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Kurzflossen-Grindwal

Der Kurzflossen-Grindwal (Globicephala macrorhynchus), auch Indischer Grindwal genannt, ist seinem langflossigen Verwandten sehr ähnlich. Auch er besitzt die typische Kopfform ohne Schnabel und mit stark ausgeprägter Melone, eine dunkelgraue bis bräunliche Färbung sowie die hellere Ankerzeichnung auf der Unterseite. Unterschiede zeigen sich lediglich in den deutlich kürzeren Flippern, mit sieben bis neun Zähnen je Kieferhälfte eine geringere Zahl der Zähne (Gewöhnliche Grindwale haben acht bis 13) sowie dem Lebensraum in tropischen und subtropischen sowie bedingt gemäßigten Bereichen der Weltmeere. Die einzige Überschneidung mit den Lebensräumen des Langflossen-Grindwals findet sich in den gemäßigteren Zonen des Atlantischen Ozeans.

Mit bis zu 6,5 Metern Länge und einem Gewicht von bis zu vier Tonnen ist er nur bedingt größer als sein Verwandter aus den kälteren Meeresregionen. Die Lebensweise und das Sozialgefüge der Kurzflossen-Grindwale innerhalb der Schulen sind jedoch vergleichbar. Auch hier sind dominante Männchen für die Fortpflanzung mit mehreren Weibchen zuständig und stellen zumeist das Leittier der jeweiligen Schule. Die Nahrungssuche erfolgt in der Nacht, weil die Beutetiere (Kalmare, Kraken und Schwarmfische) dann aus den tieferen Meeresregionen aufsteigen. Der Grindwal selbst taucht jedoch bis zu 600 Meter tief für die Nahrungsaufnahme.  

Wie der Gewöhnliche Grindwal ist auch der Kurzflossen-Grindwal vom Naturell her eher ein ruhiger Vertreter, der langsam schwimmt (ca. 6 h/km), selten springt und sich von Schiffen eher fern hält. Lediglich bei Gefahr oder bei der Jagd werden Geschwindigkeiten von bis zu 40 h/km erreicht. Interessant ist dabei vor allem der Zusammenhalt der Schule bei Verletzung eines Tieres. Die gesamte Schule begleitet das verletzte Tier auch bei der Flucht, was jedoch in flacheren Gewässern zum Verlust des Orientierungssinns führen kann (Strandungsgefahr).