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Katzen in den Kulturen und Religionen

Im antiken Ägypten waren Katzen Tiere, die verehrt wurden. Sie hielten die Kornkammern von Mäusen frei und trugen somit dazu bei, dass die Lebensmittelvorräte der Menschen unbeschadet blieben. Die Katzengöttin Bastet, die für Liebe und Fortpflanzung stand, ist ein beeindruckendes Indiz für die daraus entstehende Verehrung.

Diese positive Besetzung der Katze wandelte sich im europäischen Mittelalter, das geprägt war durch die christliche Religion. Katzen wurden in dieser Zeit als Symbole des heidnischen Glaubens betrachtet – nicht zuletzt deshalb, weil sie auch in der nordischen Mythologie eine bedeutende Rolle einnahmen – und litten unter einer massiven Verfolgung. Alle Eigenschaften der Katze, die besonders gerne auch als Begleiterin von Hexen dargestellt wurde, wurden negativ gedeutet: Das viele Schlafen wurde mit der Sünde der Faulheit assoziierte, genauso wie das laute Paarungsverhalten als Indiz für Wollust gedeutet wurde. Die Liste der negativen Assoziationen, die durch den christlichen Glauben motiviert waren, könnte dabei fast unaufhörlich weiter geführt werden. Nicht selten landeten Katzen daher zusammen mit Frauen, die der Hexerei bezichtigt wurden, auf dem Scheiterhaufen.

Im Islam ist die Katze nicht negativ besetzt gewesen. Mohammed selbst soll ein ausgesprochener Freund der Samtpfoten gewesen sein. Das beste Beispiel hierfür bietet eine Geschichte, die über ihn erzählt wird: Als Mohammed zum Gebet gehen musste, aber noch seine schlafende Katze im Arm hielt, soll er es nicht über sein Herz gebracht haben, das Tier zu wecken. Er zog es vor den Ärmel seines Hemdes abzuschneiden, damit die Katze auf diesem weiter schlafen konnte und er zum Gebet gehen konnte. Auch soll in der Zeit von Mohammed ein Rechtsbrauch entstanden sein, der noch lange Zeit in den arabischen Ländern Anwendung fand. Tötete ein Mensch eine Katze, musste er dafür eine Strafe zahlen. Die Höhe der Strafe wurde an der Größe der Katze gemessen und musste in Getreide beglichen werden. Hier spiegelt sich erneut die wichtige Rolle der Katze als Hüterin der Kornkammern wieder. Für die Leistungen, die sie für die Bewahrung der Vorräte vollbrachte, wurde sie respektvoll behandelt.

In Japan wurden Katzen magische Kräfte nachgesagt. Die Magie, die von ihnen ausgehen sollte, war dabei einerseits Grund, sie als Glücksbringer zu betrachten, andererseits wurde die Magie aber auch teilweise als gefährlich betrachtet. Die Glücksbringerfunktion kann man heute immer noch an den winkenden Katzen, wie sie in japanischen Geschäften aufgestellt werden, erkennen: Sie sollen den Geschäftsleuten zu Reichtum verhelfen.

Betrachtet man die kultur- und religionsgeschichtliche Symbolik der Katze wird deutlich, dass diese sehr unterschiedlich ausgestaltet war. Sie wurde sowohl als Göttin verehrt als auch als Dämon verachtet. Dazwischen stehen Kulturen und Religionen, die der Katze respektvoll gegenüberstanden und sie für ihre Dienste schätzten.