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Sozialisierung der Katze

Nicht immer verläuft die Sozialisierung einer neuen Katze völlig ohne Probleme. Scheue Katzen zum Beispiel, die bisher ein Leben auf der Straße gewohnt waren, Tiere mit ungewisser und sehr wahrscheinlich schlechter Vergangenheit haben sehr große Probleme, sich in ihrem neuen Zuhause einzugewöhnen. Schließlich können sie nicht automatisch davon ausgehen, dass ihr neuer Mensch es wirklich gut mit ihnen meint. Das Vertrauen ist durch schlechte Erfahrungen verloren gegangen. Besonders Tiere aus dem Tierheim mussten oft schon Schlimmes erleben und sind entsprechend verstört. Solche Kandidaten werden sich wahrscheinlich, in ihrem neuen Zuhause angekommen, hinter oder unter Möbelstücken verkriechen und aus diesem sicheren Versteck heraus alles misstrauisch beobachten.

Der größte Fehler, den der Mensch in einem solchen Fall machen kann, ist, das ängstliche Tier aus seinem Versteck zu zerren. Katzenbesitzer sollten mit ihrem scheuen Kätzchen sehr behutsam umgehen. Das bedeutet, Futter, Wasser und Katzentoilette vorerst in unmittelbarer Nähe zu platzieren und die Katze ansonsten in Ruhe zu lassen. Laute Musik, Türenschlagen und lautes Diskutieren sollten möglichst vermieden werden. Vor allem am Abend, wenn der Katzenhalter Zeit hat, kann er sich in denselben Raum setzen, in dem sich die Katze aufhält und dabei lesen, stricken, Kreuzworträtseln oder ähnliches, ohne dem Tier Beachtung zu schenken.

Sehr günstig ist es, wenn der Katzenhalter sich dabei auf den Boden setzt, praktisch auf Augenhöhe mit der Katze. So wirkt er weniger bedrohlich. Irgendwann wird die Neugier siegen und die Katze wagt sich immer weiter aus ihrem Versteck und nimmt Kontakt zu ihrem Menschen auf, lässt sich sogar streicheln. Das kann je nach Temperament der Katze zwei Tage, aber auch zwei Wochen dauern. Ist das Eis erst einmal gebrochen, wird die Katze recht schnell eine enge Bindung zu ihrem neuen Besitzer herstellen.

Kommt eine Katze in einen Haushalt, in dem schon eine oder mehrere Katzen leben, klappt die Eingewöhnung selten auf Anhieb. Am Tag der Ankunft sollten die Tiere in getrennten Räumen gehalten werden. Ein Stück Stoff, zum Beispiel ein Handtuch oder ein anderer Gegenstand des jeweils anderen Tieres hilft sowohl dem Neuankömmling als auch den Altkatzen dabei, sich an den Geruch des Gegenübers zu gewöhnen, womit eine erste Hürde genommen wäre.

Auch sollte die neue Katze am Anfang ihre eigene Toilette und jeweils einen eigenen Napf für Futter und Wasser bekommen. Am nächsten Tag kann dann langsam mit der Zusammenführung begonnen werden. Wichtig dabei ist, den bisherigen Katzen mehr Aufmerksamkeit und Streicheleinheiten zu schenken als dem Neuankömmling. Damit wird Eifersucht weitestgehend vermieden. Ohne Knurren, Kratzen und Fauchen wird dennoch kaum eine Eingewöhnung ablaufen. Ist nach vier Wochen jedoch noch immer keine Besserung absehbar, sollte zum Wohle aller darüber nachgedacht werden, die neue Katze anderweitig unterzubringen.

Kommt eine Katze zu einem neuen Besitzer, aus welchen Gründen auch immer, kann es ebenfalls zu Eingewöhnungsschwierigkeiten kommen. Wichtig ist, liebevoll auf das Tier einzugehen, es aber niemals zu bedrängen. Je nach Naturell der Katze kann die endgültige Sozialisierung zwischen vier und acht Wochen, in seltenen Fällen sogar noch länger dauern, denn die Katze trauert zunächst einmal um ihren vorherigen Besitzer, vermisst ihr altes Zuhause und muss sich erst damit arrangieren, dass sie ab nun ein anderes Leben lebt.