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Vogel Gleichgewichtssinn

Vögel besitzen einen natürlichen Gleichgewichtssinn. Dieser befindet sich zweimal im Vogelkörper – zum einen direkt im Innenohr und zum anderem im Bereich des Beckens. Der Gleichgewichtssinn im Innenohr garantiert die Flugorientierung, der im Becken die aufrechte Haltung der Tiere, vor allem auch während der täglichen Schlafphasen.

Die Anatomie der Vögel ist grundsätzlich auf eine waagrechte Haltung ausgelegt. Dies erscheint logisch, betrachtet man sich den Körperbau der meisten Vogelarten näher. Ein äußerst großer Kopf mit einem oft überdimensional großen Schnabel steht einem leichten Schwanzgefieder gegenüber. Somit wäre ein Kippen des Körpers nach vorne nur normal.

Die Ornithologen haben hierzu jedoch erforscht, dass im äußeren Bereich des Rückenmarks spezielle Nervenzellen liegen, die einen erweiterten Gleichgewichtssinn entstehen lassen. So genannte bogenförmige Flüssigkeitsansammlungen in unmittelbarer Nähe der Wirbelsäule ermöglichen den körperlich perfekten Ausgleich und dadurch das Gleichgewicht. Es kann als eine Art der Nervenreizung durch Bewegung verstanden werden. Diese ist zusätzlich an die Gehirnzellen gekoppelt und kann durch den Vogel eigenständig ausgeglichen bzw. korrigiert werden.

Um letztendlich aber einen ruhigen Schlaf des Vogels zu ermöglich, müssen die Reflexzonen der Füße ebenfalls perfekt funktionieren. Dies geschieht durch das instinktive Greifverhalten am ausgesuchten Schlafplatz, das durch den eigenen Körperdruck aktiviert wird. Um einem Krampfverhalten entgegen zu wirken, ist das Greifverhalten solange entspannt, bis der Vogel eine Lockerung vornimmt. Erst dann setzt erneut der automatische Reflexmechanismus ein.

Im Zusammenspiel zwischen dem Gleichgewichtssinn und dem Greifreflex ist es den Vögeln problemlos möglich, sich beispielsweise auf einem sich im Wind wiegenden Ast zu halten. Voraussetzung hierbei ist natürlich immer eine gesunde Muskulatur und keine Verletzung der Füße oder Krallen.