Kaninchenfutter – Was dürfen Hasen essen?

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Viele Kaninchenhalter füttern ihre Hasen völlig falsch. Sie geben energiereiches Kraftfutter und etwas Heu, wodurch die Kaninchen leiden und nicht mehr alt werden. Die Kaninchenverdauung ist empfindlich und auf überwiegend energiearmes Raufutter mit hohem Blattanteil angewiesen.

Selbst plötzliche Futterumstellungen können den Tieren bereits wochenlang zu schaffen machen. Wer sich Hasen zulegt, der soll sich in die richtige Kaninchenfütterung genau einarbeiten. Es ist nicht schwer, die Tiere fühlen sich wohler und bleiben gesund.

Mit dem richtigen Kaninchenfutter bleiben Kaninchen gesund

Hauskaninchen sollen möglichst so gefüttert werden, wie Wildkaninchen fressen würden. Frische Gräser, Kräuter, Gemüse, Obst und Zweige sind perfekt. Im Winter kann das knappe Frischfutter mit Heu und getrockneten Kräutern ergänzt werden. Getreide, Hülsenfrüchte oder auch gezuckerte Leckerchen enthalten zu viel Energie, könnten nicht richtig verdaut werden und machen die Hasen dick und krank.

Wenn die Tiere beim Säugen, Aufwachsen, nach Erkrankungen oder wegen der Fellbildung einen erhöhten Energiebedarf haben, dann dürfen nur geeignete Kraftfutter zugefüttert werden. Die Hersteller zeichnen ihre Futtermischungen nicht immer richtig aus. Selbst ein Blick auf die Inhaltsstoffe reicht nicht immer, weswegen kundige Händler und Kaninchenhalter einfach gefragt werden sollen.

Richtiges Kaninchenfutter: Was dürfen Hasen essen?

Wildkaninchen knabbern hier ein paar Halme, dort ein Blättchen und nagen noch etwas Rinde vom Zweig. Es ist normal und soll sogar so sein, dass Kaninchen rund 90 Mal am Tag eine Kleinigkeit fressen und ihr Magen nie leer wird. Doch auf die „Mischung“ kommt es an. Frische Wiese und frische Kräuter sollen bereits die größere Hälfte im Ernährungsplan ausmachen. Als Zusatz darf Kaninchenfutter dazu.

Hochwertiges Wiesenheu wird nur als Ergänzung dazu gegeben, damit die Hasen immer etwas knabbern können. Wer nicht genügend Wiese oder Kräuter beschaffen kann, der muss das Wiesenheu und die getrockneten Kräuter häufiger nachfüllen.

 

Kaninchen sind es gewohnt, dass sie neben Kaninchenfutter, Gräsern und Kräutern auch Gemüse vertilgen. Dieses soll in der Fütterung rund ein Viertel ausmachen. Es dürfen jedoch nicht zu viele Gurken gegeben werden, da diese zu viel Wasser enthalten. Beim Kohl wäre darauf zu achten, ob die Hasen diesen gut vertragen, erst dann sollte dieser regelmäßiger oder in größeren Mengen gegeben werden.

Kohlrabi soll generell nur in kleinen Mengen gefüttert werden. Petersilie und Petersilienwurzeln sind ein Leckerchen, auch Fenchel wird gerne genommen. Möhren, Sellerie, Chicorée, Pastinaken oder Eisbergsalat machen sich ebenfalls gut im Ernährungsplan der Kaninchen und können den Grundstock für den Gemüseanteil bilden.

Obst gehört ebenfalls zur gewohnten Ernährung der Hauskaninchen, dieses soll jedoch maximal das kleinere Viertel der Fütterung einnehmen. Gerade Kernobst enthält zu viel Energie und muss knapper gefüttert werden. Äpfel, Birnen, Erdbeeren, Heidelbeeren oder andere gängige Obst- und Beerenarten schmecken den Kaninchen, es soll aber nie zu viel auf einmal gegeben werden.

Süßkirschen, Pflaumen, Mirabellen oder auch Weinbeeren sollen wegen des Zuckergehalts noch knapper gegeben werden. Auch Bananen oder Kiwis können in kleinen Mengen gegeben werden. Mangos werden selbst mit größeren Mengen gut vertragen. Wenn im Obst viel Säure enthalten ist, dann soll es gemieden werden. Bei den Zweigen ist Bambus perfekt, da dieser auch im Winter grün bleibt und damit zum Frischfutter wird.

