Wellensittich

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Die Wellensittiche stammen ursprünglich aus Australien und gehört zur Familie der Papageien, mit der Unterordnung der Plattschweifsittiche. Dort lebt er noch heute in seiner Wildform als verträglicher Schwarmvogel in grünem Federkleid mit gelbem Gesicht und blauen Schwanzfedern.

Wellensittich – Haltung und Lebenserwartung

Seinen Namen erhielt er einst aufgrund seiner wellenförmigen Zeichnung im Kopf- und im Rückengefieder. Erst im 19. Jahrhundert wurde der Wellensittich erstmals nach Europa eingeführt. Aktuell kann er als beliebtester Vogel in Käfighaltung bezeichnet werden. Vor allem für Kinder ist der Wellensittich ein idealer Gefährte, da er sich als schnell zutraulich und gelehrig erweist.

  • Die Unterscheidung der Geschlechter erfolgt aufgrund der Nasenhaut.
  • Bei Männchen ist diese blau gefärbt, bei Weibchen beige. Allerdings gibt es inzwischen Mutationen, bei denen dieses Kennzeichen nicht mehr auffällt – z.B. Albino oder Lutino.
  • Ein Weibchen zeigt teilweise in Brutstimmung ebenfalls eine leicht hellblaue Verfärbung.
  • Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Wellensittichs in Käfighaltung beträgt zwischen 7 und 10 Jahren.
  • Setzt allerdings eine optimale Pflege sowie genügend Freiflugphasen zur Stärkung der Muskulatur voraus.

Zucht und Haltung

Die Zucht der Wellensittiche ist in unseren Breitengraden sehr ausgeprägt und zugleich gesetzlich genehmigungspflichtig, unter anderem wegen der geltenden Psittakoseverordnung. Über 60 Farbschläge – von grün über gelb, bis blau und weiß – sind inzwischen beim Züchter sowie im Zoohandel erhältlich.

Besonders beliebt sind gescheckte Wellensittiche oder die Farbnuancen dunkelblau, violett sowie die Mutation Spangle. Der Standardwellensittich ist 26 cm groß, während die handelsüblichen Wellensittiche oftmals 10 cm in der Größe darunter liegen.

Richtiger Käfig für die Haltung

Ein Käfig dient nicht nur als Aufbewahrung, der Vogel – egal ob Nymphensittich oder Wellensittich sollte sich darin wohl fühlen. Er betreibt dort Nahrungsaufnahme, zieht sich zurück und schläft. Wichtig ist es deshalb, einen möglichst großen Käfig zu kaufen.

Dieser sollte nicht zu viel Spielzeug enthalten, denn Bewegungsmöglichkeiten sollten gegeben sein. Es gibt keine genauen Richtwerte für die Größe eines Käfigs. Er sollte jedoch immer so groß wie möglich sein.

 

Wellensittich-Paar: Hier sollte der Käfig im Optimalfall 100 cm lang, 50 cm breit und 80 cm hoch sein.

Agaporniden-Paar: Im Idealfall ist der Käfig für ein Agaporniden-Paar genauso groß, also 100 cm lang, 50 cm breit und 80 cm hoch.

Nymphensittich-Paar: Der Käfig für ein Nymphensittich-Paar sollte etwas größer sein. Am besten mindestens 120 cm lang, 60 cm breit und 80 cm hoch.

Es gilt eine Erhöhung der Fläche um noch einmal 25 % je zusätzliches Vogelpaar. Die Gitterstäbe müssen an minimal zwei Käfigseiten quer, also waagerecht verlaufen. An senkrechten Gitterstäben würden die Sittiche keinen Halt finden, sie klettern nämlich besonders gerne.

Der Abstand zwischen den Gitterstäben findet ebenfalls Beachtung, je nach Größe des Vogels. Füße und Schnabel sollten sich nicht einklemmen können. Die Abstände sollten aber auch nicht so groß sein, dass der Kopf hindurch passt. Die Abstände der Stäbe betragen bei Wellensittichen im Idealfall 12 mm.

Richtige Nahrung für Wellensittiche

Die Versorgung eines Wellensittichs ist relativ einfach, da er in erster Linie eine handelsübliche Körnermischung benötigt. Hinzu gereicht werden sollte jedoch frisches Obst und Salate aus ökologischem Anbau, Wasser und einmal die Woche kalter Kamillentee sowie Mineraliensand mit einer Gritmischung.

Die Nahrung des Wellensittichs sollte dennoch nahrhaft und abwechslungsreich sein. Es gilt zu vermeiden, dass ausschließlich Sämereien gefüttert werden. Der Wellensittich sollte täglich frisches Futter bekommen. Auch das Trinkwasser sollte jeden Tag gewechselt werden. Die Gefäße dafür gilt es dann ebenfalls zu reinigen.

