Nickhaut beim Hund

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Viele Menschen hören das Wort Nickhaut zum ersten Mal und können sich nichts darunter vorstellen. Oft wird dahinter eine Krankheit vermutet, allerdings ist dies ein weitverbreiteter Irrtum. Denn bei der Nickhaut handelt es sich um keine Krankheit, sondern um einen Schutzmechanismus des Hundes: Die Nickhautdrüse bei Hunden wird dann aktiv, wenn der Hund sich am Auge verletzt hat, oder ein Risiko für eine Augenverletzung besteht.

Was ist Nickhaut?

Bei der Nickhaut handelt es sich um ein drittes Augenlid beim Hund. Dieses ist eine zusätzliche Bindehautfalte, die man im inneren Augenwinkel erkennen kann. Die Nickhaut befindet sich in beiden Augen des Vierbeiners, ihre Schleimhäute bestehen zum Teil aus Lymphfollikeln. Sie besitzt keine eigenen Muskeln, bei Gefahr oder Risiko einer Augenverletzung wird sie jedoch durch einen automatischen Reflex sofort aktiv.

Dringt ein Fremdkörper in das Auge des Hundes, bewegt sich die Nickhaut, während sich der Augapfel leicht nach hinten bewegt. Dann wird das dritte Augenlid sofort aktiviert, um Eindringlinge oder Fremdkörper abzuweisen. Nach der blitzartigen Bewegung der Nickhaut bewegt sie sich wieder in ihre Ausgangsposition zurück.

Dadurch erfüllt sie eine natürliche Schutzfunktion im Organismus des Hundes und kann Geschwüren oder Infektionen vorbeugen, da ihre Antikörper blitzschnell auf Krankheitserreger reagieren. Zudem hat sie eine befeuchtende Wirkung auf den Augapfel beim Hund, da fast die Hälfte der Tränenflüssigkeit durch sie produziert werden.

Wichtig zu wissen ist außerdem, dass es manchmal zum sogenannten Nickhautvorfall bei Hunden kommen kann. Hierbei handelt es sich um eine Verletzung des dritten Augenlids und vor der Nickhaut bildet sich eine kugelförmige Wölbung. Es kann auch sein, dass die Nickhaut nicht mehr zurücktritt, wie es normalerweise der Fall ist. Ein Nickhautvorfall ist zwar schmerzfrei für den Hund, sollte allerdings immer vom Arzt behandelt werden.

Mögliche Symptome

Ein Nickhautvorfall ist schmerzfrei für den Hund, es gibt auch glücklicherweise meistens keine bleibenden Schäden. Zudem verläuft ein Nickhautvorfall zumeist symptomfrei, allerdings gibt es gewisse Anzeichen, die darauf hinweisen können. Die Nickhaut ist oft zu sehen, jedoch geht sie im Normalfall immer wieder zurück. Ist dies nicht der Fall oder lassen sich andere Abnormalitäten am Auge beobachten, sollte der Tierarzt aufgesucht werden.

 

Nickhautvorfall – Was tun?

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Bei einem Nickhautvorfall sinkt der Augapfel in die Tiefe und die Nickhaut fällt passiv vor. Zu unterscheiden ist dies vom Nickhautdrüsenvorfall, bei dem es sich um ein sogenanntes Kirschauge handelt: Im Auge des Hundes entsteht hierbei eine kugelförmige Vorwölbung. Diese verursacht allerdings keine Schmerzen oder nachhaltige Schäden im Auge.

Vor allem Haushunde sind davon besonders häufig betroffen. Einige Rassen leiden öfter an einem Nickhautvorfall wie die englische Bulldogge, Boxer, Pekinesen, Chihuahuas und der neapolitanische Mastiff. Ursachen für einen Nickhautvorfall beim Hund sind genetische Veranlagung, allerdings kann es auch sein, dass das Gewebe im Auge geschwächt oder zu trocken ist.

Es gibt leider keine wirksame Medizin in Form von Tabletten oder Tropfen, die gegen einen Nickhautvorfall wirken. Die vorgefallene Nickhautdrüse kann zwar chirurgisch entfernt werden, doch normalerweise ist dies nicht empfehlenswert, da so das Auge des Tieres, aufgrund der verminderten Fähigkeit Tränenflüssigkeit zu produzieren, austrocknet. Man sollte bei einem Nickhautvorfall auf jeden Fall den Tierarzt aufsuchen und sich von ihm beraten lassen.

Salbe bei Nickhautvorfall

Leider gibt es keine Tabletten oder Tropfen, die speziell bei einem Nickhautvorfall verschrieben werden, allerdings können Salben dabei helfen, die Nachfolgeerkrankungen eines Nickhautvorfalls wie beispielsweise eine Bindehautentzündung zu bekämpfen.

  • Hierbei wird das Auge des Hundes mehrmals täglich lokal mit einer Salbe behandelt, auch wenn die Symptome bereits abklingen.
  • Dadurch wird gewährleistet, dass es zu keinem Rückfall kommt.
  • Die Augensalbe sollte auf jeden Fall Antibiotika enthalten, damit bakterielle Entzündungen eingedämmt und bekämpft werden können.

Bei einer Virusinfektion sollte die Salbe zudem ein sogenanntes Virostatikum enthalten, wodurch sich die Viren nicht mehr vermehren können. Cortisol wirkt in der Regel immer entzündungshemmend und kann in besonders schweren Fällen eingesetzt werden, in diesem Fall darf allerdings die Hornhaut des Auges nicht verletzt sein.

Behandlung eines Vorfalls

Um schlimmeren Krankheiten wie einer Bindehautentzündung oder extremer Augentrockenheit vorzubeugen, sollte ein Nickhautvorfall immer von einem Arzt untersucht und behandelt werden.  Eine wirksame Behandlung bei einem Nickhautvorfall ist die Raff-Technik nach Moore, bei der zwei kleine Einschnitte ober- oder unterhalb der Nickhautdrüse vorgenommen werden. Anschließend werden diese wieder miteinander vernäht und die Folge daraus ist, dass die Nickhautdrüse wieder in ihre ursprüngliche Position kommt.