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Stundenglasdelfin

Der dritte Vertreter der Kurzschnauzendelfine der südlichen Hemisphäre wird vom Stundenglasdelfin (Lagenorhynchus cruciger) besetzt, der ausschließlich in den Meeren des Südpols zu finden ist. Damit stellt er zusammen mit dem südlichen Glattdelfin die am südlichsten lebenden Delfine der Weltmeere. Mit diesem verwechseln kann man den Stundenglasdelfin jedoch nicht, da der südliche Glattdelfin (Lissodelphis peronii) keine Finne besitzt. Die meisten Sichtungen erfolgen innerhalb eines Gürtels von rund 100 km um die Eisgrenze herum, beispielsweise im Süden Neuseelands, seltener auch in flacheren Gewässern.

Die Optik dieser Delfinart ist unverwechselbar. Der Delfin ist fast schwarz bis dunkelgrau, besitzt einen weißen Bauch sowie zwei weiße Flecken an jeder Flanke, die miteinander derart verbunden sind, dass die Form an ein Stundenglas erinnert. Diese Färbung hat dem Stundenglasdelfin bei den Seeleuten auch den Spitznamen “Seeskunk” eingebracht. Die erreichbare Größe liegt bei 1,8 Metern, das Gewicht bei bis zu 120 kg. Die Flipper sind gebogen, spitz und relativ lang. Die Finne ragt sichelförmig und groß auf, die Fluke ist gekerbt.

Aufgrund fehlender Forschungsergebnisse weiß man über das Leben der Stundenglasdelfine nicht viel. Ihre Schulen sind jedoch mit sechs bis 10 Tieren verhältnismäßig klein und Gruppenverbände von bis zu 60 Tieren waren bisher die größten, die gesichtet werden konnten. Er scheint sich jedoch auch mit anderen Kleinwalen gut zu verstehen und wird entsprechend oft mit dem Glattdelfin, aber auch mit Grindwalen oder Zwergwalen beobachtet. Die Nahrung besteht aus vorrangig aus Fischen. Das Paarungsverhalten und die Kälberaufzucht sind nahezu unbekannt.

Gegenüber dem Menschen verhalten sich Stundenglasdelfine neugierig, offen und verspielt. Sie sind als eines der wenigen Exemplare der Tierwelt in der Lage, sich um ihre eigene Längsachse zu drehen, was sie im Wasser ebenso unter Beweis stellen, wie beim Springen. Auch das Bugwellenreiten ist häufig zu beobachten.

Durch ihren antarktischen Lebensraum wurde diese Art als eine der wenigen nie gezielt gejagt oder durch die Fischerei bedroht. Allerdings macht dem Stundenglasdelfin neben der Verschmutzung der Meere auch der Klimawandel deutlich zu schaffen.