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Entwicklung des Delfins

Wenngleich viele Laien bis heute der Meinung sind, dass der Delfin zu den Fischen zählt, gehört er doch zu den Säugetieren (Mammalia), genauer gesagt zu den Meeressäugern. Als  den Walen (Cetacaea) zugehörig finden sich seine Vorfahren unter den Landtieren. Als ältester Vorfahr der Walfamilie zählt der Pakicetus. Dieser lebte im frühen Eozän, welches zwischen 55,8 Millionen und 33,9 Millionen Jahren vor unserer Zeit eingestuft wird.

Heute würde man dieses Wesen wohl als rattenähnliches Tier von der Größe eines durchschnittlichen Hundes beschreiben. Die Gattung lebte an Land, jedoch nah am flachen Wasser oder in Sumpfgebieten. Der Schädel besaß bereits Ähnlichkeit zu denen der heutigen Walarten, der Körper war jedoch noch durchgängig an das Leben an Land angepasst.

Die hinteren Extremitäten bildeten sich schrittweise zurück, ebenso der Beckengürtel. Die vorderen Extremitäten hingegen wandelten sich zu Seitenflossen (Flipper). Der Körper wurde stromlinienförmiger und bildete neue Körperteile wie die charakteristische Rückenflosse (Finne) aus. Eine wichtige Zwischenstufe stellt dabei der Ambolucetus dar, der bereits sehr stark an das Leben im Wasser angepasst war, sich jedoch auch noch an Land bewegen konnte.

Der Dorudontidae, der Rodhocetus und andere hingegen besaßen noch mehr oder weniger die für Landtiere typischen, jedoch schon deutlich zurückgebildete Extremitäten. Weitere körperliche Veränderungen betrafen das Haarkleid: Es wurde wasserabweisend wie bei dem Rodhocetus oder verringerte sich zugunsten einer glatteren Haut, unter welcher sich der so genannte Blubber entwickelte. Als Blubber wird die den Walen eigene Fettschicht bezeichnet, welche zur Wärmeisolierung und Nährstoffspeicherung dient.

Das Gebiss passte sich an die Nahrung an (Zähne oder Barten, Zahnwale und Bartenwale), die Schnauze verlängerte sich. Die Nasenlöcher verlagerten sich und entwickelten einen aktiven Verschluss für den Tauchvorgang. Die Organe vergrößerten sich (Nieren, Herz und Lunge) um die Versorgung des Körpers unter Wasser zu gewährleisten. Wale sind außerdem in der Lage, nicht-lebensnotwendige Organe zeitweise von der Sauerstoffversorgung zu trennen und ihren Herzschlag zu regulieren.

Da sich Bartenwale vorwiegend von Kleintieren und Plankton ernähren, entwickelten sie ihr Gebiss zu den so genannten Barten. Hierbei handelt es sich um kammartige, ausgefranste Hornscheiben, durch welche sie Nahrung aus dem Wasser „sieben“. In der Vergangenheit wurden die Barten auch als Fischbein unter anderen für die Herstellung von Korsetts verwendet. Bartenwale sind zumeist sehr groß und können laute Töne im Infraschallbereich ausstoßen, die über weite Entfernungen hin zu vernehmen sind.

Die Zahnwale hingegen, zu denen auch die Delfine gehören, haben in der Regel eine Reihe kegelförmiger Zähne an Ober- und Unterkiefer. Zahnwale sind kleiner als Bartenwale, besitzen nur ein Blasloch („Nasenloch“) und nutzen für die Kommunikation Pfeiflaute sowie Ultraschalllaute für die Orientierung, mit deren Hilfe sie ein Sonarsystem, vergleichbar einem Echolot, nutzen können. Viele Arten der Zahnwale sind für ihr komplexes Sozialverhalten bekannt.