Vogel Sinne & Körper

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Vögel haben es als Tierart geschafft, bei den Menschen eine Sonderstellung, die mit großem Respekt einhergeht, einzunehmen. Nicht umsonst ist die Symbolik von Vogelarten in vielen Ländern sehr ausgeprägt. Allein die Friedenstaube ist zu einem international verständlichen Symbol avanciert. Aber auch Nationalflaggen, überregionale Labels, zahlreiche religiöse Motive und vieles mehr weisen auf Vogelarten hin.

Vögel als Haustiere

Vögel haben einen hervorragenden Gleichgewichtssinn. Doch auch die anderen Sinne faszinieren uns Menschen. In jüngster Vergangenheit wurden einzelne Vogelarten auch deshalb zu Haustieren. Dazu zählt in unserem Kulturkreis heute überwiegend der Wellensittich, der Kanarienvogel und der Zebrafink. Gleichzeitig wurden die Vögel von den Menschen als Nutztiere eingesetzt.

Hühner, Gänse, Tauben und Puten werden oftmals ausschließlich für den Lebensmittelbedarf gezüchtet und gehalten. Der Kanarienvogel erfüllte eine ausgeprägte Sicherheitsfunktion im Bergbau und die Brieftaube wurde vor einigen Jahren noch als modernes Kommunikationsmittel geschätzt.

Haltung

Die Haltung von Vögeln in Gefangenschaft ist in vielen Haushalten üblich. Vor allem für Kinder unterschiedlichster Altersgruppen ist der Vogel ein geselliger Freund geworden. Zumal gerade Sittiche und Papageien einen enormen Spieltrieb entwickeln und äußerst intelligent sind.

Die Vogelhaltung von mehreren Exemplaren ist jedoch eher als artgerecht anzusehen, da Vögel von Natur aus in Schwärmen leben. Und auch in nahezu allen Zooanlagen werden überwiegend exotische Vögel mit großer Bewunderung von den Besuchern bestaunt.

Vogel Gleichgewichtssinn

Vögel besitzen einen natürlichen Gleichgewichtssinn. Dieser befindet sich zweimal im Vogelkörper – zum einen direkt im Innenohr und zum anderem im Bereich des Beckens. Der Gleichgewichtssinn im Innenohr garantiert die Flugorientierung, der im Becken die aufrechte Haltung der Tiere, vor allem auch während der täglichen Schlafphasen.

Gleichgewichtssinn der Vögel: Waagrechte Haltung

Die Anatomie der Vögel ist grundsätzlich auf eine waagrechte Haltung ausgelegt. Dies erscheint logisch, betrachtet man sich den Körperbau der meisten Vogelarten näher. Ein äußerst großer Kopf mit einem oft überdimensional großen Schnabel steht einem leichten Schwanzgefieder gegenüber. Somit wäre ein Kippen des Körpers nach vorne nur normal.

Die Ornithologen haben hierzu jedoch erforscht, dass im äußeren Bereich des Rückenmarks spezielle Nervenzellen liegen, die einen erweiterten Gleichgewichtssinn entstehen lassen.

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Bogenförmige Flüssigkeitsansammlungen

So genannte bogenförmige Flüssigkeitsansammlungen in unmittelbarer Nähe der Wirbelsäule ermöglichen den körperlich perfekten Ausgleich und dadurch das Gleichgewicht. Es kann als eine Art der Nervenreizung durch Bewegung verstanden werden. Diese ist zusätzlich an die Gehirnzellen gekoppelt und kann durch den Vogel eigenständig ausgeglichen bzw. korrigiert werden.

Um letztendlich aber einen ruhigen Schlaf des Vogels zu ermöglich, müssen die Reflexzonen der Füße ebenfalls perfekt funktionieren. Dies geschieht durch das instinktive Greifverhalten am ausgesuchten Schlafplatz, das durch den eigenen Körperdruck aktiviert wird. Um einem Krampfverhalten entgegen zu wirken, ist das Greifverhalten solange entspannt, bis der Vogel eine Lockerung vornimmt. Erst dann setzt erneut der automatische Reflexmechanismus ein.

Im Zusammenspiel zwischen dem Gleichgewichtssinn und dem Greifreflex ist es den Vögeln problemlos möglich, sich beispielsweise auf einem sich im Wind wiegenden Ast zu halten. Voraussetzung hierbei ist natürlich immer eine gesunde Muskulatur und keine Verletzung der Füße oder Krallen.