Rumänische Hunderassen

Rumänischer Hund guckt nach oben

Wer in Deutschland einen Rassehund kaufen möchte, wird eine große Auswahl vorfinden. Denn in Deutschland gibt es über 300 sogenannte anerkannte Hunderassen. In Rumänien sieht das allerdings anders aus, da es sich bei Rumänien um ein sehr armes Land handelt und der Anteil der rumänischen Hunderassen dort sehr gering ist und es kaum Rassehunde gibt.

Trotzdem gibt es einige wenige rumänische Hunderassen wie zum Beispiel spezielle Hütehunde oder Hirtenhunde. Auch der sogenannte rumänische Senfhund wird oft als rumänische Hunderasse erwähnt, die allerdings eher scherzhaft gebraucht wird. Welche Eigenschaften die rumänischen Vierbeiner besitzen und welche rumänischen Mischlinge es sonst noch gibt, wird im folgenden Text erklärt.

Rumänsicher Senfhund

Bei einem rumänischen Senfhund handelt es sich um einen Mischlingshund, dessen Vater nicht genau zugeordnet werden kann. Da viele verschiedene Hunde in Frage kommen, trägt der Vierbeiner den scherzhaften Namen Senfhund: Denn es können einige Hunde ihren Senf dazugegeben haben. Demnach handelt es sich um keinen Rassehund.

Da Rumänien ein Land mit großer Straßenhund-Population ist, vermehren sich die Straßenhunde wild und ohne Rasse. Es kommt daher zur rasanten Vermehrung der sogenannten rumänischen Senfhunde, deren Rassebestimmung in den meisten Fällen so gut wie unmöglich ist.

Oftmals handelt es sich bei diesen Hunden um mittelgroße Mischlinge, die bereits über viele Generationen Mischlinge waren. Zudem stammt ein Großteil der rumänischen Hunde von dem Ciobanesc Romanesc Capartin oder dem Ciobanesc Romnesc Mioritic ab.

Welche Mischlinge gibt es?

Die Hunde in Rumänien sind in vielen Fällen Mischlinge, die von sogenannten Hütehunden abstammen, die Herdenschutzhunden wie beispielsweise dem russischen Owtcharka oder dem ungarischen Kuvazs ähneln. Zu den bekanntesten Hütehunden in Europa zählen Australian Shepherds oder Border Collies, wobei man in Rumänien meistens auf Mischlinge trifft.

Diese Hunde arbeiten mit den Hirten zusammen und treiben das Vieh auf die Almen, auf die Weiden oder in die Ställe. Zu den bekanntesten Herdenschutzhunden, die sich von den Hütehunden unterscheiden, gehören in Rumänien die Ciobanesc Romanesc Carpatins samt einiger Unterarten. Im Westen zählen die Pyrenäen Berghunde und in Italien die Maremmanos zu den bekanntesten Arten dieser Rasse.

Rumänische Hirten besitzen oft Hunderudel aus Hütehunden und Herdenschutzhunden. Im Winter überlassen sie ihre Tiere oft sich selbst, da sie nicht für sie sorgen können. Deswegen paaren diese sich oft mit Dorfhunden oder untereinander im Rudel. Daraus entstehen dann Mischlinge aus Hütehunden und Herdenschutzhunden sowie Mischlinge aus Hüte- oder Herdenschutzhunden und Dorfhunden. Zudem trifft man folgende Mischlinge in Rumänien an:

  • Collie-Mischlinge: Sie sind jedoch nicht zu verwechseln mit den im Westen gezüchteten Border-Collies.
  • Mischlinge von Straßenhunden: Hier kann die genaue Rassenherkunft fast nie genau rekonstruiert werden

Grundsätzlich sind rumänische Mischlinge sehr wachsam und auch etwas unsicher. Bevor man sich einen solchen Hund zulegt, sollte man sicher gehen, dass dieser auch genügend sozialisiert wurde.

