Kanarienvogel Arten

Kanarienvogel

Der Kanarienvogel ist in seiner Wildform auf den kanarischen Insel beheimatet. Dort ist er als Kanarengirlitz in freier Wildbahn zu bewundern. Vor allem auf dem Teide, dem höchsten Berg der Kanaren auf der Insel Teneriffa, ist er zahlreich anzutreffen. Er gehört zur Gruppe der Singvögel, mit der Unterordnung der Finkenvögel bzw. Gattung der Girlitze. Es gibt einige Kanarienvogel Arten, drei werden hier näher vorgestellt.

Kanarienvogel – Merkmale und Haltung

Bereits seit über einem halben Jahrtausend wird der Kanarienvogel inzwischen als domestiziertes Haustier gehalten. Seine Einführung in adlige Hofkreise geschah zuerst bei den Spaniern im 15. Jahrhundert sowie anschließend am englischen Königshof.

Kanarienvögel sind äußerst lebendige Vögel, die einen wunderbaren Gesang aufzeigen. Das Kanarienlied hat sogar in sämtlichen Kulturkreisen seine Aufmerksamkeit geschenkt bekommen. Auch Goethe, Ende und weitere Persönlichkeiten widmeten ihm die eine oder andere lyrische Zeile.

Volierenhaltung

Aufgrund ihrer hervorragenden Verträglichkeit mit vielen Vogelarten sind sie in der Volierenhaltung ebenfalls oft anzutreffen und verpaaren sich ab und an in einer Mischlingszucht. In der Beliebtheitsskala unter den Vogelhaustieren rangiert der Kanarien direkt hinter dem Wellensittich.

Zumal auch er sehr zutraulich werden kann, gibt man sich genügend mit ihm ab. Generell jedoch ist der Kanarien ein wenig anspruchsvoller Vogel, der kaum auf Witterungsbedingungen reagiert und relativ robust gegen Erkrankungen ist.

Der Kanarienvogel selbst ist in der Hobbyzucht extrem stark eingebunden. Schließlich wird er hier in drei verschiedenen Spartenarten gezüchtet:

 
  • Gesangskanarien
  • Farbenkanarien
  • Positurkanarien

Die Zucht des Kanarienvogels beginnt regulär im Frühjahr, traditionell am Josephstag, dem 19. März. Allerdings wird bei modernen Züchtern inzwischen bereits im Spätherbst mit den ersten Bruten begonnen. Ein Männchen kann für mehrere Weibchen eingesetzt werden, die dann jedoch in einzelnen Zuchtkäfigen untergebracht sein sollten.

Kanarienvögel Zucht und Haltung

Kanarienvögel einer organisierten Zucht werden normaler Weise mit einem amtlich anerkannten Ring mit einem Durchmesser von 3 mm beringt. Diese Größe trifft auch auf den Gesangskanarienvogel zu. Positurkanarien werden je nach Rasse mit unterschiedlichen Ringgrößen beringt.

Die Fütterung des Kanarienvogels ist mit einer handelsüblichen Mischung hauptsächlich abgedeckt. Allerdings benötigt der Kanarienvogel viel Grünfutter, das in heimischen Wäldern und Wiesen problemlos gesammelt werden kann. Das Trinkwasser sollte mindestens zweimal am Tag frisch gereicht werden. Zudem ist es ratsam, im Käfig einen Gritstein anzubringen, an dem nach Belieben geknabbert werden kann.

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Kanarienvogel Arten

Die Positurkanarien werden umgangssprachlich auch als Gestaltkanarien bezeichnet und können auf eine inzwischen fast 300 jährige Tradition zurück blicken. Ihre Einteilung erfolgt nach kleinen glatten Rassen, großen glatten Rassen, gebogenen Rassen sowie Frisékanarien.

Positurkanarien

Zu den kleinen, glatten Rassen gehört unter anderem der Lizard, der Raza Espanol, der Fife Fancy und die Deutsche Haube. Zu den großen glatten Rassen beispielsweise der Norwich, der Crested und Crestbred sowie der Berner. Zu den gebogenen Rassen zählt man den Japan Hoso, Bossu Belge, den Münchner oder Rheinländer sowie den Scotch.

Und letztendlich zu den Frisékanarien werden die Süd- und Nordholländer gerechnet, die Pariser Trompeter, der Mehringer oder auch der Paduaner, usw.

Für nahezu jede Positurkanarienrasse hält der ausgebildete Preisrichter eine eigene Bewertungskarte bereit. Schließlich muss er explizit auf die einzelnen Merkmale eingehen. Die Bewertungsrichtlinien entsprechen dabei dem Gefieder inklusive Flügeln, der Haltung, der Form und Größe, teilweise der Farbe, der Frisurart, den Hauben, den Beinen und Füßen, der Kopfform und der Halsstellung, den Stützfedern, usw.

Verpaarung und Fortpflanzung der Positurkanarien

Bei den Positurkanarien ist bereits während der Verpaarung genauestens darauf zu achten, dass eventuelle Fehlbildungen strikt vermieden werden. Somit sollte sich nur ein bereits erfahrener Kanarienzüchter an die Positurkanarienzucht heranwagen.

Ebenfalls gilt anzumerken, dass neue Positurkanarienrassen, beispielsweise der Bayernpfeil, bereits einem großen Publikum vorgestellt wurden und um ihre internationale Anerkennung kämpfen. Hierzu muss die Rasse jedoch über mehrere Jahre gezüchtet und ausgestellt werden sowie eindeutige Merkmale aufzeigen, die sie als eigenständige Rasse definieren lassen.

