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Gattung Delphinus

Zur Gattung Delphinus zählt aus allgemein wissenschaftlicher Sicht lediglich eine Spezies: Der Gemeine Delfin oder Gewöhnliche Delfin mit dem wissenschaftlichen Namen Delphinus delphis. Diese Art ist die grundlegende Art des Delfins, wenngleich der Große Tümmler als „typischer Delfin“ dem Gemeinen Delfin den Rang als der bekannteste Delfin durch die Medien abgelaufen hat.

Die Wissenschaft streitet sich bezüglich des Gemeinen Delfins jedoch darüber, ob es bei den unterschiedlichen Varietäten dieser Delfinart wirklich um eine Spezies oder nicht doch um einzelne Unterarten  handelt. Einige Wissenschaftler versuchten bereits in der Vergangenheit einzelne Delfinarten entsprechend ihres Lebensraums als eigenständige Arten zu etablieren.

Einzig der Langschnäuzige Gemeine Delfin, auch Cape-Delfin (Delphinus carpensis) wird inzwischen von einigen Wissenschaftlern anerkannt. Wenngleich beide Varietäten vergleichbare Lebensräume bevorzugen, zeigen Verbreitungskarten kaum Überschneidungen. Optisch  unterscheidet sich der Langschnäuzige Gemeine Delfin von dem in dieser Taxonomie als Kurzschnäuziger Gemeiner Delfin bezeichneten Spezies (weiterhin Delphinus delphis) lediglich durch einen längeren Schnabel und eine blassere Färbung des Körpers. Alle weiteren Merkmale, Verhaltensweisen und Eigenarten teilen beide Arten jedoch.

Das Äußere des Gemeinen Delfins zeichnet sich durch seine dunklere, häufig graue, schwarze oder braune Rückenfärbung aus, die sich im letzten Drittel des Körpers heller zeigt und bei der Fluke wiederholt, die eine leichte Kerbung, spitze Enden und eine leicht gebogene Hinterkante besitzt. Der Kopf ist beginnend beim Schnabel im oberen Bereich dunkel, wobei sich ein heller Streifen vom Schnabel bis zu den Augen zieht. Die Finne ist dunkel, sichelförmig bis dreieckig und an den Innenflächen häufig heller als an den Rändern.

Die Flanken des Gemeinen Delfins weisen eine stundenglasförmige Zeichnungen in einem häufig gelblichen Farbton auf, während die Unterseite von der Kehle bis zum Genitalbereich eine weißliche Färbung besitzt.

Der Gemeine Delfin ist in allen Meeren der Welt zu Hause, welche die benötigten, relativ warmen Temperaturen aufweisen. Je nach Region verfügen die Individuen dieser Spezies bisweilen jedoch über unterschiedliche Färbungen, die von dunkel- über hellgrau bis ins bläulich graue oder bräunliche reichen können und teilweise die typische Farbzeichnung an den Seiten vollständig verschlingen
 
Diese Delfinart erreicht eine Größe zwischen 1,7 und 2,4 Metern bei einem Gewicht von bis zu 110 kg. Sie ernährt sich vorrangig von Fischen und Kopffüßlern wie Kalmaren, die sie in Gruppenverbänden von bis zu mehreren hundert Delfinen jagen. Die Untergruppen dieser Schulen haben dabei einen engeren Sozialverband als die Gesamtgruppe. Bei der Nahrungssuche oder bei Wanderungen schließen sich die kleineren Schulen dabei familiär zusammen und lösen sich bei der Ankunft in wärmeren Gewässern wieder in die Ursprungsgruppen auf.

Gemeine Delfine wandern saisonabhängig im Gruppenverband mit den wärmeren Wasserströmungen, da er eine Wassertemperatur von mindestens 10 Grad Celsius benötigt. Zeitweise können jedoch auch die Nahrungsvorkommen ursächlich für eine Wanderung sein.

Die Sozialstruktur der Gemeinen Delfine ist sehr komplex. Kranke und verwundete Tiere werden bei der Nahrungsaufnahme ebenso unterstützt wie beim Atmen, indem sie von anderen Tieren an die Wasseroberfläche gehoben werden. Muttertiere und ihre Kälber werden bei Gefahr in die Mitte genommen und von den anderen Tieren beschützt. Stirbt ein Tier, scheinen die anderen Tiere um das verstorbene Tier zu trauern.

Der Gemeine Delfin gilt derzeit zwar noch nicht vom Aussterben bedroht, wurde jedoch auf die Rote Liste der gefährdeten Tierarten aufgenommen, da seine Population aufgrund vielfältiger Bedrohungen in der jüngeren Vergangenheit drastisch gesunken ist.