Bisamratte

Bisamratte auf einer Wiese

Die Bisamratte ist ausschließlich in Nordamerika Zuhause. Sie zählt zu den Nagetieren und wurde durch Einfuhr über Frankreich nach Europa und Asien verbreitet. Der Name ist eigentlich recht irreführend, denn die Bisamratte ist keine Ratte und auch keine Rattenart. Die gehört zu den Wühlmäusen und ist deren größter Vertreter auf der Welt.

Merkmale der Bisamratte

Den Namen erhielt die das Tier durch den nach Moschu duftenden Sekret, das aus den Präputialdrüsen abgesondert wird. Das Sekret wird allerdings nur vom Männchen abgesondert. Im Grunde ist Bisam also eigentlich eine andere Benennung von Moschus.

Zudem wird das Fell des Bisams genauso bezeichnet. Heute ist das Fell auch in der Modebranche Zuhause und findet dort in verschiedenen Bereichen Anwendung.

  • Die Bisamratte ist etwa 35cm lang, dabei ist der Schwanz noch nicht mit eingerechnet.
  • Der Schwanz selbst hat eine Länge von etwa 22cm. Somit ist das Tier kleiner als ein Biber oder eine Nutria, aber größer als eine herkömmliche Wanderratte.
  • Sie können zwischen 0,8 und 1,6kg auf die Waage bringen. Es wurden auch schon vereinzelt Exemplare mit 2,3kg gefunden. Das ist aber eher selten der Fall.
  • Von der Optik her erinnert sie an eine gewöhnliche Ratte. Sie besitzt einen gedrungene Gestalt und einen kurzen, aber dicken Kopf.
  • Sie hat keinen Hals, der Kopf geht direkt in den Rumpf über.
  • Der Schwanz ist ohne Fell und somit nackt und geplattet.

Lebensweise und Lebensraum

Sie ist perfekt auf das Leben im Wasser angepasst. Die Ohrmuscheln der Bisamratte liegen ganz versteckt, tief in ihrem Fell. Die Ohren kann sie einfach verschließen, wenn sie mit Wasser in Berührung kommen. Der Nager kann nicht nur gut schwimmen, sondern ist auch ein guter Taucher, obwohl er keine Schwimmhäute besitzt.

Stattdessen besitzt sie Schwimmborsten. Das sind steife Haare, die von Kopf bis zu den Füssen vorhanden sind. Die langen, kräftigen Beine sind unter Wasser für den Hauptantrieb zuständig. Der Schwanz dient nur der Steuerung und kann aber auch als Unterstützung bei einzelnen Schwimmbewegungen genutzt werden. Die Bisamratte besitzt ein wasserabweisendes, sehr dichtes Fell und kann sich auch längere Zeit in den feuchtigen Untergrunden aufhalten.

Das Fell ist leider für die Pelzindustrie interessant ist. Zudem ist es sehr wertvoll, was sich an den hohen Preisen der Modebranche zeigt. Das Fleisch ist essbar und kann gegrillt oder gekocht werden.

Bisamratte Verhalten

Bisamratte-im-wasser am schwimmen

Die Bisamratte ist ein Lebewesen, dass sich überwiegend im Wasser aufhält. Durch die vielen prositiven Eigenschaften für die feuchte Umgebung, kann sie bis zu 10 Minuten die Luft unter Wasser anhalten. Sie kommen zwar auch an Land, aber dort bewegen sie sich eher sehr träge. Sie fühlen sich also im Wasser Zuhause.

Das beschriebene Tier ist sehr scheu und hält sich von den Menschen fern. Ihr Zuhause liegt in stillen, aber auch fließenden Gewässern. Sie ist ein nachtaktives Tier, aber durch die Störung der Menschen sind auch schon Bisamratten am Tag gesichtet worden.

Innerhalb der eigenen Art

Während der Paarungszeit vergrößern sich die Präputialdrüsen des Männchen und sorgen für eine rege Produktion des Moschussekrets. Das Männchen markiert in dieser Zeit sein Revir durch das Setzen von Kot. Dadurch werden die Reviergrenzen deutlich gemacht. Während der Paarung geben sie eine Art Quarkton von sich.

Die jungen Tiere hören sich leicht nach Mäusen an, ansonsten geben sie keine Töne von sich. Sollte die Bisamratte auf einen Artgenossen treffen, dann nimmt sie die Kampfhaltung ein und beginnt die Schneidezähne aufeinander zu schlagen. Das erzeugt ein knallendes Geräusch, das auch noch weit hörbar ist.

