Angst vor Schlangen: Ophidiophobie überwinden

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Es ist weit in unserer Gesellschaft verbreitet eine große Abneigung gegenüber Schlangen oder auch Spinnen zu verspüren. Bei manchen Menschen verstärkt sich diese Abneigung zu seriöser Angst bis hin zu einer Phobie, bei anderen bleibt sie in gesundem Maße konstant.

Neuste Forschungsergebnisse belegen, dass diese Angst vor Schlangen und anderen Tieren sogar angeboren sein kann, da sie bereits bei Säuglingen besteht. Und in diesem Alter ist es auszuschließen, dass die Angst erlernt ist.

Doch hat Angst (Ophidiophobie) überhaupt Sinn und Zweck? Die Wahrscheinlichkeit ist so gering, dass wir in Mitteleuropa in freier Wildnis auf giftige Schlangen oder Spinnen treffen; warum ist hier eine Angst notwendig?

Allgemein beschützt Angst den Menschen vor Gefahren und rettet somit häufig Leben. Doch fest steht auch, dass sehr, sehr starke Angst in Form einer Phobie dem Menschen schaden kann und seinen Alltag beeinträchtigt.

Angst vor Schlangen: Interessante Fakten

Um zu verstehen, warum Schlangen gefährlich sind; hier ein paar interessante Fakten über Schlangen:

  • Schlangen haben sich weit auf unserem Planeten verbreitet, sie sind fast überall da heimisch, wo kein Dauerfrost herrscht.
  • Sie gehören zu den Reptilien, genauer gesagt zu den Schuppenkriechtieren und stammen von Echsen ab – lediglich haben sich im Laufe der Zeit ihre Extremitäten fast vollständig zurückgebildet.
  • Alle Schlangen haben Schuppen, unterscheiden sich jedoch deutlich in Länge, Dicke und Form: Sie werden zwischen ein und neun Metern lang.
  • Es gibt drei Schlangenarten: Würgeschlangen, Nattern und Vipern.

Was ist an Schlangen gefährlich?

Besonders lange Schlangen sind durch ihre Größe und Masse in der Lage einen Menschen zu erwürgen. Einige Beispiele für solche Riesenschlangen findet man in der Familie der Boa: Sie leben in vielen Teilen Amerikas, in der Karibik  sowie in Teilen Afrikas und Asiens.

 

Es gibt sehr viele giftige Schlangen auf der Welt. Die giftigsten darunter leben in Australien, in Afrika, in Teilen Asiens, in Gewässern des Pazifischen Ozeans und in tropischen Gewässern.

In Europa finden sich nur wenige giftige Schlangen. In Deutschland gibt es die Kreuzotter und die Aspisviper (Vorkommen in Süddeutschland). Sie gelten beide zwar als giftig, dennoch sind sie eher scheue Tiere und nicht sehr aggressiv; außer sie fühlen sich bedroht.

Die Angst um das eigene Leben ist also bei Anwesenheit einer Schlange verständlich. Doch worin unterscheidet sich die reine Angst vor einer Schlange von einer Phobie?

Schlangen Phobie

Angst haben bedeutet sich bedroht, bedrängt oder besorgt zu fühlen. Meistens bestrebt oder bezweckt sie physische oder auch psychische Unversehrtheit von einem selbst oder aber eines geliebten Menschen. Allgemein erfahren wir Emotionen wie Angst auf 3 Wegen:

  • Unser Körper zeigt eine physische Erregung (z.B.: Anstieg von Puls oder Blutdruck)
  • Wir zeigen ein bestimmtes Verhalten (z.B.: Zusammenzucken)
  • Wir erleben ein mehr oder weniger intensives Gefühl (z.B.: Wir fürchten uns).

Angststörungen sind sehr starke Ängste und gehören zu psychischen Störungen. Betroffene empfinden sehr starke Angst in Situationen, die objektiv gar nicht als bedrohlich bewertet werden. Eine Phobie ist eine Art der Angststörung, die konkrete situative oder räumliche Bezüge aufweist.

Andere Formen der Angststörung beinhalten diffuse Angstgefühle, die nicht an bestimmte Situationen oder Objekte gekoppelt sind.

Fachausdruck: Ophidiophobie

schlangenphobie

Die Angst vor Schlangen wird fachlich als Ophidiophobie gekennzeichnet. Die Wortherkunft ist griechisch: „ophis“ bedeutet übersetzt Schlange und „phobia“ steht für die Angst.

Es gibt allerdings auch einen zweiten Begriff, den verwenden könnte: Herpetophobie. Er bezeichnet die Angst vor Reptilien, also beispielsweise: Echsen, Krokodilen oder auch Schlangen. Da er sehr umfassend ist, wird er konkret auf Schlangen bezogen, selten verwendet. Ophidiophobie ist weit verbreitet und eine der am häufigst vorkommenden Angststörung.

Therapie und Überwindung

Im Falle einer starken Schlangen Phobie empfiehlt es sich in jeder Hinsicht eine Therapie durchzuführen. Besonders, wenn häufige Panikattacken den Alltag und die Mitmenschen negativ beeinflussen. Von alleine schwindet eine solche Schlangenphobie, oder allgemein eine Phobie, nämlich kaum. Es gibt diverse Behandlungswege wie beispielsweise das “Deine Seelenfreiheit” online Programm.

Phobiepatienten werden insbesondere psychotherapeutisch behandelt – meist werden Phobien mit einer Verhaltenstherapie bekämpft und sehr häufig erfolgreich überwunden. Therapien können alleine oder in Gruppen, sowie ambulant oder in einer Klinik vonstattengehen.

Der Ablauf einer solchen Verhaltenstherapie kann wie folgt aussehen:

  • Zu Beginn gibt es viele Gespräche, die das Problem konkret zu erfassen versuchen und sich mit den Auslösern für die Phobie beschäftigen.
  • Es folgen Übungen, zum Beispiel in Form von Konfrontation mit dem Objekt, vor dem man große Angst empfindet.
  • Der Lernprozess setzt ein. Es entsteht ein Verständnis dafür, dass wir Angst empfinden, ohne dass die Angstfantasien real werden.
  • Der Patient lernt sich zu kontrollieren.

Weitere Möglichkeiten, um Phobien zu bekämpfen sind:

  • Autogenes Training
  • Entspannungstechniken
  • Ursachenforschung durch Tiefenpsychologie (langer Therapieprozess)

In manchen Fällen werden Therapien von Medikamenten unterstützt. Dies tritt allerdings nur ein, falls eine weitere psychische Krankheit vorliegt oder der Alltag zu stark von der jeweiligen Phobie belastet wird.