Nasenbär

Nasenbär, Haltung als Haustier

Den Nasenbär gibt es in verschiedenen Gattungen – jede Gattung ist woanders beheimatet. Einst war der Kleinbär in Mittel- und Südamerika heimisch, heute kann er auch in anderen Teilen der Welt gesichtet werden, allen voran natürlich in Zoos.

Durch ihr waches und quirliges Verhalten, werden Nasenbären als hundeartig beschrieben. Dementsprechend stellt sich für einige Menschen die Frage, ob der Nasenbär als Haustier gehalten werden kann und welche Bedürfnisse das Tier hat.

Beschreibung des Nasenbärs

Mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 43 bis 70 Zentimeter gehören die Nasenbären zu den Kleinbären. Der Schwanz ist fast so lang wie der gesamte Körper und misst 42 bis 68 Zentimeter. Die genaue Größe hängt von unterschiedlichen Faktoren, wie der Gattung und dem Geschlecht ab. Die Männchen sind generell größer als die weiblichen Tiere.

  • Nelson-Nasenbär: Ist der Kleinste der bekannten Nasenbargattungen. Die Größe zeigt Überlappungen mit der Festlandpopulation. Das Fell ist kurz, braun und fühlt sich weich an. Um die Nase zeigt sich ein weißer Streifen.
  • Südamerikanischer Nasenbär: Er ist mit 3,9 Kg etwas schwerer, allerdings geringfügig kleiner als der Weißrüssel-Nasenbär. Das braune Fell ist kurz und rau. Um die Nase sind die südamerikanischen Nasenbären von grau bis braun, jedoch keinesfalls weiß, wie seine Artverwandten.
  • Weißrüssel- Nasenbär: Durchschnittlich hat ein ausgewachsener Weißrüssel-Nasenbär 3,8 Kg und erreicht 55 Zentimeter Kopf-Rumpf-Länge. Wie der südamerikanische Nasenbär hat ebenfalls der Weißrüssel-Nasenbär ein braunes Fell, allerdings in einem dunkelbraunen Farbton. Um die Nase ist das Tier, wie der Name vermuten lässt, weiß.
  • Bergnasenbär: Mit einer Länge von bis zu 40 Zentimeter und eine Schwanzlänge von etwa 23 Zentimeter, ist der Bergnasenbär kleiner als sein südamerikanischer Artgenosse. Das graubraune Fell und der gelbbraune bis dunkelbraune Schwanz sind rau.

Während die Vorderbeine kurz sind, haben die quirligen Kleinbären lange Hinterbeine. Dadurch sind sie sehr beweglich, was sich ebenfalls über die Spitze ihres Rüssels sagen lässt.

Nasenbär als Haustier halten – Ist das möglich?

Grundsätzlich wäre es möglich, dass ein Nasenbär als Haustier gehalten wird. Allerdings wird davon abgeraten, da es sich um Raubtiere handelt und diese eine entsprechende Pflege und Beschäftigung benötigen.

Aus diesem Grund sollte jeder für sich gut überlegen, ob er das Wildtier aus seiner Umgebung reißen und in einem verhältnismäßig kleinen Gehege halten möchte. Die Tiere sind besonders anspruchsvoll, tagaktiv und nur schwer zu erziehen.

 

Um dem Tierschutz gerecht zu werden, wurden 2014 von der Bundesregierung Vorgaben entsprechend einem Gutachten herausgegeben, die einzuhalten sind und eventuell vom zuständigen Veterinäramt kontrolliert werden. Weitere Punkte ergeben sich durch die natürliche Lebensweise der Tiere.

Gruppentiere: Nasenbären sind Gruppentiere, eine Haltung ohne Gesellschaft wäre also nicht artgerecht.

Gehege mit Dach: Nasenbären sind gute Kletterer und Graber, weshalb das 3-4 Meter hohe Gehege ausbruchsicher sein muss und ein Dach benötigt wird, um den Nasenbär als Haustier halten zu dürfen. Es muss ein beheizbarer Innenraum und Freigelände vorhanden sein. Bei Kälte ist ausschließlich ein Aufenthalt im Inneren geduldet.

Innenraum und Freigelände müssen mit Bäumen versehen sein, tropisches Klima und Versteckmöglichkeiten aufweisen.

Starker Eigengeruch: Das Waschen der wasserscheuen Tiere ist nicht möglich, die Geruchentwicklung muss berücksichtigt werden.

Spezielle Nahrung: Es handelt sich um Allesfresser. Früchte, pflanzliche Nahrung, aber auch tierische Nahrung wie Insekten und kleine Wirbeltiere sowie Aas gehören zum Speiseplan der kleinen Bärentiere.

Scharfe Zähne: Es handelt sich um Raubtiere, weshalb die Zähne als sehr scharf anzusehen sind. Durch Beißen wird das Revier gegen Eindringlinge verteidigt.

Es ist nicht einfach, dass Tag für Tag über die gesamte Lebenszeit von 10 bis 15 Jahren der Nasenbären auf Urlaub verzichtet und Krankheit ausgeblendet wird. Die Nasenbären sind skeptisch gegen Fremde, auch wenn die vorübergehend füttern, und greifen dementsprechend an. All dies erschwert die Haltung als Haustier.

Natürlicher Lebensraum und Herkunft

Nasenbär, Haltung als Haustier

Der Nasenbär – in allen Gattungen, hat seine Heimat auf dem amerikanischen Kontinent, genauer gesagt in Süd- und Mittelamerika. In freier Wildbahn können die Nasenbären vom Südwesten der USA bis nach Argentinien beobachtet werden. Sie verbringen einen Teil des Tages auf Bäumen, um zu schlafen und ziehen deshalb Wälder vor.

In diesem Punkt sind sie nicht wählerisch, es kann sich um tropische Regenwälder oder laubabwerfende Wälder gleichermaßen handeln. Als weiterer Lebensraum werden Wälder am Rande von Wüsten und Flüssen angesehen. Die Haltung des Nasenbärs als Haustier in einem kleinen Gehege ist auch deshalb nicht artgerecht.

Da der Nasenbär auf dem Boden auf Nahrungssuche geht, den Boden durchwühlt, in Spalten und Höhlen nach Nahrung sucht, ist es viel unterwegs und braucht Bewegung. Bis zu einer Höhenlage von 2500 Metern kann sich der Rüsselbär ebenfalls im Gebirge niederlassen. Ausnahme ist der Bergnasenbär, der in den hohen Wäldern der Anden bis zu 3200 Metern über dem Meeresspiegel lebt.

Ernährung des Nasenbärs: Als Haustier nur schwer zu halten

Nasenbären lassen sich zu Recht als Allesfresser bezeichnen. Grundlegend sind sie nicht wählerisch in dem, was sie fressen, allerdings legt der Nasenbär Wert auf die Qualität und Natürlichkeit seines Futters.

Ob pflanzlich oder tierisch, von kleinen Wirbeltieren, Skorpionen, Spinnen, Larven bis hin zu Aas befinden sich verschiede Tierarten auf dem Speiseplan. Zusätzlich entscheidet sich der Nasenbär für Früchte, allerdings müssen diese auf natürliche Weise gereift sein. Nachgereifte Früchte werden von den Tieren eher abgelehnt. Alles in allem bleibt zu sagen, dass Nasenbären Wildtiere sind und keine Streicheltiere, weshalb eine Haltung als Haustier nicht artgerecht und in der Praxis auch kaum möglich ist.