Delfin bei den Menschen

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Die Geschichte von Delfin und Mensch dürfte weiter in die Vergangenheit reichen, als dem Menschen bewusst ist. Allein der hohe Stellenwert des Delfins in der antiken Welt zeigt, in welchem Ausmaß der Delfin geliebt, geschätzt und bewundert wurde – teilweise bis heute.

Delfine und der Mensch

Doch was des Menschen Auge und seine Gedankenwelt erfreut, heißt für die Delfine nicht immer nur Gutes. Zahlreiche Delfine haben durch den Menschen und sein fehlendes Verständnis für die Bedürfnisse dieser Wildtiere gelitten. Delfine fallen als Kleinwale nicht unter das Walfangverbot. Der Schutz der Tiere durch die Aufnahme der verschiedenen Arten in die Rote Liste der gefährdeter Tierarten hilft dem Delfin bei der weiterhin andauernden Verschmutzung der Weltmeere und als „ungewollter Beifang“ der Fischerei nicht wirklich weiter.

Nicht zuletzt ist aus rationaler Sicht auch die Liebe zu dem Tier Delfin unverständlich, wenn der Mensch ihn in Gefangenschaft hält, um seine Kunststücke in Delfinarien vorzuführen oder unter dem Deckmantel des therapeutischen Anspruchs einen Streichelzoo aus dem Aquarium macht.

Offenheit

Die Familie der Delfine zeigt uns bis heute ihre Offenheit, wenn sie vorbeifahrende Schiffe mit ihrem Ritt auf den Bugwellen begleitet und mit lustigen Sprüngen und Pfiffen auf sich aufmerksam macht. Auch Taucher berichten häufig von positiven Kontakten mit diesen Meeresbewohnern, die freiwillig auf sie zu kommen, da sie von Natur aus neugierig und verspielt sind.

Die Betonung liegt dabei auf „freiwillig“. Der Delfin bietet dem Menschen seine Freundschaft – ein Grund mehr, einige Hintergrundaspekte bei dem Kontakt mit diesen Tieren zu beachten und dem intelligenten Wesen Delfin den notwendigen Respekt zu zollen.

Tierischer Therapeut Delfin

In den vergangenen Jahren kam der Delfin auch immer wieder über die Delfintherapie ins Gespräch. Die Meinungen spalten sich über diese Art und Weise der Therapie, die vorrangig für Menschen mit seelischen und geistigen Erkrankungen Anwendung findet. Dies gilt insbesondere für Kinder mit Autismus oder dem Down-Syndrom, bei denen das Gehirn nicht in der Lage ist, wie ein gesunder Mensch die Aufmerksamkeit derart gezielt zu bündeln, dass ein Lerneffekt entstehen kann.

Delfin Therapien

Die Befürworter solcher Therapien sprechen von gewaltigen Entwicklungsschüben und der Lösung von Blockaden durch die Therapie mit dem Delfin. Tatsächlich jedoch sind es zumeist die Medien, die „Wunderheilungen“ aus diesen Berichten machen. Faktisch wird der therapeutische Erfolg durch die Anregung der Aufmerksamkeit gesehen, die der Delfin eher zu binden vermag als andere Reize. Der Therapeut „belohnt“ sozusagen die aktive Teilnahme und Aufmerksamkeit des Patienten mit der spielerischen Einbindung des Delfins.

Artgerechte Haltung in Gefangenschaft möglich?

  • Genau diese Art der Belohnung sehen dabei die Kritiker der Delfintherapie skeptisch.
  • Aufgrund der zumeist in Gefangenschaft lebenden Delfine stellt sich insbesondere Tierschützern die Frage nach der Freiwilligkeit der Mitarbeit des Tieres.
  • Man weiß heute, dass eine gute und artgerechte Haltung der aktiven Tiere nicht in Gefangenschaft möglich ist.

Hierbei steht häufig auch die Frage im Raum, ob andere Tierarten, beispielsweise Hunde, Katzen und Pferde, nicht einen vergleichbaren Effekt hervorrufen können, der lediglich durch das warme Wasser beim Delfinschwimmen verstärkt würde.

Therapiezentren

Einige Therapiezentren haben entsprechend umgerüstet und arbeiten entweder mit frei lebenden Tieren in Meeresbuchten – wobei dann die Mitarbeit des Delfins an der Therapie nicht gewährleistet ist – oder zumindest mit eingezäunten Buchten, in denen die Tiere eine möglichst naturnahe Umgebung finden.

Dennoch bleibt zu bedenken, dass auch Delfine, so freundlich sieauch wirken, Wildtiere sind – mehr noch, sie sind Raubtiere, die, wenngleich dem Menschen in der Regel wohl gesonnen, unberechenbar und wild bleiben.