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Gewöhnlicher Grindwal

Der Gewöhnliche Grindwal ist einer der größeren Vertreter der Delfinfamilie. Mit seinen 3,8 bis 6 Metern Länge bringt er ein Gewicht von bis zu 3,5 Tonnen auf die Waage. Die männlichen Grindwale sind dabei meist ein Stück größer als die weiblichen, benötigen aber für die Geschlechtsreife bis zu 20 Jahre (Weibchen nur zwischen 6 und 10 Jahre). Die Spezies mit dem wissenschaftlichen Namen Globicephala melas ist mit Trivialnamen neben der Bezeichnung Gewöhnlicher Grindwal auch als Grindwal und Pilotwal bekannt. Die vielfach noch verwendete Artbezeichnung Globicephala melaena im wissenschaftlichen Bereich gilt hingegen als veraltet und wird kaum mehr verwendet.

Typischerweise ist der Grindwal von dunkelgrauer bis bräunlicher Färbung. Die Unterseite besitzt dabei einen hellen Streifen und eine W-förmige Zeichnung im Bereich der Brust, die gemeinsam wie ein Anker anmuten. Er besitzt eine vergleichsweise flache und sichelförmige Finne, die direkt nach dem ersten Körperdrittel und somit im Verhältnis weit vorne sitzt. Die Fluke hingegen ist sehr breit und mittig deutlich eingekerbt, wobei die Seiten spitz zulaufen. Die Flipper des Gewöhnlichen Grindwals sind recht lang, schmal und machen fast ein Fünftel der Gesamtlänge des Wals aus. Dabei ist in den Flippern ein deutlicher „Knick“, vergleichbar mit einem Ellbogen, auszumachen. Der Kopf des Grindwals ist dabei rundlich, die Melone ragt deutlich über die fehlende Schnauze und die angedeuteten „Lippen“, was ihm ein recht klobiges Äußeres gibt.

Der bevorzugte Lebensraum des Gewöhnlichen Grindwals findet sich in den gemäßigten und kühleren Regionen der offenen Weltmeere der südlichen Erdhalbkugel. Auf der Nordhalbkugel findet er sich nur im Atlantik. Zwar soll er hier auch im Pazifik heimisch gewesen sein, verschwand jedoch in diesen Breiten aus bis heute ungeklärten Gründen.

Das Sozialgefüge der Grindwale wird von einem zumeist männlichen Leittier geführt. In Schulen von ungefähr 20 Tieren gehen sie vorrangig in der Nacht auf Beutezug, weil dann ihre bevorzugte Nahrung, Kopffüßler, von den tieferen Meeresregionen höher kommen. Sie gelten generell als eher ruhigere Tiere, die nur bei der Jagd oder in Gefahrensituationen schneller schwimmen. Wanderungen finden zumeist jahreszeitlich bedingt und in Abhängigkeit vom Nahrungsangebot statt. Bei solchen Wanderungen können sich die Schulen auf einige hundert Tiere ausweiten. Bisweilen vereinigen sich die Grindwale dann auch mit Schulen anderer Delfinarten, beispielsweise dem Rundkopfdelfin oder dem Großen Tümmler.  

Innerhalb der Schule ist die Paarung nur dominanten Männchen vorbehalten, wobei Fremdpaarungen mit Mitgliedern anderer Schulen nicht ausgeschlossen sind. Dominante Männchen paaren sich mit mehreren Weibchen, die nach einer Tragzeit von rund 15 Monaten ein Kalb zur Welt bringen. Die Kälber werden bis zu zwei Jahre gesäugt, nehmen feste Nahrung jedoch bereits nach einem Jahr zu sich und begleiten die Muttertiere bis zu vier Jahren.

Kommunikation ist ein fester Bestandteil dieses Sozialgefüges. Ein umfangreiches Tonrepertoire mit bis zu 40 Pfiffen in der Minute ermöglicht dabei nicht nur die Kommunikation der Tiere untereinander, sondern auch die Echoorientierung. Diese funktioniert bei den auf die Hochsee spezialisierten Grindwalen jedoch nur in tieferen Gewässern und bringt sie in flacheren Gewässern somit schnell in die Gefahr, die Orientierung zu verlieren und zu stranden.