Periodische Augenentzündung beim Pferd

periodische-augenentzuendung-pferd

Die immer wiederkehrende Entzündung des Auges – auch Mondblindheit genannt, ist wohl eine der altbekanntesten Erkrankungen von Pferden. Dennoch ist bis heute nicht genau geklärt wie die Entzündung im Auge zustande kommt.

Ursachen für eine periodische Augenentzündung beim Pferd

Ursachen der periodischen Augenentzündung sind bis heute nur zum Teil geklärt. Mögliche Ursachen können sein:

  • Wettereinflüsse
  • Futter
  • Haltungsbedingungen
  • Bakterien und Viren

Forscher haben bereits herausgefunden, dass bestimmte Bakterien der Gattung Leptospira verantwortlich dafür sind. Pferde leben in Ställen, somit sind sie nicht geschützt gegen die Fäkalien der Nager. Eine Infektion der Augen wird oft durch deren Urin hervorgerufen.

Dieses Bakterium dringt in den Blutkreislauf und später dann auch gegebenenfalls in das Auge, wo sich die Entzündung mehr oder weniger stark ausweitet.

Symptome der Augenkrankheit

Die bei der periodischen Pferde-Augenentzündung auftretenden Symptome variieren stark und sind teils heftig oder eher schwach ausgeprägt. Eine genaue Auflistung der Symptome gibt es dabei also nicht und nicht jeder Tränenfluss, oder jede Lidschwellung, bedeutet eine Entzündung der Augen.

Die wichtigsten Symptome, die immer ein Begleiter der Entzündung sind:

 
  • Lidschwellung
  • Tränenfluss
  • Lichtscheue
  • Gerötete Bindehäute
  • Trübung der Hornhaut
  • Verengung der Pupille

Behandlung der Ursache

Eine Behandlung der Entzündung kann auf zwei Arten erfolgen. Die konservative und die operative Behandlung. Wobei man anmerken sollte, dass die operative Behandlung immer erst als zweiter Lösungsansatz gewählt werden sollte um dem Pferd Stress zu ersparen.

Diagnose der periodischen Augenentzündung beim Pferd

Eine Diagnose der periodischen Augenentzündung lässt sich durch bestimmte Befunde am Augenring feststellen. Die Methoden sind hierbei der Augenspiegel, eine Ultraschalluntersuchung oder eine Gewinnung des Kammerwassers im Auge.

  1. Bei dem Augenspiegel wird die Pupille mit Augentropfen stark geweitet, um die tiefen Strukturen des Auges erkennen zu können und um somit festzustellen, ob das Tier erkrankt ist.
  2. Wenn das Auge schon zu trüb ist und die Verklebungen so stark sind, dass man nicht mehr in das Auge hinein sehen kann, werden Ultraschallbilder vom Auge gemacht.
  3. Hierbei lässt sich meist auch gut die Ablösung der Netzhaut erkennen. Bei der Untersuchung wird der Ultraschallkopf auf das obere Augenlid gesetzt.
  4. Erfahrungsberichte zeigen, dass Pferde dies oft ohne Komplikationen zulassen.
  5. Falls bei denen Behandlungen nichts zu einem Ergebnis führt, kann unter einer Kurznarkose Kammerwasser aus dem Auge entnommen werden und anschließend an ein Labor weiter gereicht werden.
  6. Das Labor stellt dann fest, ob die Bakterien (Leptospiren) im Auge vorhanden sind.

Konservative Behandlung

Augensalben und – tropfen enthalten ein bestimmtes Medikament, was auf die Pupillenstellung angepasst sein muss, damit es wirkt. Diese stellen die Pupille weit und verhindern somit ein Verkleben der Iris.

Dieses Medikament kann auch direkt ans Auge geführt werden, um schon vorhandene Verklebungen zu lösen. Die Salben und Tropfen sind meist kortisonhaltig und entzündungshemmend.

Operative Behandlung

Der Glaskörper des Pferdes wird hierbei komplett leer gesaugt und durch neue Augenflüssigkeit ersetzt – dies erfolgt unter Vollnarkose. Hierbei werden Bakterien und Entzündungsprodukte vollständig entfernt und befinden sich nicht mehr im Auge.

Die Entzündung beginnt langsam abzuschwellen und der Heilprozess setzt ein. Der Erfolg dieser Operation liegt bei über 90% und ist somit eine sichere Behandlung der Infektion.

Kosten einer Operation

Die Kosten für eine solche Operation lassen sich schwer ermitteln. Es ist Klinik abhängig. Treten bei der Operation Komplikationen auf, wird es teurer. Erfahrungsberichte vieler Betroffener zeigen, dass sich die Kosten von 500 bis 1500 Euro belaufen können. Für solche Fälle, die den Rahmen Ihrer Finanzen sprengen, gibt es die sogenannte Pferdekrankenversicherung.

