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Wohnungshaltung kontra Freilauf

Ob eine Katze als reine Wohnungskatze gehalten wird oder ob sie auch in den Genuss kommen darf, in der freien Natur auf Streifzüge zu gehen, liegt nicht immer im Ermessen des Katzenbesitzers. Oft fällt die Entscheidung der Vermieter, der die Katzenhaltung nur unter der Bedingung erlaubt, dass das Tier ausschließlich in der Wohnung gehalten wird und sich nicht im Hausflur oder gar im angrenzenden Garten aufhalten darf. Aber auch sonst sprechen einige Gründe dafür, die Katze im Haus zu behalten.

Wer sich einmal Statistiken ansieht, wird schnell feststellen, dass Katzen mit Freilauf eine deutlich geringere Lebenserwartung haben als Wohnungskatzen. Während Wohnungskatzen zwischen 16 und 20 Jahren alt werden können, beträgt die durchschnittliche Lebenserwartung von freilaufenden Katzen gerade einmal vier Jahre. Diese Zahlen sprechen für sich. Oft kommen Katzen mit Freilauf unter die Räder. Die Gefahr, überfahren zu werden, ist natürlich in Stadtnähe oder gar im Zentrum der Stadt wesentlich größer als in ländlichen Gegenden.

Neben der Gefahr des Überfahrens sind Katzen aber auch noch anderen Risiken ausgesetzt. Leider kommt es immer wieder zu Vergiftungen von Hauskatzen, die noch nicht einmal beabsichtigt wurden. Manche Gartenbesitzer streuen Gifte aus, um lästigen Schädlingen Herr zu werden. Da sie selbst keine Katze haben, machen sie sich über das Auslegen von zum Beispiel Rattengift keine großen Gedanken. Liegt aber gerade dieser Garten im Einzugsbereich der benachbarten Katzen, kommt es nicht selten vor, dass das Tier von dem Gift etwas aufnimmt oder eine vergiftete Maus frisst.

Katzen, die sich die meiste Zeit des Tages draußen aufhalten, werden natürlich auch des Öfteren in Kämpfe mit Artgenossen verwickelt, geraten in die Fänge eines Hundes oder machen mit einem herumstromernden Fuchs Bekanntschaft. Das geht leider nicht immer glimpflich aus. Schwere Verletzungen sind hier nie ganz auszuschließen. Darüber hinaus besteht natürlich bei Katzen, die Freilauf genießen, die Gefahr, sich bei anderen Katzen mit gefährlichen Krankheiten anzustecken, gegen die es bislang keinen Impfschutz gibt.

Manche Katzenbesitzer sehen die Entscheidung, ob die Katze ins Freie darf oder nicht, auch unter finanziellen Gesichtspunkten. Es ist nun einmal so, dass der Verlust einer Rassekatze, die mehrere Hundert Euro gekostet hat, nicht nur einen seelischen Verlust darstellt, sondern auch einen finanziellen.

Einmal abgesehen davon, dass oben genannte Gründe sehr vernünftig sind und durchaus dafür sprechen, eine Katze im Haus zu halten, gibt es natürlich auch die andere Seite der Medaille. Katzen sind bekanntermaßen sehr freiheitsliebende Tiere und geborene Jäger. Würde der Katzenbesitzer seine Katze fragen, wäre die Antwort eindeutig. Katzen genießen den Aufenthalt in freier Natur, streifen stundenlang durch ihr Revier, räkeln sich in der Sonne oder messen sich mit Artgenossen.

Dieser Drang nach Freiheit ist in jeder Katze fest verankert. Ausnahmen gibt es dennoch bei bestimmten Arten von Rassekatzen. So zum Beispiel die Perser. Nichts und niemand könnte diese Katze hinter dem warmen Ofen hervorlocken. Abgesehen von den wenigen Ausnahmen zieht es jedoch die meisten Katzen nach draußen. Wem das Glück der Katze am Herzen liegt, wird sich also eher dafür entscheiden, dem Stubentiger dieses Vergnügen zu gönnen. Allerdings sollte die Katze wenigstens die Nächte im sicheren Heim verbringen.

s ist schwierig, Katzen, die einmal Freilauf genossen haben, an die reine Wohnungshaltung zu gewöhnen. Ein Umzug lässt manchmal keine andere Wahl. Wer allerdings die Möglichkeit hat, langfristig zu planen, sollte die Katze gar nicht erst an die Freiheit gewöhnen, sondern sie vom Babyalter an in der Wohnung halten. Nur dann bekommt sie nicht das Gefühl, etwas zu vermissen.