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Futterlisten

Das Basisfutter ist frische Wiese und ergänzend sowie im Winter hochwertiges Wiesenheu.

Geeignete Kräuter möglichst täglich geben:

  • Brennnessel
  • Bohnenkraut
  • Borretsch
  • Dill
  • Estragon
  • Kerbel
  • Koriander
  • Löwenzahn
  • Majoran
  • Melisse
  • Oregano
  • Petersilie, Petersilienwurzel
  • Pfefferminze
  • Salbei
  • Thymian

Geeignetes Gemüse möglichst täglich geben:

  • Chicorée
  • Eisbergsalat
  • Eichblattsalat
  • Endivie
  • Fenchel, Fenchelknolle
  • Herbstrübe
  • Honigmelone
  • Knollensellerie
  • Kopfsalat
  • Krauser Blattsalat
  • Mairübe
  • Möhren, Möhrengrün
  • Radicchio
  • Romana
  • Pastinaken
  • Pok Choi, Pak Choy
  • Sellerie
  • Stangensellerie
  • Steckrübe
  • Wassermelone
  • Weiße Rübe
  • Zuckerhuht
  • Zuckermelone

Geeignetes Obst und Früchte wenigstens alle paar Tage geben

Immer nur kleine Mengen füttern, wegen hohem Wasser- oder Zuckergehalt oder weil nur wenig davon angenommen wird:

  • Apfel
  • Aprikose
  • Bananen
  • Blaubeere
  • Brombeere
  • Cranberries
  • Erdbeere
  • Heidelbeere
  • Kiwi
  • Mango
  • Mirabelle
  • Pfirsich
  • Pflaume
  • Quitte
  • Sanddornbeere
  • Süßkirschen
  • Tomaten
  • Weinbeere
  • Zwetschge

Zweige, einmal die Woche ein paar frische füttern:

  • Apfel
  • Bambus
  • Birke
  • Birne
  • Buchenzweige ohne Bucheckern
  • Eiche
  • Hainbuche
  • Haselnuss
  • Kirsche
  • Lärche
  • Linde
  • Pappel
  • Stachelbeere
  • Wein
  • Weide

Als Kaninchenfutter meiden

kaninchenfutter

Kaninchen sind darauf angewiesen, dass langfaseriges Futter nicht gemahlen wird, da sie die Langfasern sonst nicht ausscheiden können. Deswegen sollen die Reste im Heu- oder Kräuterbeutel entsorgt und nicht mehr verfüttert werden. Genauso können Fertigfutter-Pellets gemahlene Langfasern enthalten oder quellen nach dem Fressen auf. Im schlimmsten Fall kann das zum Platzen vom Kaninchenmagen und damit dem Tod führen.

Getreide, Getreideprodukte und damit auch Brot gehören nicht in die Kaninchenernährung, wenn es sich nicht um spezielles Kaninchenfutter handelt, welches nur beigefüttert wird. Genauso sind andere Futtermittel mit hohem Energiegehalt oder zermahlenen Langfasern zu vermeiden. Verarbeitete Lebensmittel für Menschen oder tierische Erzeugnisse gehören ebenfalls nicht auf den Speiseplan der Hasen.

Kaninchen sollen keine Zwiebelgewächse oder Kartoffeln erhalten. Zudem muss auf die Qualität vom Futter geachtet werden. Frische Wiese von einem belasteten Industriegrundstück oder am Wegstreifen von gespritzten Feldern wäre zu meiden.

Einige Bäume wie der Buchsbaum, Glücksbambus, Eibe, Engelstrompete oder Wunderbaum sind giftig und dürfen nicht als Zweige gefüttert werden. Aber auch beim Obst und Gemüse gibt es unverträgliche oder sogar giftige Pflanzen. Wer als Hasenhalter nicht weiß, um welche Pflanzen es sich handelt oder ob diese verfüttert werden dürfen, der lässt es besser bleiben.

