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Der Delfin in Gefangenschaft

Als Wildtier ist jede Gefangennahme von Delfinen bedenklich und sollte entsprechend dem Nutzen für beide Seiten geprüft werden. In der Regel ist es jedoch einzig der Mensch, der von der Gefangennahme des Delfins profitiert – sei dies nun zu wissenschaftlichen Forschungszwecken oder zu Zwecken der Unterhaltung in den Medien oder in Delfinshows.

Die Wege in die Gefangenschaft sind dabei zumeist unabhängig von der Art des Delfins recht ähnlich. In der Regel sind es Walfänger, die in der Vergangenheit ebenso wie in der Gegenwart besonders schöne Tiere aus den Fängen für den Verkauf an diverse Kunden auswählen. Einige Exemplare haben dabei auch in den Medien eine große Bekanntheit erreicht, beispielsweise der Delfin „Flipper“, ein Großer Tümmler, dessen Auftritte in der gleichnamigen Serie das Bild vom Delfin als Wildtier idealisierten und verklärten. Tatsächlich musste der Filmstar von mehreren Delfinen verkörpert werden.

Die meisten Delfinarten überleben diese Art der Gefangennahme nicht länger als wenige Wochen oder Monate. Sie sterben aufgrund von Nahrungsverweigerung, ungewohntem Stress, durch die gravierenden Veränderungen im Sozialgefüge. Doch auch bei häufiger überlebenden Delfinarten wie dem Großen Tümmler, dem Schwertwal oder dem Gemeinen Delfin sind vielfältige Problemaspekte vorhanden. Risiken sind etwa die Entstehung von Verhaltensauffälligkeiten des Delfins, die ein friedliches Miteinander der Tiere nicht möglich machen. Auch Krankheiten durch ungewohnte Bakterien oder Viren sowie Verunreinigungen in den Wasserbassins aufgrund falscher oder unzureichender Filterungen können auftreten. Zu kleine Wasserbecken schränken zudem den Bewegungsdrang der Tiere ein, die durch das spielerische Training als Beschäftigungstherapie die Problematik nur bedingt auffangen können.