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Gesangskanarien

Der Gesangskanarienvogel wird im Volksmund Harzer Roller oder Edelroller genannt. Diesen namentlichen Ursprung bekam er aufgrund seiner einst ausgefeilten Linienzucht im deutschen Harzgebiet. Gerade in Sankt Andreasberg, wo ein wunderschönes Gesangskanarien-Museum steht, erlebte die Gesangskanarienzucht ihren absoluten Höhepunkt. An dieser Stätte kann die interessante Geschichte und Tradition des Edelrollers wunderbar nachvollzogen werden.

Die Bergmannszunft hat sich viele Jahre stets auf den fröhlichen Vogelgesellen verlassen, da er die Bergmänner immer vor giftigen, aus den Stollen austretenden Gasen warnte. So manches Menschenleben wurde dadurch gerettet und so kam es, dass die Vögel tagtäglich mit den Arbeitern in die Berge zogen und ihre Schicht verrichteten.

Das besondere Kennzeichen der Gesangskanarien ist darin zu sehen, dass er mit geschlossenem Schnabel sein Vogellied vorträgt. Die Strophen werden dabei Hohl, Knorre, Klingel und Pfeife genannt. Vor allem die Hohlrolle stellt dabei mit einem rollenden R den wichtigsten Liedteil dar. Kommt es zwischendurch zu einem so genannten Gluckengesang, kann dies zu Abzugspunkten in der Bewertung führen.

Das Trainieren des Gesangs erfordert viel Zeit und Geschick seitens der Züchter sowie ein ausgesprochen feines Gehör, um eventuelle Nebentouren genauestens zu erkennen. Während der Trainingsphase darf der Gesangskanarienvogel nicht mit anderen Vogelarten zusammenkommen, da sich sonst das Liedgut nachteilig verändert. Das Gesangstraining ist mehrmals täglich durchzuführen.

Neben dem Liedgut des Harzer Rollers wird noch nach den Strophen des spanischen Timbrados sowie dem belgischen Wasserschläger unterschieden. In erster Linie wird für die Liedstrophe sowieso der Gesang des Männchens eingesetzt, da Weibchen weniger melodische Liedfolgen singen. Bis aber auch ein Männchen die vollständige Stimmleistung erbringen kann, muss er zwischen 250 und 300 Tagen alt sein.