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Gattung Orcinus

Die Gattung Orcinus besteht nur aus einer Delfinart, welche jedoch die größte unter den Delfinen und den Zahnwalen im Allgemeinen darstellt: Gemeint ist der Orcawal oder große Schwertwal, bisweilen auch als Killerwal bezeichnet. Seine wissenschaftliche Bezeichnung lautet Orcinus orca.

Der Orca ist auch auf große Entfernungen hin leicht zu identifizieren. Der Kopf ist abgeflacht mit kurzer Schnauze. Der stämmige Körper ist vornehmlich schwarz, besitzt an der Unterseite vom Unterkiefer bis zur Unterseite der großen Fluke beginnend eine weiße Färbung sowie einen weißen Fleck hinter dem Auge. Die Flipper sind groß und paddelförmig. Hinter der großen Finne (bis zu 1,8 Meter bei Männchen) findet sich ein bei jedem Exemplar individueller Sattelfleck, ein grauer Fleck, welcher in Position und Form einem Sattel ähnelt und auch zur Erforschung einzelner Individuen eingesetzt wird. Männliche Tiere werden bis zu 9 Meter groß und 9 Tonnen schwer, weibliche hingegen nur bis zu 7 Meter bei bis zu 5 Tonnen. Dafür haben die Weibchen mit bis zu 90 Jahren eine auffallend höhere Lebenserwartung gegenüber den Männchen mit rund 50 Jahren.

Das Sozialgefüge des großen Schwertwals ist mit dem anderer Delfinarten vergleichbar. Auffallend ist jedoch, dass einzelne Schulen unterschiedliche Nahrung bevorzugen und die entsprechend ausgerichtete, raffinierte und vielfältige Jagd, die innerhalb der Schule von den älteren an die jüngeren Tiere weiter gegeben werden.

Schulen, die sich auf Schwarmfische als Nahrung spezialisiert haben, betäuben die Fische durch ihren Flukenschlag, andere treiben die Schwärme in selbst produzierte „Luftnetze“. Bei der Jagd auf andere Kleinwale finden Treibjagden statt, bei welchen das Beutetier erst angegriffen wird, wenn es erschöpft ist. Andere Schulen hingegen ertränken ihre Beutetiere, indem sie sie am Erreichen der Wasseroberfläche hindern.

Auch Robben und Pinguine gehören zu den Beutetieren, die auf diese Weise gejagt werden. Erreichen diese jedoch das rettende Ufer, beispielsweise eine Eisscholle, so verbünden sich die Orcas, um diese mittels gezielter Wellen von der Eisscholle herunter zu spülen. Für den Möwenfang hingegen wurden Fälle beobachtet, bei denen ein Orca Fleischreste als Köder auslegte, um die Möwe darunter zu erwarten.

Gleichzeitig gilt der raffinierte Jäger als verspielter Springer, der auch in Aquarien und Delfinshows mit seinen intelligenten Kunststücken auf große Beliebtheit stößt.