Auch gilt für die Positurkanarien, dass ein Großteil der Rassen äußerst behutsam ins Schautraining eingewöhnt werden muss. Vielfach stehen hierzu spezielle Ausstellungskäfige, nach Rassen unterscheidend, zur Verfügung. Auch sind einige Rassen gesundheitlich empfindlich und sollten extreme Stresssituationen bzw. starke Temperaturschwankungen und dergleichen möglichst meiden.

Gesangskanarien

Der Gesangskanarienvogel wird im Volksmund Harzer Roller oder Edelroller genannt. Diesen namentlichen Ursprung bekam er aufgrund seiner einst ausgefeilten Linienzucht im deutschen Harzgebiet. Gerade in Sankt Andreasberg, wo ein wunderschönes Gesangskanarien-Museum steht, erlebte die Gesangskanarienzucht ihren absoluten Höhepunkt. An dieser Stätte kann die interessante Geschichte und Tradition des Edelrollers wunderbar nachvollzogen werden.

Die Bergmannszunft hat sich viele Jahre stets auf den fröhlichen Vogelgesellen verlassen, da er die Bergmänner immer vor giftigen, aus den Stollen austretenden Gasen warnte. So manches Menschenleben wurde dadurch gerettet und so kam es, dass die Vögel tagtäglich mit den Arbeitern in die Berge zogen und ihre Schicht verrichteten.

Kennzeichen und Merkmale des Gesangskanarienvogels

Das besondere Kennzeichen der Gesangskanarien ist darin zu sehen, dass er mit geschlossenem Schnabel sein Vogellied vorträgt. Die Strophen werden dabei Hohl, Knorre, Klingel und Pfeife genannt. Vor allem die Hohlrolle stellt dabei mit einem rollenden R den wichtigsten Liedteil dar. Kommt es zwischendurch zu einem so genannten Gluckengesang, kann dies zu Abzugspunkten in der Bewertung führen.

Das Trainieren des Gesangs erfordert viel Zeit und Geschick seitens der Züchter sowie ein ausgesprochen feines Gehör, um eventuelle Nebentouren genauestens zu erkennen. Während der Trainingsphase darf der Gesangskanarienvogel nicht mit anderen Vogelarten zusammenkommen, da sich sonst das Liedgut nachteilig verändert. Das Gesangstraining ist mehrmals täglich durchzuführen.

Neben dem Liedgut des Harzer Rollers wird noch nach den Strophen des spanischen Timbrados sowie dem belgischen Wasserschläger unterschieden. In erster Linie wird für die Liedstrophe sowieso der Gesang des Männchens eingesetzt, da Weibchen weniger melodische Liedfolgen singen. Bis aber auch ein Männchen die vollständige Stimmleistung erbringen kann, muss er zwischen 250 und 300 Tagen alt sein.

Farbenkanarien

Die Farbenkanarien werden in die Gruppierungen Melanien (Dunkelkomponente) und Lipochrom unterteilt. Auf diese Weise sind den Züchtern aktuell weit über 250 Farbschläge bekannt. Eine hauptsächliche Unterteilung kann dabei nach den Farben gelb, weiß, rot, schwarz und braun erfolgen.

Somit gilt die Schauklasseneinteilung in Form von Lipochromvögeln in gelb, weiß, rot – jeweils intensiver und nicht intensiver sowie albino und lutino Färbung. Und gleichermaßen der Melanineinteilung Schwarz-, Braun-, Isabel-, Phaeo-, Achat- und Satinetvögel sowie sonstiger neuer Farben.

Linienzucht

Für die Linienzucht der Farbenkanarien muss sich ein jeder Züchter ausgeprägte Kenntnisse in der Vererbungslehre aneignen. Ebenfalls sollte er sich mit der Federstruktur auseinander setzen, die für die Farbgebung maßgeblich entscheidend ist. Bei Farbenkanarien mit einer Intensivfärbung dringen die über die Nahrung aufgenommenen Carotinoide bis in die äußerste Federwurzel.

Auf diese Weise kann beispielsweise ein intensives Rot erzeugt werden, dass ohne Zusatzfutter wieder stark an Intensität nachlässt bzw. verblasst. Schimmelvögel hingegen können die Fettfarbe bei weitem weniger anzeigen, Mosaike sogar nur noch in einer Art Scheckenzeichnung. Kommt nun der Melaninfaktor hinzu, werden die sonst weißen Federstrukturen von Dunkeltönen, wie schwarz oder braun, usw. überzogen.

Bewertungsrichtlinien der Farbenkanarien

Die Bewertungsrichtlinien der Farbenkanarien orientieren sich an einer 100 Punkte Grenze. Davon entfallen für alle Farbschläge gleichermaßen 15 Punkte jeweils auf Gefieder sowie Form und Größe. 10 Punkte werden für die Haltung vergeben und 5 Punkte für den Gesamteindruck des Vogels.

Die Punktevergabe für einzelne Hauptfarben sowie Lipochrom und Melanin variieren zwischen 10 und 55 Punkten. Werden die Farbenkanarien dabei in einer Kollektion zu vier Vögeln ausgestellt, können nochmals zusätzlich bis zu 6 Harmoniepunkte erzielt werden. Eine anerkannte Bewertung von Schautieren darf ausschließlich durch einen geprüften Preisrichter einer überregionalen Organisation durchgeführt werden.