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Gattung Grampus

Zur Gattung Grampus zählt man allein den Rundkopf-Delfin, auch Risso-Delfin genannt. Sein wissenschaftlicher Name lautet Grampus griseus. Manche Wissenschaftler ordnen diese eigene Gattung heute auch der Familie der Grindwale (Globicephala) zu. Den Rundkopf-Delfin findet man in allen tropischen und gemäßigten Ozeanen. Er bevorzugt die offenen Meere gegenüber den küstennahen Gebieten, bei denen er nur im Falle eines schmalen Kontinentalsockels eine Ausnahme macht, beispielsweise bei Irland und Großbritannien.

Er besitzt einen rundlichen Kopf mit markanter Melone, vor der eine kleine, vertikale Falte sitzt. Ebenfalls auffällig ist die kurze, jedoch breite Schnauze sowie eine deutlich abfallende Stirnpartie. Zähne besitzt diese Art nur im Unterkiefer (je zwei bis sieben Zähne je Kieferhälfte), der Oberkiefer hingegen birgt nur verkümmerte Zahnrudimente. Entsprechend an diese Umstände angepasst ernährt sich der Rundkopfdelfin vornehmlich von weichen Kopffüßern und Fischen.

Der Körper selbst ist je nach Alter unterschiedlich gefärbt, im Bauchbereich in der Regel etwas heller und reicht von hellem Silbergrau in der Jugend über Dunkelgrau und Braun bei reiferen Tieren bis hin zu einer verblassenden Färbung bei Alttieren, die sogar fast weiß sein können. Markant ist, dass weitestgehend alle männlichen Tiere Narben besitzen, die aus Kämpfen mit Artgenossen und Beutetieren stammen. Der Rundkopfdelfin erreicht eine Größe von bis zu 3,8 Metern und ein Maximalgewicht von 650 kg. Die Finne dieser Art ist zumeist sichelförmig und auffallend groß, ebenso wie die Flipper, die vergleichsweise schmal sind und spitz zulaufen. Die Fluke besitzt eine tiefe Einkerbung.

Generell gilt der Rundkopf-Delfin als scheu. Zwar hält er sich in der Nähe von Schiffen auf und begleitet auch langsamere Schiffe, er wird aber nur selten beim Bugwellenreiten beobachtet. Stattdessen zeigt sich sein aktives Verhalten durch die häufige Darstellung seines vielfältigen Lautrepertoires oder das Schlagen mit Flippern und Fluke.

Das sogenannte „Porpoising“ – ein blitzartiges Auftauchen während des schnellen Schwimmens – wird ebenso bei ihm beobachtet wie das „Spy-hopping“, bei dem das Tier teilweise bis zu den Flippern aus dem Wasser ragt. Die Schulen mit üblicherweise 20 bis 100 Tieren zeigen sich bisweilen in einer Art Synchronschwimmen mit gleichmäßigen Abständen und gleichzeitigen Sprüngen mehrerer Tiere.

Innerhalb der Gruppenverbände scheint es dabei durchaus zu Machtkämpfen zu kommen, wie die typischen Narben des Rundkopfdelfins aufzeigen. Dennoch sind die Gruppenverbände offenbar sehr stabil und das Sozialgefüge der Gruppe dem des großen Tümmlers ähnlich, mit dem er sich bisweilen auch paart. Über den generellen Umgang innerhalb der Rundkopfdelfin-Schule ist jedoch wenig bekannt. Wie Grindwale und große Tümmler ist auch der Rundkopf-Delfin häufig an Massenstrandungen beteiligt, da die Echoorientierung dieser Tiere in flacheren Gewässern nur eingeschränkt funktioniert.

Über die Fortpflanzung und die Entwicklung des Rundkopfdelfins weiß man bis heute wenig. Man vermutet aufgrund von Größe und Färbung der Muttertiere, dass mit ungefähr 13 Jahren die Geschlechtsreife einsetzt. Die Paarungszeit liegt im Frühsommer, die Kälber kommen im Sommer nach 13 bis 14 Monaten mit einer Größe von ungefähr 1,2 Metern zur Welt.