Sozialverhalten der Delfine

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Das Sozialverhalten der Delfine bot sehr früh Anhaltspunkte zu Spekulationen in bezug auf eine hohe Intelligenz. Die typischen Verhaltensarten der Delfine dürften wohl einer der Aspekte für ihr hohes Ansehen in der Antike gewesen sein. Einige Arten weisen dabei nicht nur ein komplexes Sozialgefüge innerhalb der Delfingruppe auf, sondern binden dabei auch den Menschen ein.

Verhalten und Lebensweise der Delfine

Die meisten Delfine leben in Gruppenverbänden, die auch als Schulen bezeichnet werden. Kleinere Schulen sind zumeist unter der Führung eines weiblichen Delfins zusammengefasste Familienmitglieder. Bisweilen schließen sich solch kleineren Schulen (bis zu 20 Tiere) auch weiteren Schulen an.

  • Innerhalb kleiner Schulen und in engen Bindungen bei Familienmitgliedern findet man auch ein soziales Miteinander, welches die Unterstützung kranker und verletzter Tiere mit einbezieht.
  • Persönliche Bindungen unter einzelnen Delfinen verschiedener Schulen können dabei ursächlich für die Verbindung der beiden Gruppen sein.
  • Entfallen die Kontaktpersönlichkeiten, bricht auch der Gruppenverband auseinander in die ursprünglichen Schulen.

Charaktereigenschaften der Delfine

Delfine sind neugierig, verspielt und gelehrig. Sie vereinen die Nahrungssuche und ihr Jagdverhalten mit Spiel. Sie reiten auf den Bugwellen größerer Schiffe und springen über das Wasser, wodurch sie einerseits ihre Geschwindigkeit erhöhen, andererseits einen besseren Überblick erlangen, wo sie auf der Suche nach Nahrung fündig werden könnten.

So können sie beispielsweise über Möwenansammlungen Fischschwärme auf weitere Entfernungen ausmachen.

Jagdverhalten

Des Weiteren üben sie spielerisch die Jagd innerhalb der Gruppe, beispielsweise mit auf dem Meeresboden gefundenen Utensilien (z.B. Schwämme, Steine, Muschelschalen), mit denen sie „Ball“ zu spielen scheinen. Jungtiere werden dabei von ihren Müttern geschult.

Bei der eigentlichen Jagd nutzen sie dies anschließend, um Fische beispielsweise auf eine Sandbank zu treiben, wo sie einfacher zu fangen sind. Generell passen sich der Delfin und die Schule in ihrem vielfältigen Jagdverhalten stets den Umgebungsverhältnissen an und reagieren mit einer geeigneten Jagdform, häufig jedoch nach koordinierten Verhaltensmustern innerhalb der Gruppenverbände.

Kommunikation der Delphine untereinander

Darüber hinaus sind Delfine sehr kommunikationsfreudig gegenüber ihren Artgenossen und den Menschen. Über verschiedene Laute (Klicklaute, Pfeifen, Schnattern) und Körpersprache verständigen sich die Delfine miteinander.

Bei enger Bekanntschaft schließen Delfine auch den Menschen als „Gesprächspartner“ mit ein. Faszinierend und in der Tierwelt einzigartig ist dabei die Erkenntnis deutsch-britischer Forscher, dass Delfine sich untereinander mittels unterschiedlicher Pfeiflaute „ansprechen“, wobei allein der „Angesprochene“ auf diesen individuellen Pfeiflaut reagiert. Man könnte dies auch als Nutzung eines Namens interpretieren.

Delfinartige: Eine Familie

Die Familie der Wale wird in Zahnwale und Bartenwale unterschieden, wobei die Zahnwale grundlegend in neun Familien untergliedert sind.

Zahnwale sind im Vergleich zu Bartenwalen deutlich kleiner, sie sind jedoch schnelle Schwimmer, die zumeist in Gruppen leben und hier ein faszinierendes Sozialverhalten aufweisen. Teilweise werden die einzelnen Zahnwalfamilien verschiedenen Überfamilien zugeordnet. Eine dieser Überfamilien ist die Familie der Delfinartigen.

Delphinoidea

Die Delfinartigen (Delphinoidea) fassen drei der neun Zahnwal-Familien zusammen:

  • Die Delfine (Delphinidae)
  • Die Gründelwale (Monodontidae)
  • Die Schweinswale (Phocoenidae)

Während Gründelwale jedoch nur zwei Arten und die Schweinswale sechs Arten umfassen, verfügen die Delfine mit über 30 Unterarten in sechs Unterfamilien über die größte Artenvielfalt.

In der Vergangenheit zählte man auch die Flussdelfine zu den Delfinartigen, heute ist dies jedoch nur noch bedingt üblich. Wissenschaftlich ist auch die Zusammenfassung der Flussdelfine nicht haltbar, da diese vier Arten sich unabhängig voneinander entwickelten.

Einige Spezies der Delfinartigen sind heute bereits vom Aussterben bedroht oder wurden aufgrund des Einflusses des Menschen auf das ökologische System des Meeres in ihrem Freiraum deutlich eingeschränkt.