Wurfgeschwister: Bedeutung und halten

Wurfgeschwister

Viele Haustierhalter neigen als Tierfreunde dazu, ihre haarigen Mitbewohner lieber in der Mehrzahl zu halten anstatt nur ein Tier alleine zu adoptieren: Sie erhoffen davon, den Tieren einen Kameraden zu bieten, den ein menschliches Verhältnis nicht ersetzen kann.

In diesem Sinne wird oftmals auch diskutiert, gleich zwei Tierbabys aus der gleichen Familie, sogenannte Wurfgeschwister, aufzunehmen. Ist dies wirklich sinnvoll – und was sollte beachten, wenn man die Entscheidung trifft?

Bedeutung und Erklärung von Wurfgeschwistern

Zwei Geschwister aus einem Wurf zu erwerben wird vor allem beim Kauf von Hunden abgewägt. Im Englischen bezeichnet man das Halten zweier Geschwister-Welpen als „Littermate Syndrom“. Dabei wurden vermehrt folgende Muster festgestellt: Der Vorteil einer solchen Anschaffung liegt eindeutig darin, dass sich der Mensch als Hundehalter weniger um die Beschäftigung des Tieres kümmern muss.

Das Verhältnis der Geschwister ist so eng und vertraut, dass sie mit sich selbst auskommen. Umgekehrt ist eben jenes auch der Nachteil der Haltungsweise, da die Hunde sich an ihr Zusammenleben gewöhnen und dies als notwendig empfinden.

Würde man die Hunde irgendwann voneinander trennen, kämen sie damit kaum zurecht. Diese Beobachtungen lassen sich auch bei Katzen feststellen, wobei Katzen in der Regel generell weniger Bezug zum Menschen haben als Hunde.

Bei Kleintieren, wie zum Beispiel Mäusen oder Kaninchen, ist das Thema im Allgemeinen nicht mehr von Relevanz, da diese ohnehin keine tatsächliche Beziehung zu ihrem Halter haben.

 

Wurfgeschwister suchen und finden

Ob ein Züchter gleich zwei Hunde aus demselben Wurf an den Käufer abgibt, liegt in seiner eigenen Entscheidung. Vor allem bei Jagdhunden liegen die Chancen dahingehend besser, da sie sich in Gruppen wohler fühlen als alleine.

  • Besitzt man bereits einen einzelnen Hund und möchte seine Geschwister finden, so gibt es online mehrere Quellen dazu.
  • Das Internet bietet eine Reihe von Portalen und Foren, die zum Austausch verwendet werden können.
  • Auch werden Kontakt- beziehungsweise Suchanzeigen gestellt, auf denen der Haustierhalter fündig werden kann.
  • Nicht jeder Tierhalter erhofft dabei auch auf ein Zusammentreffen der Hunde, oftmals ist auch nur der bloße Austausch über die verschieden Geschwister erwünscht.

Selbst auf gängigen sozialen Netzwerken werden Gruppen erstellt, die sich auf das Suchen und Finden von Wurfgeschwistern beziehen.

Hundegeschwister paaren

Es wird nicht nur dringend abgeraten, Wurfgeschwister zu paaren – es ist darüber hinaus sogar verboten. Diese Paarung wird als „Inzest“ bezeichnet. Werden Hundegeschwister doch miteinander gepaart, können Fehl- und Missbildungen auftreten, wie es auch bei Menschen der Fall ist.

Davon abgegrenzt wird allerdings, zwei Tiere miteinander zu paaren, die nicht im ersten Grad verwandt sind, sondern durch mehrere Generationen getrennt. Dies wird als „Inzucht“ bezeichnet und ist durchaus erlaubt.

Vor allem Linienzüchter gehen so bei ihrer Nachzucht vor, um bestimmte Merkmale und Attribute des Nachwuchses zu sichern. So werden Unterschiede innerhalb einer Rasse geringer und die Nachzucht einheitlicher.

Katzen Wurfgeschwister

Katzen-Babys

Anders als bei Hunden ist das Verhältnis von Katzen zu ihrem Halter nicht notwendigerweise ausgeprägt – je nach Charakter der Katze kann es auch vorkommen, dass sie menschenscheu sind, somit keine Nähe suchen, sich nicht streicheln lassen und nicht wollen, dass mit ihnen aktiv gespielt wird.

Gerade deshalb ist die Haltung von Katzengeschwistern sehr beliebt – es wird bestens empfohlen. Manche Katzenzüchter übergeben ihren Nachwuchs sogar ausschließlich in der Mehrzahl ab. Katzenbabys gewöhnen sich sehr schnell aneinander und fühlen sich viel wohler, wenn sie zusammen gehalten werden.

Einzelne Streitfälle sind, wie bei menschlichen Geschwistern, nicht ausgeschlossen, allerdings bedeutend seltener als bei Katzen, die nicht miteinander verwandt sind. Dennoch kann es aus zu wenigen Ausnahmen kommen, in denen sich die Geschwister nicht verstehen und gegenseitig ignorieren.

Wichtige Tipps für die Haltung

Entschließt man sich bei der Anschaffung seines Haustieres zu einem Geschwisterpaar, gibt es je nach Art des Tieres bestimmte Faktoren, die beachtet werden müssen. So trifft bei Hunden oft das Problem auf, dass sich die Geschwister schwerer erziehen lassen, wenn sie gleichzeitig adoptiert werden.

  • Da sie im Doppelpack weniger auf ihr Herrchen oder Frauchen bezogen sind, besteht die Gefahr, dass sie auch weniger auf Kommandos und Verbote achten.
  • Um dies zu umgehen, gibt es die Möglichkeit, die beiden Hunde getrennt zu erziehen und erst später den Bruder oder die Schwester als Zweithund miteinzubeziehen.
  • In diesem Zusammenhang wird allerdings auch offensichtlich, dass zwei Hunde definitiv mehr Arbeit bedeuten als ein einzelner.

Auch, wenn sie sich nach erfolgreicher Erziehung selbst unterhalten können und der Mensch weniger Beschäftigung leisten muss. Abgesehen davon sollte bei einem gemischten Geschwisterpaar unbedingt an eine Kastration beziehungsweise Sterilisation gedacht werden, damit kein Risiko von Inzest besteht.

Wurfgeschwister bei anderen Haustieren

Dies gilt auch für andere Kleintiere als Wurfgeschwister. Bei Katzen muss darüber hinaus darauf geachtet werden, dass die Wurfgeschwister direkt zusammenbleiben und nicht nacheinander aufgenommen werden, damit sie nicht entfremden.

Bei Kleintieren wie Kaninchen oder Meerschweinchen sollte generell immer berücksichtigt werden, dass sie auf jeden Fall in Gruppen leben, da sie dringend Gesellschaft benötigen. Dies kann natürlich auch in der Konstellation von Geschwisterpaaren erfolgen.

Trotzdem gibt es auch Kleintiere, die im Allgemeinen nur einzeln gehalten werden sollten. Beispielsweise sind alle Exemplare der Gattung „Mittelhamster“, zu denen der Goldhamster, der Türkische Hamster, der Schwarzhamster und der Rumänische Hamster gehören, tatsächliche Einzelgänger – sie verstehen sich nicht mit weiteren Partnern und kommen nur im Sinne der Fortpflanzung zusammen.