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Süßwasserdelfine

Bisweilen findet man in Aufstellungen der Delfinarten auch Hinweise auf die Süßwasserdelfine, auch Flussdelfine genannt. Unter dieser Bezeichnung werden vier verschiedene, zumeist seltene Tierarten zusammengefasst, die im Süßwasser leben. Sie werden eigenständigen Gattungen zugeordnet, zählen jedoch nicht zur Familie der Delfine.

Der Amazonasdelfin (Inia geoffrensis), auch Boto genannt, ist in den Seitenarmen der Flüsse Südamerikas heimisch. Das 2 bis 3 Meter lange Tier mit seinen Unterarten Orinocodelfin und Madeiradelfin wird bis zu 300 kg schwer und als einzelgängerisch beschrieben. Die Färbung ist silbergrau (Jungtiere) bis leicht rosafarben (alte Tiere), der Kopf ist rundlich mit sehr kleinen Augen und einem langen, schmalen Schnabel versehen. Seine Nahrung besteht aus kleinen Fischen.

Der Baji oder Chinesische Flussdelfin (Lipotes vexillifer) findet sich ausschließlich im Jangtse-Fluss Chinas. Derzeit ist seine Population noch unbekannt, man vermutet jedoch, dass nur noch einzelne Exemplare leben könnten, wahrscheinlicher ist jedoch, dass er ausgestorben ist, da seit dem Jahr 2004 nicht mehr gesehen wurde. Diese Art erreicht Maße von bis zu 2,5 Metern und 160 kg, die Männchen sind jedoch zumeist kleiner als die Weibchen. Die Färbung reicht von Blassgrau bis Blau an Kopf, Rücken und Flossenoberseite, sowie einem Weiß an den Unterseiten. Der Schnabel ist lang und schmal sowie leicht nach oben gebogen. Mit kleinen, verkümmerten Augen ist er auf die Orientierung mittels Sonarsystem angewiesen.

In Südasien, in den Flusssystemen des Ganges ist der Gangesdelfin (Platanista gangetica, Unterart Indusdelfin, Platanista gangetica minor) heimisch. Er wird bis zu 3 m lang, 100 kg schwer und besitzt eine lange, schmale Schnauze, die leicht aufwärts gebogen ist und verkümmerten Augen. Die Körperfärbung ist dunkelgrau an der Oberseite, die Unterseite etwas heller. Seine Nahrung besteht aus Fischen und wirbellosen Flusstieren.

Der La-Plata-Delfin (Pontoporia blainvillei) nimmt eine Sonderstellung unter den Flussdelfinen ein, da er lange Zeit irrtümlich als im Fluss lebender Süßwasserdelfin angesehen wurde. Tatsächlich jedoch ist der graue, bis 1,5 Meter kleine Flussdelfin ein zierlicher Salzwasserbewohner, der sich im Delta des Rio de la Plata und entlang der Atlantikküsten von Fischen, Kalmaren und Krebstieren ernährt. Er hat den für Flussdelfine typischen, lang gezogenen schmalen Schnabel und lebt scheu und zurückgezogen von den Menschen, wodurch nähere Kenntnisse über seine Lebensweise fehlen.