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Das Aussterben der Saurier

Kaum eine Frage wird im Zusammenhang mit den Dinosauriern so viel und intensiv diskutiert wie die Frage nach den Ursachen ihres Aussterbens. Wie kann es sein, dass so riesige und mächtige Tiere, die Millionen von Jahren das Bild der Erde prägten, so schnell verschwinden konnten. Warum finden wir heute keine Dinosaurier mehr? Andere Tierarten wie Haie oder Quastenflosser etwa haben ja auch bis heute überlebt.

Das Aussterben der Dinosaurier führt zudem vor Augen, dass Veränderungen des Klimas schwerwiegende Folgen haben können, so schwer, dass eine komplette Tierart aussterben kann. Gerade im Hinblick auf die drohende Klimaveränderung, die uns bevorsteht, ist eine genauere Untersuchung dieser Zusammenhänge von Bedeutung.

Die Feststellung, dass die Dinosaurier ausgestorben sind, verwundert manchen auch in anderer Hinsicht. Denn allgemein kennt man seit Darwin das Gesetz, dass in der Natur der Stärkste überlebt. Welche Lebewesen, so mag man denken, waren je stärker als Dinosaurier. Doch Darwins Gesetz darf man nicht zu sehr verallgemeinern. Denn der Stärkste ist der, der sich schnell und gut den jeweiligen Umständen anpassen kann. Und dies war bei den Dinosauriern nicht der Fall.

Die bekannteste Theorie zum Aussterben der Dinosaurier geht davon aus, dass der Einschlag eines riesigen Meteoriten für die Katastrophe verantwortlich war. Hierzu muss man wissen, dass solche Einschläge in der Frühgeschichte der Erde häufiger stattfanden als heute. Heute ist die Wahrscheinlichkeit einer solchen Katastrophe ziemlich gering.

Der Einschlag des Meteoriten verursachte nicht nur eine gewaltige Explosion. In der Folge wurde die Erde auch von einer hohen Flutwelle überzogen. Eine Unmenge an Staub wurde in die Atmosphäre geschleudert und verdunkelte die Sonne. Dieser Einschlag fand vermutlich im heutigen Mexiko statt, genauer: an der Nordküste der mexikanischen Halbinsel Yucatán. Dieser Meteorit hatte einen Durchmesser von zehn Kilometern und traf mit einer Geschwindigkeit von rund 10 Kilometern pro Stunde auf die Erde. Den Krater kann man noch heute z. B. auf Satellitenbildern sehen, er hat einen Durchmesser von rund 200 Kilometern.

Besonders die Verdunklung der Sonne hatte schwere Folgen: Die Temperatur sank rapide, das mangelnde Licht ließ viele Pflanzen sterben. Dies führte zu einem regelrechten Massensterben, bei dem etwa 50 Prozent aller Pflanzen- und Tierarten für immer verschwanden.

Diese Theorie über das Massensterben wurde 1980 von dem Physik-Nobelpreisträger Luis Alvarez und seinem Sohn Walter Alvarez aufgestellt. Bei der Analyse von Bodenproben stellte Walter Alvarez fest, dass diese eine hohe Menge an Iridium aufwiesen. Iridium findet man jedoch auf der Erde kaum, im Weltraum existiert es jedoch in großen Mengen. Da die Bodenprobe einer Schicht entnommen wurde, die aus dem Ende der Kreidezeit stammt, war die Theorie schnell geboren. Später entdeckte man auf Satellitenbildern den riesigen Krater des Meteoriten.

Andere Forscher glauben nicht, dass allein dieser Meteoriteneinschlag die Ursache für das Aussterben der Dinosaurier darstellt. Sie gehen vielmehr davon aus, dass eine Vielzahl weiterer Faktoren, das Verschwinden der Saurier begründet. Denn Meteoriteneinschläge gab es damals häufiger. Der in Mexiko nachgewiesene war bei Weitem nicht der einzige. Mindestens ebenso wichtig ist der Kontinentaldrift: Der Kontinent Pangäa brach auseinander. Kleinere Flachmeere verschwanden, die einzelnen Kontinente drifteten weg vom Äquator in kältere Regionen. Viele Tiere verloren ihre Lebensräume, plötzlich lagen zwischen den Kontinenten riesige Meere. Nur die flexibelsten Tiere waren in der Lage, sich an die nun herrschenden Jahreszeiten in den nördlicheren Regionen anzupassen.

Wenn die Saurier, wie einige Forscher vermuten, wechselwarme Tiere gewesen sind, hat sie eine solche Temperaturumstellung besonders stark getroffen. Säugetiere und Vögel sind beispielsweise Warmblüter, genauer gesagt: Sie erzeugen ihre Körperwärme selbst. Schlangen dagegen sind Kaltblüter, ihre Körpertemperatur ist von der Temperatur der Außenwelt abhängig. Dennoch sind sich die Forscher nicht darüber einig, ob die Dinosaurier wirklich Kaltblüter waren.

Eine andere Theorie macht zudem die Eierschalen der Dinosaurier verantwortlich für ihr Aussterben. Die Dicke der Eierschalen hat sich möglicherweise durch Stress verändert: Zu dünne Eierschalen bieten den Embryos zu wenig Schutz, die Schale hätte aufbrechen können, noch bevor die Embryos voll entwickelt sind. Zu dicke Eischalen hätten ein Schlüpfen verhindert, weil die Jungen nicht stark genug gewesen wären, diese zu durchstoßen.