Pferdeversicherung

Diese lohnt sich. Es gibt viele Anbieter zu verschiedenen Konditionen. Die Versicherung der Allianz zum Beispiel bietet ihren Kunden eine hundertprozentige Kostenübernahme von bis zu 10 000 Euro in einem Jahr. Damit wären die Operationskosten der periodischen Augenentzündung beim Pferd deutlich gedeckt und es bleibt noch Platz für diverse andere Krankheitsfälle.

Eine Nachbehandlung von 10 Tagen ist inklusive bei dieser Versicherung. Doch solch eine Versicherung sollte vor dem Krankheitsfall abgeschlossen werden, andernfalls ist es vielleicht zu spät. Und da Pferde ein teures Gut sind und Verletzungen bei einem Pferd häufig auftreten, sind Pferdeversicherungen hilfreich. Auch im Bereich Pferdehaftpflicht und Pflegeversicherung gibt es sinnvolle Versicherungsangebote.

Folgen – wenn keine Behandlung erfolgt

  • Dauerhafte Trübung der Hornhaut
  • Trübung der Linse
  • Verfärbung und Gestaltveränderung der Iris
  • Verkleinerung des Augapfels
  • Netzhautablösung
  • Trübung des Glaskörpers

Im schlimmsten Fall erblindet das Pferd und das Auge muss operativ entfernt werden. Man sollte sich auch immer im Hinterkopf behalten, dass das Pferd bei keiner Behandlung Schmerzen haben sollte und nicht leiden darf.

Vererbbarkeit der Mondblindheit

Da die PA eine Infektion ist, ist die PA (periodische Augenentzündung) also nicht vererbbar. Warum manche Pferde daran Erkranken und andere nicht, liegt in der stärke des Immunsystems und des einzelnen Individuums.

Ansteckungsgefahr

In der Regel stecken sich Pferde mit dem Bakterium „Leptospiren“ durch das Trinken an. Durch verunreinigtes Wasser. Die Bakterien können aber auch durch die Schleimhäute und kleine Verletzungen in den Blutkreislauf eindringen.

Bei einem dreckigem und verunreinigtem Stall liegt es daran, dass durch den Urin und Fäkalien der Nager das Bakterium in den Blutkreislauf eintritt und sich dieses am Ende im Auge ablagert.

Vorbeugung

Das Risiko, einer solchen Infektion, kann schon vermindert werden, wenn Pferde ausschließlich sauberes und fließendes Wasser trinken – Pfützen oder still stehendes Wasser sollten generell gemieden werden.

Pferde infizieren sich aber auch durch einen verunreinigten Stall. Ist der Stall voller Mäuse und oder Ratten, ist die Infektionswahrscheinlichkeit sehr hoch. Ein kleiner Kratzer in der Haut kann es dem Bakterium ermöglichen in den Blutkreislauf einzudringen.

pferd-auge

Behandlung mit Homöopathie

Auch hier gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Es wird geraten die Leber zu entgiften mit Tees wie: „Mariendisteltee“ oder „Silberdisteltee“. Auch die Unterstützung des Stoffwechsels kann helfen (Verabreichung von Lebertees).

Zur weiteren homöopathischen Behandlung werden Arzneimittel empfohlen wie „Aconitum C30”, Belladonna C30“ und „Kalium iodatum“.

  • Aconitum C30: Aconitum C30 dient zur Behandlung von starkem Tränenfluss und Lichtscheue.
  • Belladona C30: Belladona C30 kommt zum Einsatz wenn, Aconitum alleine nicht mehr hilft. Dies dient dann zur Behandlung von zusätzlichen Symptomen wenn z.B. das Auge geschwollen und die Bindehaut gerötet ist.
  • Kalium iodatum: Kalium iodatum wird im schlimmsten Fall eingesetzt. Bei extrem geröteter Bindehaut, starkem Tränenfluss und, wenn schon eine Trübung des Auges erkennbar ist.

Wann muss operiert werden?

Wann genau operiert werden muss kann man pauschal nicht sagen. Es ist abhängig davon, wie die Medikamentation anschlägt und wie sie wirkt. Zeigen die Salben auf konservativem Wege keine Wirkung, sollte man bevor man das Pferd operieren lässt, zur Homöopathie greifen. Ob nun letzten Endes eine Operation notwendig ist, klärt man am besten vor Ort mit einem Tierarzt.

Periodische Augenentzündung beim Menschen

Die Entzündung beim Menschen ist, zumindest rein theoretisch, möglich. Man sollte aber beachten, dass Pferde in der Regel nicht im Haus in einem Bett schlafen, sondern in einem für Menschenverhältnisse schmutzigen Stall.

Dieser Stall kann auch für Ratten, oder Mäuse, eine Herberge sein und durch deren Fäkalien entsteht erst diese Augenentzündung. Solange Sie also nicht bei einem Pferd schlafen, keine offenen Wunden haben, nicht dessen Heu essen und auch keine Ratten oder Mäuse bei sich Zuhause beherbergen, brauchen sie keine Angst vor solch einer Infektion zu haben.