Ciobanesc Romanesc Capartin – Hunderasse aus Rumänien

Kleiner Welpe guckt aus einem Korb raus

 

Eine der wenigen rumänischen Hunderassen aus Rumänien ist der Ciobanesc Romanesc Carpatin. Er gehört zu den rumänischen Hirtenhunden und stammt ursprünglich aus den Karpaten. Seine ursprüngliche Verwendung war die eines Gebrauchshundes, mittlerweile ist er allerdings immer öfter als Haus-, Hof- und Familienhund vorzufinden.

Es handelt sich bei dieser rumänischen Hunderasse um einen relativ großen und starken Hund, der jedoch gleichzeitig sehr wendig und agil ist. Meistens hat sein Fell eine blassgelbe Farbe mit Wolkung, die an den Flanken heller und am Rücken dunkler ist.

Auch weiße Fellstellen sind ab und zu vorhanden, allerdings eher seltener. Das Wesen dieses rumänischen reinrassigen Hundes ist ruhig und ausgeglichen, gegenüber Fremden verhält er sich reserviert, jedoch nicht aggressiv.

Straßenhunde in Rumänien

In Rumänien ist der Anteil an Straßenhunden besonders groß, da es sich um ein sehr armes Land handelt. Hirten- und Herdenschutzhunde werden im Winter häufig sich selbst überlassen, wodurch es zur unkontrollierten Vermehrung kommt – sowohl innerhalb des Rudels als auch mit Straßenhunden.

Ebenfalls kommt es sehr häufig vor, dass sich unkastrierte, freilaufende Hunde von Privatpersonen mit Straßenhunden unkontrolliert fortpflanzen. Oft werden die rumänischen Hunde in kleinen Zwingern oder auf Pflegestellen abgegeben, wo sie leben.

Es gibt rund 65.000 Straßenhunde in der Hauptstadt Bukarest, in ganz Rumänien spricht man von rund 6 Millionen Straßenhunden, die entweder im Freien oder an der Kette gehalten werden. Die Anzahl der Rassehunden ist demgegenüber verschwindend gering, da sich die Vermehrung von Straßen- und Rassehunde nicht verhindern lässt.

Rassehunde in Rumänien kaufen

Wer sich einen Rassehund aus Rumänien kaufen möchte, hat keine besonders große Auswahl. Eine der wenigen rumänischen Hunderassen ist allerdings der Ciobanesc Romanesc Mioritic. Außerhalb von Rumänien ist er nur selten zu finden, in Rumänien gibt es jedoch ein paar ambitionierte Züchter dieser Hunderasse. In jedem Fall sollte man sich immer direkt an einen rumänischen Hundezüchter wenden.

Denn es gibt auch Verkäufer, die solche Hunde ohne Abstammungsnachweis sehr teuer verkaufen. Bei diesen Hunden kann es sich jedoch auch um kränkliche, nicht sozialisierte Tiere handeln, die von der Straße geholt wurden.

Meistens sind dies dann Mischlinge, die zwar Gene der Hunderasse Ciobanes Romesc Mioritic in sich tragen, aber in den seltensten Fällen reinrassig sind. Auch im Tierheim oder beim Tierschutz findet man fast nie einen ausgewachsenen rumänischen Rassehund.

Charakter des rumänischen Rassehundes Mioritic

Grundsätzlich ist diese rumänische Hunderasse äußerst kinderlieb und verträgt sich mit anderen Haustieren gut. Doch es sollte immer darauf geachtet werden, dass der Hund zuvor auch genügend sozialisiert wurde und von einem richtigen Züchter stammt. Der Mioritic hat zudem einen ausgeprägten Beschützerinstinkt, da er vom Herdenhund abstammt.

Deswegen benötigt er auch genügend Auslauf und sollte am besten auf einem Grundstück mit großem Garten gehalten werden. Darüber hinaus bevorzugt ein solcher Hund in den meisten Fällen einen harten Liegeplatz, wodurch die Anschaffung eines weichen Hundebettes nicht notwendig ist. Zu empfehlen ist hierbei jedoch die Anschaffung einer leicht isolierten Hundedecke.