  • Bei diesem Spiel gibt es eigentlich keine Gewinner, es sei denn man arbeitet mit Zeitvorgaben.
  • Die Erkenntnisse über Geschicklichkeit und den Möglichkeiten die Tiere zu lenken und zu steuern, sind mit einem interessanten Lerneffekt verbunden.

Tischlein deck dich: Das ist ein ganz lustiges Spiel, bei dem auch viele Teilnehmer mitspielen können. Um es ein wenig zu beschleunigen, ist eine Einteilung in Teams zu zwei Personen sinnvoll.

Ablauf

In der Mitte des Spielfeldes steht ein leerer Tisch. Dieser Tisch wird von den einzelnen Reitern – ohne vom Pferd abzusitzen – ordnungsgemäß gedeckt. Das Geschirr und Besteck dazu, steht am Spielfeldrand bereit.

  • Für jedes fertige Gedeck werden Punkte vergeben, wenn etwas verschüttet wird, oder Geschirr zu Boden fällt, gibt es Abzüge.
  • Mit einer Zeitvorgabe wird das Spiel eine Nuance interessanter.

Pferdefußball: Dieses Spiel spielt man am besten zu zweit. Man benötigt zwei große Medizinbälle, zwei Teile des Geländes werden mit Stangen als Tore markiert.

Ablauf

Die Reiter werden mit einem Besen oder ähnlichem ausgestattet und müssen damit den eigenen Ball in das gegnerische Tor schießen.

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Reiterspiele – Willkommene Abwechslung bei Festivitäten

Ob es nun der Geburtstag eines Kindes oder Reiters ist, ob ein Jubiläum ansteht, ein lustiges Spiel mit Pferden und Reitern kann für Auflockerung und Spaß sorgen. Solche Spiele sollten mit wenig Aufwand zu gestalten sein und nicht allzu lange dauern.

Sehr motivierend dann, wenn es Preise zu gewinnen gibt. Man kann auch Spiele, die aus anderen Umfeldern bekannt sind, mit Pferd und Reiter spielen:

Eierlauf: Der Reiter hat einen Löffel in der Hand, auf dem ein Ei liegt. Nun muss er, am besten über verschiedene Hindernisse hinweg, das Ei unbeschädigt von A nach B bringen. Das Spiel kann man auch als Staffelspiel anbieten.

Dazu ist der Löffel mit dem Ei einem anderen Reiter zu übergeben. So ist dann auch eine Bildung von Teams möglich.

Kaffeetassen-Bingo: Auf verschiedenen Plätzen werden Tassen aus Plastik, jedoch mit einem Henkel aufgestellt.

Der Reiter hat nun die Aufgabe vier Tassen auf einen Stock zu bringen, indem er diesen durch den Henkel schiebt. Jeder, der seine vier Tassen gesammelt hat, ruft laut „Bingo“ und bringt die Tassen zum Spielleiter. Gewinner ist der Reiter mit den meisten Bingos.

Reiterspiele mit Pferden und mehr Vorbereitung

Alle bisher beschriebenen Varianten der Spiele sind eher aus „dem Stegreif“ zu organisieren und brauchen weniger Vorbereitung. Wer es etwas aufwändiger gestalten möchte, kann sich an einer Version der schon erwähnten „Mounted Games“ probieren.

Dieses Spiel ist ein Staffelrennen und wird mit Mannschaften gespielt. Teamfähigkeit, Schnelligkeit, Geschicklichkeit und Mut sind dafür besonders gefragt. In der ursprünglichen Version reitet man die Mounted Games auf Ponys.

Meist werden diese Spiele in drei Kategorien gespielt: Tempo, Technik, Aufspringen. Im privaten Bereich sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Das Spiel findet in einem abgegrenzten Bereich statt und Sieger ist die Mannschaft, die alle Aufgaben in der richtigen Zeit erfüllt.

Selbstverständlich kann man auch ein Polo-Turnier organisieren. Hier steckt ebenfalls mehr Aufwand dahinter und man braucht schon eine gewisse Erfahrung um diese Spiele sicher und mit Unterhaltungswert zu organisieren.

Unterhaltsame Abwechslung

Solche Spiele können sehr unterhaltsam, aber auch lehrreich sein. Mit Kreativität und Phantasie sind vielerlei Varianten möglich.

Im Vordergrund steht – vor allem wenn Kinder beteiligt sind – die Sicherheit, damit der Spaß nicht allzu bald in Ernst ausartet, weil jemand Verletzungen erleidet oder ein Tier in Panik verfällt und flüchtet.