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Weißschnauzendelfin

Der Weißschnauzendelfin (Lagenorhynchus albirostris) ist ausschließlich in den kühlergemäßigten und subarktischen Breiten des Nordatlantiks und angrenzenden Gewässern, beispielsweise Nord- und Ostsee, zu finden. Im Frühjahr wandern diese Tiere nordwärts, nicht selten bis an den Rand des Packeises, während sie sich im Winter eher in die gemäßigten Zonen des Atlantiks bewegen. Entsprechend gilt der Weißschnauzendelfin als der am nördlichsten angesiedelte Vertreter seiner Gattung. Generell bevorzugen sie die freien Meeresgewässer, werden aber bisweilen auch in Küstengebieten gesichtet.

Namensgebend für diese Art ist die helle, oft cremefarbene oder weißliche, bisweilen auch grau melierte kurze Schnauze, die sich jedoch deutlich vom restlichen Schädel des Delfins absetzt. Am Rücken sowie den Flanken hat der Weißschnauzendelfin eine dunkle Färbung, die von Dunkelgrau bis Schwarz reicht. Die Flanken werden zudem von einem hellen Streifen geziert, die Unterseite ist in der Regel weißlich oder meliert. Die Flipper und die Finne sind sehr dunkel, fast schwarz gefärbt, wobei die Finne sichelförmig ist. Die Flipper setzen breit an, verlaufen dann jedoch schlank und am Ende leicht abgerundet bis spitz aus. Die Fluke besitzt eine gebogene Hinterkante und ist tief gekerbt.

Ausgewachsene Tiere dieser Spezies erreichen eine Größe von 2,5 bis 2,8 Metern. Mit 88 bis 93 Wirbeln besitzt diese Art die größte Wirbelzahl aller bekannten Wale. Männliche Weißschnauzendelfine sind zumeist größer und schwerer als die Weibchen und können bis zu 300 kg auf die Waage bringen. Kälber kommen wahrscheinlich mit einer Größe von ungefähr 1,2 Metern im Früh- oder Hochsommer zur Welt. Genauere Daten über die Geburten, das Alter bei der Geschlechtsreife, das Maximalalter oder weitere Entwicklungsstufen im Leben dieser Tiere gelten jedoch als nicht einwandfrei geklärt.

Über das Sozialgefüge der Weißschnauzendelfine weiß man jedoch, dass sie in Schulen mit einigen hundert bis 1.500 Tieren zusammenleben, die bisweilen auch gemeinsam mit anderen Delfinen wie dem Großen Tümmler, dem Weißseitendelfin oder sogar Großwalen wie den Finnwal gesehen wurden. In der Paarungszeit sowie für die Jagd teilen sich diese großen Schulen jedoch in kleine Schulen von sechs bis 30 Tiere auf, um kleinere Schwarmfische, Krebstiere oder Tintenfische zu jagen.