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Vererbung

Will man sich mit der Vogelzucht beschäftigen, sollte man grundsätzliche Kenntnisse in der Vererbung vorweisen können. Zumal dann, wenn es sich um die Zucht domestizierter Vogelarten handelt. Die Vererbung bildet nämlich die Grundlage der genetischen Veranlagung, die Lebewesen bzw. Elterntiere, in diesem Fall die Vögel, auf ihre Jungtiere direkt und Generationen übergreifend auch indirekt übertragen. Die Vererbungslehre beruht auf den Grundsätzen der Mendelschen Lehre, benannt nach ihrem Entdecker Georg Mendel.

Der Erbgang nimmt bei der Erzeugung von Jungtieren seinen natürlichen Lauf. Er basiert auf den Geschlechtchromosomen X und Y. Wobei männlich die Paarung XY und weiblich die Paarung XX aufweist. Ferner spricht man innerhalb der Vererbungslehre von verschiedenen Erbgängen, die sich in dominant, rezessiv, geschlechtsgebunden und intermediär unterteilen lassen. Dabei kann man davon ausgehen, dass dominante Erbfaktoren sich stets gegenüber rezessiven durchsetzen. Geschlechtsgebundene Vererbung bedeutet allgemein gesehen, dass der Vater direkt auf die Tochter und die Mutter direkt auf den Sohn vererbt. Und der intermediäre Erbvorgang liegt bei den Äußerlichkeiten beispielsweise farblich exakt zwischen zwei Mutationen.

Ferner ist die Vererbung von besonderer Bedeutung, da sie sich auf die Entwicklung der Jungtiere auswirkt. Werden zwei dominant vererbende Tiere zur Zucht angesetzt, kann schnell der Letalfaktor eintreten. Dies ist ein Vorgang, der zum Tode der Jungtiere, meist schon zum Absterben der Eier führt. Ebenfalls können sich bei unzureichenden Vererbungskenntnissen Missbildungen bei den Tieren bilden. Blindheit, Verkrüppelungen, und sonstige Behinderungen sind oft auf genetische Probleme zurück zu führen.

Im Gegenzug führten die Vererbungskenntnisse im Bereich der Nutztierhaltung zu entscheidenden Vorteilen. Denn dadurch konnten Haustiere gezüchtet werden, die für die Lebensmittelproduktion eindeutige Vorzüge aufwiesen – z.B. erhöhte Fleischmengen, Fettarmut, usw.

Inzucht ist in jedem Fall zu vermeiden, da sie nicht den natürlichen Grundsätzen und dem menschlichen Ethikverständnis entspricht. Auch dann, wenn vererbungstechnische Rückkreuzungen Vorteile versprechen könnten.