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Preisrichter

Die einzelnen Vogelvereinigungen bilden in der Regel eigenständige Preisrichter bzw. Zuchtrichter aus. Dies geschieht über einen Zeitraum von mehreren Jahren und erfordert seitens der Schüler ein hohes Engagement. Den Abschluss bildet eine Fachprüfung, bei der das gesamte Wissen zu einer Fachsparte abgefragt wird. Beispiele für Fachsparten sind unter anderem Preisrichter für Farben- und Positurkanarien, für Exoten, für Großsittiche und Papageien, für Wellensittiche, für Cardueliden – Mischlinge – Europäer, für Rassegeflügel, für Rassetauben, usw. Fragenkataloge mit bis zu 100 Fragen in Theorie, dem Verfassen eines Fachberichtes, ein freier Vortrag zu einem vorgegebenen Thema sowie das Preisrichtern von in etwa 50 Vögeln ist dabei sicherlich für eine Preisrichterprüfung als Durchschnittswert anzusehen. Wobei sich die Theorie aus allgemeinen Fragen zur jeweiligen Organisation, der Vererbungslehre, den einzelnen Vogelarten der Sparte sowie zugehörige Mutationen, Unterarten, Verbreitungsgebiete in der Wildbahn, usw. zusammensetzt.

Unter anderem müssen zur Ausbildung bereits vorab einige Kenntnisse aufgezeigt werden. Hierzu zählen erzielte Schauerfolge, der Nachweis über eine gewisse Züchtererfahrung, eigene Zucht, usw. Während der Ausbildung müssen in Theorie und Praxis verschiedene Termine nachgewiesen werden, die zur Prüfungszulassung als Bedingung gelten. Beispielsweise 5 x Hilfspreisrichter bei Vereinsschauen, 3 x Hilfspreisrichter bei Landesverbandsschauen sowie 1 x Hilfspreisrichter bei einer deutschen Meisterschaft.

Dieses strenge Reglement ist notwendig, da die Preisrichter später eine Zuchtauslese am Tier vornehmen. Somit muss gewährleistet sein, dass nur wirklich charakterlich und fachlich fähige Personen diese Tätigkeit ausführen. Des Weiteren werden die Preisrichter dazu verpflichtet, dass sie regelmäßig an Schulungen teilnehmen müssen. Schließlich ändert sich in Standardbeschreibungen und Vererbungskenntnissen immer etwas. Und der Preisrichter muss gegenüber den Züchtern ständig ausreichende Fachauskünfte geben können.

Will sich der Preisrichter später international bewähren, müssen meist nochmals Prüfungen in Kauf genommen werden. Die COM bildet hierbei den OMJ – Ornithologique Mondiale des Judges aus, den so genannten Weltpreisrichter einer Fachsparte. Die Kosten aller Preisrichterprüfungen sind vom künftigen Preisrichter selbst zu tragen. Ein Wiederholen der Prüfung bei Nichtbestehen ist je nach Vereinigung ein- bis zweimal gestattet.