Eine gesunde Ernährung besteht aus: Körnerfutter, Frischfutter, Trinkwasser und Nahrungsergänzungen. Da Wellensittiche Samenfresser sind, stellt Samenutter die Grundlage bei der Pflege und Fütterung eines Wellensittichs dar.

Woraus besteht gutes Futter?

Am besten besteht das Futter aus einer Auswahl diverser Samen und Hülsenfrüchte. Das Futter sollte frisch und ausgewogen sein. Als Faustregel nimmt man 5% Haferkerne, 25% Spitzsaat oder Glanzsaat, 25% Seilberhirse und der Rest besteht aus weiteren Hirsearten wie Japanhirse oder Platahirse.

Achten Sie darauf, dass Hülsen und Körner in den Napf fallen gelassen werden, wodurch noch vorhandenes Futter bedeckt wird. Ein bis zweimal täglich sollte man deshalb den Futternapf kontrollieren und von geschälten Hülsen bereinigen.

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Auf Krankheiten untersuchen

Trotz regelmäßiger Kontrollen und guter Hygiene kann es zu Vogelkrankeiten und Parasiten in der Wellensittich-Haltung kommen. Häufig haben Vögel mit einem Milbenbefall zu kämpfen. Die Parasiten werden dann beispielsweise mit Sand oder Einrichtungsgegenständen nach Hause geschleppt.

Unterschiedliche Milbenarten können den Vogel dann befallen. Einige ernähren sich von Hautschuppen, andere vom Blut des Vogels. Räudemilben beispielsweise nisten sich am Kopf des Vogels ein. Auch die Beine und die Kloakenregion kann später besiedelt werden. Wird ein Milbenbefall festgestellt, so gilt es unverzüglich einen Tierarzt aufzusuchen.

Wellensittich Pflege und Haltung zu zweit

Wellensittiche sollten idealer Weise mindestens zu zweit gehalten werden, damit sie ihren Spieltrieb und ihre Geselligkeit befriedigen können. Hauptsächlich aber werden die Haustiere einzeln gehalten und fordern deshalb eine größere Aufmerksamkeit seitens ihrer Besitzer.

Sonstige Sittiche

Neben den Wellensittichen und Nymphensittichen sind noch zahlreiche weitere Sitticharten bekannt und werden oftmals in Gefangenschaft gehalten. Generell versteht man unter einem Sittich ein langschwänzige Papageienart.

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Zumal Sittiche und Papageien im Erscheinungsbild ähnlich, allerdings weitaus kleiner sind. Dadurch auch die Fütterung meist feinkörniger ausgerichtet ist – so genanntes Großsittichmischfutter – da die Schnabelbildung somit ebenfalls filigraner ausgewachsen ist.

Neophemen und Bourksittich

Eine weit verbreitete Sittichgruppe stellen die Neophemen und der Bourksittich dar. Zu den Neophemen zählen sich der Schön-, Schmuck-, Glanz- und Feinsittich, die inzwischen auch verschiedene Zuchtmutationen vorweisen können.

Plattschweifsittiche

Oft in den Haushalten anzutreffen sind Plattschweifsittiche, allen voran der Prachtrosella. Oder die Laufsittiche, zu denen der meckernde Ziegensittich zählt. Edelsittiche sind in Tiergärten beliebt. Hier findet man die bunten Vertreter in Form von Halsbandsittich, Pflaumenkopfsittich und Chinasittich.

Südamerikanische Sittiche

Gerade die südamerikanischen Sittiche sind aufgrund ihrer intensiven Färbung in der Käfighaltung gern gesehene Gäste. Allerdings muss darauf aufmerksam gemacht werden, dass ihre Töne sehr laut und kreischend sind.

Zu ihnen zählt unter anderem:

  • Sonnensittich
  • Zitronensittich
  • Aymarasittich
  • Mönchssittich

Etwas leiser und kleiner sind die grünen Katharinasittiche, die sich inzwischen gut als Käfigvogel eingelebt haben.

Heimtierhaltung der Sittiche zu zweit

Es ist ratsam, dass auch diese Sittiche in der Heimtierhaltung meist zu zweit oder mehreren gehalten werden. Viele Sitticharten sind verspielt und werden gegenüber den Menschen relativ zugänglich. Zudem eignen sie sich teilweise als Spielgefährten von Kindern, insofern diesen ein entsprechender Umgang mit einem Vogel beigebracht wird.

Die meisten Sittiche- und Papageienarten benötigen zudem offizielle Citespapiere, die Zucht darf nur nach vorheriger Genehmigung durch eine untere Naturschutzbehörde aufgenommen werden.