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Blinddarm und Blinddarmkot

Kaninchen können durchaus mal Möhre, mal Knollensellerie oder mal Eisbergsalat erhalten, wobei frische Wiese oder Heu als Grundstock immer vorhanden sein sollen. Wenn die Art der Fütterung jedoch zu schnell umgestellt wird, dann kann das bei Kaninchen zu schwerwiegenden Verdauungsproblemen führen. Hasenartige leiten kurzfaserige Nahrung in den Blinddarm, um diese mit Bakterien aufzuschließen.

Es entsteht der Blinddarmkot, den die Kaninchen fressen müssen, um einen Mangel zu vermeiden. Wenn die Fütterung jedoch zu schnell von Frischfutter auf Trockenfutter, spezielles Kaninchenfutter oder Kraftfutter umgestellt wird, dann kommen die Bakterien aus dem Gleichgewicht. Diese brauchen ihre Zeit, um sich zu bilden und benötigen dann eine relativ ähnliche Fütterung, um sich zu halten.

Wer Kaninchen erhält, die vorher überwiegend mit Fertigfutter und Heu gefüttert wurden, der sollte erst nur kleine Mengen Wiese, Kräuter und Gemüse geben, damit die Verdauung sich allmählich umstellen kann.

Zum Zahnabrieb der Hasen

Die Kaninchenzähne wachsen ein lebenlang, womit sie beim Fressen ständig abgerieben werden müssen. Dieses geschieht nicht durch besonders harte Nahrung wie Zweige oder sprödes Heu. Harte Nahrung wird langsamer gekaut, womit die Hasen zugleich viel länger zum Fressen benötigen. Weiches Wiesengras ist aus diesem Grund und auch wegen der Zähne besser. Es wird mit schnelleren Kaubewegungen gefressen, womit die Zähne effektiver abgenutzt werden.

Für einen gleichmäßigen Zahnabrieb ist zugleich eine ausgewogene Fütterung vorteilhaft. Wachsen die Zähne einfach weiter, kann der Hase bald gar nicht mehr fressen, womit die Zähne beim Tierarzt abgeschliffen werden müssen.

Fütterungstipps für Kaninchenhalter

Der Hasenhalter soll sich möglichst einige gute Futterorte suchen und eigene Futterlisten erstellen. Je nach dem eigenen Obst- und Gemüsebedarf oder aufgrund der Wohnlage lassen sich einige Futtermittel spielend leicht besorgen und andere eben nicht. In den meisten Kaninchenfutter Sorten sind schon viele Nährstoffe enthalten.

Wer frische Wiese rupft, der muss darauf achten, dass diese nicht im Innern warm wird, da sie dann nicht mehr verfüttert werden kann. Es ist möglich, diese daheim dünn auf dem Boden zu verteilen, um sie für zwei Tage zu lagern. Oder es werden kleine Portionen in den Kühlschrank gelegt. Im Winter kann neben dem größeren Heuanteil auch mehr Gemüse gegeben werden.

Hochwertiges Heu für Hasen

Der Kaninchenhalter soll nicht selber Heu machen, sondern hochwertiges Heu aus dem Kleintierhandel oder vom Bauern kaufen. In vielen Wiesen wachsen Giftpflanzen. Kaninchen erkennen diese am Geschmack und meiden diese giftigen Pflanzen. Nach dem Trocknen gelingt das nicht mehr, es kann zu Vergiftungserscheinungen kommen.

Es soll auch etwas darauf geachtet werden, was die Hasen gerne und reichlich vertilgen. Die Reste werden vor der nächsten Fütterung entfernen. Das gilt auch für altes Heu. Kaninchen vertilgen von Natur aus die frischen Blattteile, nicht sperrige und harte Halme.

Bei den Futterstellen ist generell auf Hygiene zu achten. Nicht zu viel auf einmal geben, das Wasser erneuern, altes Futter entfernen sowie das Reinigen der Kaninchentoilette gehören zum Routinealltag der Kaninchenhalter. Bei der Außenhaltung werden die Hasen zudem meist über Nacht in den Kaninchenstall eingeschlossen, um vor Mardern sicher zu sein.

Im Winter wäre außerdem darauf zu achten, dass das Wasser nicht einfriert, damit die Tiere alles gut überstehen. Mit der gewissenhaften Fütterung und Pflege haben die Hasen ein gutes Zuhause, machen dem Halter viel Freude und werden alt.