Natürliche Fressfeinde der Bisamratte

In der freien Wildbahn werden die Tiere nicht mal drei Jahre alt. Während die Jungen eher an einer mangelhaften Ernährung sterben, werden die älteren Tiere von den natürlichen Fressfeinden getötet. Zu den natürlichen Fressfeinden gehören folgende Tiere. Sie machen jagt auf die Bisamratte:

  • Der Fischotter
  • Der UHU
  • Der Rotfuchs

Verbreitung

Ursprünglich stammt der Nager aus Nordamerika und ist dort in den Feuchtgebieten Zuhause. Einige Exemplare leben sogar an der Atlantikküste in den Salzsümpfen. Die ideale Umgebung für eine Bisamratte ist in der Nähe von Seen oder Teichen. Heute leben sie in der Nähe von Kanälen, wo auch die Menschen ihre Siedlungen bauen. Dadurch wird ein Rückgang der Population wahrgenommen.

Nahrung: Was fressen Bisamratten?

Sie ernähren sich überwiegend von Ufer- und Wasserpflanzen. Zu den häufigen Fresspflanzen gehören:

  • Baumrinde
  • Schilf
  • Binsen-, See-, und Teichrosenarten
  • Schachtelhalm-, und Leichkrautarten
  • Rohrrosenarten

Allerdings nutzen sie auch die Gelegenheit an Obst, Gemüse oder Getreide zu gehen. Auch die Knollen des Topinamburs gehört auf den Speiseplan dieses Tieres. Sie ergänzen die Nahrung in den eher trockenen Monaten durch Krebse, Muscheln, Wasserinsekten, Frösche und Fische. In der Regel greift sie allerdings auf Pflanzen zurück.

Bisamratte fangen und Bekämpfung

Bisamratte beim fressen von Bambus

Zum Fangen einer Bisamratte bieten sich verschiedene Fallen an. Idealerweise wird die Falle vor der Dämmerung aufgestellt, denn grundsätzlich werden sie schon in der Dämmerung aktiv. Es gibt verschiedene Arten von Fallen, die drei bekanntesten Fallen sind

 
  1. Haarfreiffalle: Sie nutzt die Schwimmtechnik des Tieres aus. Sie wird vor dem Bau platziert und schon beim ersten Durchschwimmen wird die Falle ausgelöst. Diese Falle bricht die Knochen, und presst Lunge und Herz zusammen.
  2. Uferabzugsfalle: Sie wird mit Rettich, Äpfeln und anderes Obst bestückt und am Ufer gut sichtbar versteckt. Die Falle wird nur ausgelöst, wenn der Köder gezogen wird. Vögel können mit ihrem Pickverhalten aber auch für ein Auslösen der Falle sorgen. Bei richtigem Einsatz wird dem wehrlosen Tier das Genick gebrochen und Herz und Lunge werden zusammengepresst – sehr grausam also.
  3. Trittfallen: Die Trittfallen sind nicht überall zugelassen. Sie können mehrere Tiere gleichzeitig fangen, aber die Tiere ertrinkt bei vollem Bewusstsein. Die Funktionen des Körpers werden langsam heruntergefangen bis das Blut keinen Sauerstoff mehr enthält.

Vertreibung

Die Bisamratte kann perfekt mit viel Lärm vertrieben werden. Sollte Lärm nicht ausreichend sein, dann bieten sich verschiedene Lebendfallen an. Das sollte die erste Wahl sein, da man ein Tier nicht unnötig leiden lassen sollte und sie wehrlos sind und an einem anderen Ort leben und den Menschen gerne in Ruhe lassen.

Pelz einer Bisamratte

Das Fell ist zwischen 30 bis 36cm lang. Speziell wegen ihres Fells werden in einigen Regionen die Tiere sogar gezüchtet. Das Fell wir schon seit dem 19. Jahrhundert zu Kleidungsstücken verarbeitet. Zu Beginn eher selten begehrt, feiert der Bisampelz mittlerweile ein Comeback der Superlative. Die Reichen und Schönen haben den Pelz für sich entdeckt und wollen überwiegend Mäntel aus dem Pelz der Bisamratte haben.

Heute werden für Männer und Frauen Mäntel, Jacken und Taschen hergestellt. Zudem wird das Fell zur Veredlung vieler Kleidungsstücke verwendet als Innenfutter von Mützen zum Beispiel. Für die Herstellung eines Kleidungsstücks werden mehrere Felle benötigt.