Tauwürmer züchten

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Tauwürmer gehören zu den bekanntesten Vertretern der Regenwürmer. Eine andere Bezeichnung für den Tauwurm lautet deshalb auch der Gemeine Regenwurm. Genauer wird er als Lumbricus terrestris bezeichnet und gehört nicht nur zu den häufigsten, sondern auch zu den größten Regenwurmarten in Europa. Man kann den Tauwurm selbst fangen und bedingt auch selbst züchten. So kann er beispielsweise als Angelköder dienen. Die Wurmsuche gestaltet sich jedoch nicht immer als einfach.

Tauwürmer und ihre Lebensweise

Bekanntlich leben Tauwürmer in unterirdischen Tunnelsystemen. Sie sind dabei nachaktiv und treten in der Regel an die Oberfläche, wenn es feucht und dunkel ist. In der Dämmerung oder in der Nacht hat man deshalb die besten Chancen, einen Wurm dieser Art zu fangen. Sie begeben sich dann an die Oberfläche, um Nahrung zu suchen oder sich fortzupflanzen.

Nach Regengüssen und bei noch feuchter Erde findet man häufig sogar Tauwurm-Kolonien – also große Ansammlungen an der Erdoberfläche. Man beachte jedoch, dass der Tauwurm in der Regel noch mit dem hinteren Ende seines Körpers im Erdloch hängt und deshalb blitzschnell wieder im Boden verschwindet, wenn er Gefahr wittert. Das Suchen und Fangen ist deshalb nicht immer eine einfache Angelegenheit.

Tauwurm suchen

Da der Tauwurm als optimaler Universalköder für alle Fischarten gilt, kann er selbst gesucht und gefangen werden. Anschließend erfolgt eine ähnliche Vermehrung, wie sie auch bei der allgemeinen Regenwurmzucht stattfindet. Wer die Packung also nicht im Handel kaufen möchte, der kann sich mit Hilfe weniger Utensilien auf die Suche machen und anschließend zu Hause Tauwürmer züchten.
Am besten wird in der Nacht gesucht. Eine Taschenlampe hilft dabei.

  • Tauwürmer erscheinen im Schutze der Dunkelheit an der Oberfläche, solange die Erde nicht zu kalt und dennoch feucht genug ist.
  • Auf der blanken Erde oder auf kurz geschnittenem Rasen erkennt man die Würmer am besten. So können sie auch auf Gartenbeeten ausfindig gemacht werden.
  • Nach einem Taufall oder Regen erscheinen die Tauwürmer besonders zahlreich. Diese Nächte eignen sich zum Fangen und Sammeln am besten.
  • Hier sollte man jedoch darauf achten, dass kein zu helles Licht auf die Würmer trifft. Die Taschenlampe sollte also nicht zu hell leuchten, da sich die Würmer sonst wieder in den Boden verkriechen.

Tauwurm fangen

Hat man einen Tauwurm entdeckt, so kann man ihn fangen und aufbewahren. Ist der Wurm möglicherweise verletzt, so sollte man ihn am besten rasch verangeln. Gesunde und beschädigte Tauwürmer sollten nicht zusammen aufbewahrt werden, da die kranken Würmer sonst sterben und die gesunden anstecken.

Ein schattig, kühles und frostfrei gehaltenes, großes Behältnis dient der Hälterung. Eine Wurm-Kiste sollte hierzu mit 3 Schichten gefüllt werden.

 
  1. Ganz unten die 10-15 cm dicke Entwässerungsschicht, die aus zerknüllten Zeitungen oder Tonscherben besteht.
  2. Darüber sollte eine 30 bis 50 cm starke Erdschicht folgen, die bestenfalls aus einer Mischung besteht: Moos, alte Blätter und lockere Komposterde.
  3. Im Handel gibt es zudem spezielle Utensilien, die bei der Züchtung und Hälterung von Würmern helfen.
  4. Die oberste Schicht besteht aus diversen Jutesäcken, die übereinander liegen. Sie werden stets feucht gehalten.
  5. Das Futter, bestehend aus Teeblättern, Laub oder Kaffeesatz sowie Gemüseabfällen wird unter die Jutesäcke gelegt. Anschließend erfolgt die Vermehrung.

Beachten sollte man, dass die Kiste regelmäßig nach Ameisenbefall, Schimmel und toten Würmern kontrolliert wird. Des Weiteren sollten die Tauwürmer nicht zu dicht aufeinander oder mit anderen Wurmarten zusammen gehalten werden. Auch darf der Behälter nicht zu klein sein, da die Würmer sonst absterben.

Hintergrundinformationen zur Züchtung

Tauwürmer gelten als nicht ganz so einfach züchtbar wie andere Wurmarten. Diese Tatsache schlägt sich auch auf den Preis nieder. Schwierig zu züchten sie sind vor allem deshalb, weil sie als sehr empfindlich gelten. Ihr Anspruch an die Lebensbedingungen ist äußerst hoch und sollte ein Wurm im Behälter krank sein und nicht entfernt werden, so sterben auch die anderen Würmer ab. Aus diesem Grunde empfiehlt sich trotz der oben genannten Tipps, ein Kauf im Fachhandel.

Wichtiges zur Tauwurmzucht

Noch einmal zusammenfassend ist es wichtig zu beachten, dass bei einer eigenen Tauwurmzucht möglichst große Behälter genutzt werden. Wenn das Licht angelassen wird, kann man zudem dafür sorgen, dass die Tauwürmer nicht aus den Zuchtbehältern flüchten, da die Würmer sehr lichtscheu sind.

Idealerweise bietet sich für die eigene Zucht eine Temperatur von 2-6 °C an. Torfmüll und Humus sowie gute Komposterde eignen sich sehr gut als Basis für das Züchten. Wichtig ebenfalls ist der pH-Wert des Bodens, welcher im Optimalfall bei 6,5 liegt.

Zudem sollte die Erde alle 2-3 Monate erneuert werden, wenn man erfolgreich Tauwürmer züchten möchte. Die Vermehrung erfordert Geduld, denn etwa 1 Jahr dauert es bis die Geschlechtsreife erlangt wird. Anschließend sind weitere 6-12 Monate nötig, bis die Nachkommen aus ihren Kokons schlüpfen. Äußere Bedingungen wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit können die Zeit beeinflussen – dies ist jedoch schwer abschätzbar.

Überwinterung

Um Tauwürmer zu überwintern bieten sich am besten Temperaturen von 2 bis 4 °C an. Dann wird der Stoffwechsel zurückgefahren und der Pflegeaufwand wird geringer.

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Tauwurm beim Angeln

Eine Vielzahl an Angelfischen lässt sich mit dem Tauwurm fangen, weshalb er als echter Universalköder bekannt ist. Wenn die Portionsgröße variiert wird, so kann man auch steuern, wie groß die Beute sein soll. Ein Stück aus dem helleren Schwanzteil liefert die kleinste Portion für kleinere Fische. Mit einem scharfen Messer trennt man diesen Teil ab – ein perfekter Köder für Friedfische, in der Regel sogar besser als Mais.