Vogel Hörsinn und Intelligenz

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Immer wieder fragt sich der Mensch, ob alle Vögel Ohren haben. Diese Frage muss eindeutig mit „ja“ beantwortet werden. Im Innenohr der Vögel befindet sich zudem eines der beiden Gleichgewichtsorgane.

Hörsinn der Vögel: Können Vögel hören?

Bei Eulen sind die Ohren augenscheinlich gut sichtbar, bei Spatzen mit vollständiger Befiederung eher weniger. Doch ist es unumstritten, dass alle Vögel einen feinen Hörsinn besitzen. Dieser ermöglicht ihnen die Kommunikation untereinander sowie die Beutejagd bzw. ist zum persönlichen Schutz vorhanden.

  • Generell ist das Gehör der Vögel mit Federn umgeben und nicht wie beim Menschen mit einer Gehörmuschel.
  • Gerade bei den Eulen haben jedoch die langwachsenden Federn ausschließlich optisch etwas mit dem Gehör zu tun, jedoch nicht im eigentlichen Sinne mit dem Hören selbst.

Ohren unter dem Federkleid

Ansonsten sind die Ohren unter dem Federkleid der Vögel gut versteckt. Vielfach leicht schräg, etwas unterhalb der Augen. Der Federnkranz selbst bietet ein hervorragendes Schutzschild gegen Ohrenerkrankungen.

Normalerweise gelten die meisten Vögel als Augentiere. Der optische Sinn ist für den Flug der Wirbeltiere sehr wichtig. Dennoch weiß man ebenfalls heute, dass gerade Singvögel recht gut hören. Ihre Fähigkeit nutzen sie dazu einen Partner zu finden.

Revierabgrenzung und Ortung der Beute

Außerdem dient die Erzeugung von Lauten der Abgrenzung ihres Reviers. Es gibt übrigens Vogelarten, die das Gehör – wie bereits angedeutet dazu nutzen, ihre Beute zu orten. Eine Ohrmuschel wie beim Menschen würde den Vogel nur stören, da das Flugvermögen negativ beeinträchtigt werden würde. Manche Vogelarten wie Eulen besitzen abgestellte Federn, die zwar aussehen wie Ohren, jedoch keine Verbindung zum eigentlichen Gehör aufweisen.

Ohr Krankheiten

Die Ohren der Vögel bleiben aber nicht immer vor Krankheiten verschont. Bei Heimtieren kommt es hier bei Zugluft ab und an zu einer Art Erkältungskrankheit.

Auch Schädlinge können den Hörsinn schädigen. Die Behandlung von Ohrenerkrankungen beim Vogel ist für den Tierarzt relativ schwierig, da der Gehörgang nur schwer erreichbar und äußerst eng ist. Deshalb sollte seitens der Vogelhalter penibel darauf geachtet werden, dass Erkrankungsmöglichkeiten weitestgehend ausgeschlossen sind.

Intelligenz des Vogels

Die Intelligenz der Vögel lässt sich in deren natürliche Intelligenz sowie in das untergliedern, was Menschen allgemein unter nachahmender Intelligenz verstehen. So kann es zum Beispiel gelingen, einigen Vogelarten das Nachahmen von menschlichen Lauten und somit eine Art Sprechverhalten anzutrainieren. Besonders geeignet dazu sind Wellensittiche, Stare und einige Papageienarten.

Ebenfalls können sie gewisse Dressurstückchen erlernen. Auch hier übernehmen Papageien und Sittiche wieder eine gewisse Führungsposition in der Schnelligkeit des Erlernens. Nicht umsonst wurden sie dadurch zu beliebten Käfigvögeln.

  • Gleichzeitig wurde der Kanarienvogel jahrelang im Bergbau eingesetzt, da er die Bergmänner vor lebensbedrohlichen Gasen mittels Warnlaut warnte.
  • Auch erkannte der Mensch schnell, dass der Gesang des Kanarienvogels sehr melodisch ist und trainierte ihm in diesem Zusammenhang einige Liedstrophen an.
  • Gerade der Kanariengirlitz wurde auf diese Weise unverzüglich zum Haustier.

Dem entgegen steht die natürliche Intelligenz der Vögel, die eigentlich weitaus beeindruckender erscheint. Nicht nur die Nahrungsmittelaufnahme in verschiedensten Formen – z.B. fischen, jagen, usw. – ist als phänomenal zu bezeichnen. So können zum Beispiel Kolibris sich Ort und Zeit der jeweils eingenommen Mahlzeiten merken und dadurch einen gewissen Rhythmus einhalten – ähnlich der menschlichen Nahrungsaufnahme.

Geschicktes Flugverhalten

Aber auch das geschickte Flugverhalten, das bei einigen Arten mit dem Vogelzug in Zusammenhang steht oder die zahlreichen Schutzmechanismen gegenüber wildlebenden Angreifern sind erwähnenswert. Eine Beobachtung bei Raben ergab, dass sie sich neben Kadavern ebenfalls tot stellen, damit andere Vogelarten und auch Artgenossen meinen, das Fleisch sei verdorben.

Somit bleibt mehr von der Beute für das einzelne Tier übrig. Eine Tücke jedoch stellt das Jagdverhalten der Menschen dar, dem sich die Wildtiere nur schwer entziehen können. Beispiele hierzu sind Fangnetze, Vogelfallen und dergleichen.

Menschenähnliche Intelligenz

Doch Vögel können noch weitaus mehr, was sich durch ständige Untersuchungen verschiedener Universitäten und ornithologischer Institute beweisen lässt. Unter anderem wird den neuseeländischen Keas eine menschenähnliche Intelligenz attestiert.

Forscher aus Österreich interessieren sich aktuell für die soziale sowie technisch physikalische Intelligenz dieser Vogelart. Bei Tauben konnte durch einen anderen Versuchtest bereits nachgewiesen werden, dass sie ausgeprägte visuelle Fähigkeiten, die denjenigen des Menschen ähneln, besitzen.

Genau wie Ratten weisen Vögel also eine recht hohe Intelligenz auf. Diese kann je nach Vogelart recht stark variieren. Es macht jedoch Sinn, sich einmal mit dem Verhalten der Vögel auseinanderzusetzen. Auch in der Wissenschaft sollte den Vögeln ein höherer Stellenwert zuteil werden. Noch lässt die Forschung viel Spielraum übrig.